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	<title>Hinterwelt.net &#187; Film</title>
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	<description>Perspektivwechsel: ein Alltagsroman</description>
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		<title>Dark Knight: Wenn Bilder das Sprechen verlernen</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 12:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[comic]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeit des dunklen Ritters, wenn die Welt sch&#246;n explodiert und dunkel ins Chaos st&#252;rzt. Ein Chaos, das nicht hereinbrechende Apokalypse ist, sondern aus dem Fundament hervorkriechende Sinnlosigkeit. Sinnlosigkeit, die eben nur dann erscheint, wenn das Erkl&#228;rungsmuster nicht mehr greift und die Zuschreibung von Sinn fehlschl&#228;gt; wenn eben das verloren geht, was die Gesellschaft Gotham Citys [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeit des dunklen Ritters, wenn die Welt sch&#246;n explodiert und dunkel ins Chaos st&#252;rzt. Ein Chaos, das nicht hereinbrechende Apokalypse ist, sondern aus dem Fundament hervorkriechende Sinnlosigkeit. Sinnlosigkeit, die eben nur dann erscheint, wenn das Erkl&#228;rungsmuster nicht mehr greift und die Zuschreibung von Sinn fehlschl&#228;gt; wenn eben das verloren geht, was die Gesellschaft Gotham Citys im Fundament verbindet.</p>
<p>Wenn Joker w&#228;hrend eines Bank&#252;berfalls auf &#252;berraschende Weise daf&#252;r sorgt, dass der Beuteanteil seiner Komplizen gen Null geht, obwohl er nicht am Geld interessiert ist, dann betritt ein Schurke die Leinwand, der das Muster aufl&#246;st, mit dem wir Schurken auf der Leinwand begreifen. Ein Schurke, der uns nicht den Gefallen tut, lediglich Gegner im Spiel zu sein, der nicht der Logik der &#214;konomie folgt, der nicht homo oeconomicus, sondern ein anderer ist. Allem Anschein nach sollte Joker ein anderer sein.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wird eine N&#228;he zu Filmen wie <em>No Country for Old Men</em> oder  <em>Eastern Promises</em> <a href="http://www.zeit.de/2008/34/Batman">unterstellt</a>. Das Verst&#246;rende dieser Filme liegt nicht so sehr in ihrer rohen Darstellung der Gewalt, als vielmehr im Verlust des Eindeutigen: Unm&#246;glichkeit eines Verstehens ohne Rest. Auch Unm&#246;glichkeit den gestrickten Plot aufzutrennen, um dann endlich den ununterbrochenen Faden von Ursachen und ihren Wirkungen vor sich zu haben.</p>
<p><em>No Country for Old Men</em> und <em>Eastern Promises</em> sind nicht gebrochene Filme, sondern Filme, die den Zuschauer mit einer &#228;hnlichen Verst&#246;rung alleine lassen, wie die Lebenswirklichkeit auch. Bei aller unterstellten N&#228;he zu diesen Filmen, <em>Dark Knight</em> kann diese Verst&#246;rung nicht im Ansatz auf die Leinwand projizieren.</p>
<p>Weshalb es beinahe gelungen w&#228;re, l&#228;sst sich an Heath Ledgers Joker zeigen. Weshalb es nicht im Ansatz funktioniert, zeigt sich in seiner Einbettung in den Rest des Films. Dass Heath Ledgers Umsetzung des Jokers auf visueller Ebene gro&#223;artig ist, <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/4858.html">wurde schon geschrieben</a>. Und so waghalsig eine Interpretation sein mag, die eine direkte Verbindung zwischen Filmrolle und unerwartetem Tod herstellt, so zwingend erscheint sie mir. Nicht, weil sich die Rolle des Jokers auf Heath Ledger auswirkte, sondern weil sich die Rezeption des Jokers nicht vom Tod Heath Ledgers frei machen kann. Der posthume Auftritt eines Schauspielers ist unheimlich. Wie schon Brandon Lees Auftritt in <em>The Crow</em> umgibt auch Heath Ledger in <em>Dark Knight</em> die Aura des Wiederg&#228;ngers.</p>
<p>Was macht aber der Film aus dem Auftritt dieses gro&#223;artigen Schurken? W&#228;hrend der ersten Filmminuten scheint wirklich ein B&#246;sewicht aufzutreten, der aus den uns gewohnten Erkl&#228;rungsmustern f&#228;llt. Das einzige Wort zur Beschreibung, das in den ersten Momenten bleibt, ist &#8220;b&#246;se&#8221; &#8212; dieses Wort, das immer bem&#252;ht wird, wenn nicht mehr gewiss ist, wie mit dem umgehen, das da vor uns tritt.</p>
<p>Es dauert nur kurz, bis der Film abbricht, bis alle anfangen in Vater-Sohn-Dialogen zu erkl&#228;ren, was falsch ist, an diesem Joker. Was ihn so b&#246;se macht. Weshalb er so agiert, wie er agiert. Jeder Zug des unbekannten Spielers wird noch im Film <a href="http://www.thehousenextdooronline.com/2008/08/suggested-reading-list-dark-knight-take.html">in eine Handlungslogik gepresst</a>, die keine Verunsicherung mehr zul&#228;sst. Im Augenblick als die Welt begriffen ist, ist klar, wie die Geschichte zu Ende geht. Schlimmer noch: Den Bildern ist ihre Kraft genommen. Sie werden zur blo&#223;en Dekoration der Worte. So verst&#246;rend Joker ist, so harmlos wird er durch das Wort, das sich &#252;ber sein Bild schiebt und als wahr sprechender Kommentar Bedeutung gibt. </p>
<p>Bei <em>Dark Knight</em> dauert es fast noch zwei Stunden, bis man von der Abfolge h&#252;bscher Explosionen befreit wird. Im letzten Bild, selbst noch im Augenblick des R&#252;cktritts des gebrochenen Helden, erkl&#228;rt der Vater dem Sohn, wieso es so ist, wie es ist. Mehr noch: Wieso es gut ist, wie es ist. Das alte Beruhigungsmittel, das das Wort an den Anfang setzt und Sinn stiftet, verdr&#228;ngt die Offenheit des Bildes &#8211; und hinterl&#228;sst einen Film, der bestenfalls harmlos ist, weil seine Bilder das sprechen verlernt haben.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Der Schein des Goldes &amp; das Geld des kleinen Mannes</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2008 20:53:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Bambi]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Golden Globe]]></category>
		<category><![CDATA[goldene Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein sch&#246;nes H&#246;rst&#252;ck amerikanischer Gewerkschafts- und Filmgeschichte hat J&#246;rg Taszman geschrieben und l&#228;sst es beim Deutschlandfunk h&#246;ren: Streik der klugen K&#246;pfe &#8212; Zeitenwende in der US-Filmbranche. &#8212; Und auch wenn mir die Golden Globes herzlich egal sind, trieb es mir doch das Schmunzeln ins Gesicht, als ich auch im Deutschlandfunk Roland Huschke &#252;ber die Golden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sch&#246;nes H&#246;rst&#252;ck amerikanischer Gewerkschafts- und Filmgeschichte hat J&#246;rg Taszman geschrieben und l&#228;sst es beim Deutschlandfunk h&#246;ren: <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/01/13/dlf_20080113_1840_e5500d0b.mp3">Streik der klugen K&#246;pfe &#8212; Zeitenwende in der US-Filmbranche</a>. &#8212; Und auch wenn mir die Golden Globes herzlich egal sind, trieb es mir doch das Schmunzeln ins Gesicht, als ich auch im Deutschlandfunk <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/01/14/drk_20080114_1908_8baee698.mp3">Roland Huschke &#252;ber die Golden Globes</a> h&#246;rte. Wenn er sagt, dass &#8220;die Golden Globes an sich (&#8230;) in der Branche keinen gro&#223;en Wert (haben)&#8221;, dass &#8220;die (&#8230;) nicht wirklich ernst genommen&#8221; werden, dann ist es die Freude der Best&#228;tigung der eigenen Meinung, die ja immer gut tut. Wenn er dann das gleiche &#252;ber die uns&#228;gliche goldene Kamera sagt, dann freut&#8217;s mich noch ein bisschen mehr &#8230;</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Am Anfang war nicht das Wort, sondern das Bild  &#8211; im ostasiatischen Film</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Feb 2007 08:34:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
		<category><![CDATA[asiatischer Film]]></category>
		<category><![CDATA[rapideyemovies]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der diesj&#228;hrigen Berlinale gibt es ein Spezial zum koreanischen Film. Im Herbst brachte Martin Scorsese mit „The Departed“ ein remake des HongKong-Klassikers Infernal Affairs in die Kinos, Wong Kar-Wai arbeitet an seiner ersten gro&#223;en Hollywood-Produktion &#8230; der asiatische Film ist allgegenw&#228;rtig. Und er ist anders. Audio-Datei herunterladen (oasiafilm.mp3) Vielen Dank an dieser Stelle an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der diesj&#228;hrigen Berlinale gibt es ein Spezial zum koreanischen Film. Im Herbst brachte Martin Scorsese mit „The Departed“  ein remake des HongKong-Klassikers <a href="http://www.imdb.com/title/tt0338564/">Infernal Affairs</a> in die Kinos, Wong Kar-Wai arbeitet an seiner ersten gro&#223;en Hollywood-Produktion &#8230; der asiatische Film ist allgegenw&#228;rtig.<br />
Und er ist anders.</p>
<p><a href="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/oasiafilm.mp3">Audio-Datei herunterladen (oasiafilm.mp3)</a> </p>
<p>Vielen Dank an dieser Stelle an Nina Lobinger von <a href="http://www.rapideyemovies.de/">RapidEyeMovies</a> f&#252;r das Interview.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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<br/>
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nach der Hochzeit: Eine Entscheidung</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Feb 2007 20:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
		<category><![CDATA[Anders Thomas Jensen]]></category>
		<category><![CDATA[dänsicher Film]]></category>
		<category><![CDATA[Mads Mikkelsen]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Bier]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;ber den Film »Nach der Hochzeit« Warum entwickeln Filme Intensit&#228;t? Manchmal ist es die geniale Montage, manchmal ein unglaubliches Drehbuch, dann wieder ein Regisseur, dessen Handschrift man noch in jedem Gesichtszug der Schauspieler zu finden glaubt. &#8211; Nat&#252;rlich ist das Geheimnis eines guten, intensiven, in Erinnerung bleibenden Films meistens ein gegl&#252;cktes Zusammenspiel, all‘ der Komponenten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#220;ber den Film »<a href="http://www.imdb.com/title/tt0457655/" title="Nach der Hochzeit in der IMDB">Nach der Hochzeit</a>«</em></p>
<p>Warum entwickeln Filme Intensit&#228;t? Manchmal ist es die geniale Montage, manchmal ein unglaubliches Drehbuch, dann wieder ein Regisseur, dessen Handschrift man noch in jedem Gesichtszug der Schauspieler zu finden glaubt. &#8211; Nat&#252;rlich ist das Geheimnis eines guten, intensiven, in Erinnerung bleibenden Films meistens ein gegl&#252;cktes Zusammenspiel, all‘ der Komponenten, die einen Film eben ausmachen. Doch manchmal, manchmal ist ein Film intensiv, weil dort, im Film, auf der Leinwand ein Charakter zu sehen ist, der sich in die Erinnerung einbrennt.</p>
<p>Jacob ist ein solcher Charakter. Der Film »Nach der Hochzeit« beginnt in Indien, zeigt Erwachsene, die versuchen Kinder in einem Armenviertel zumindest mit dem Notwendigesten zu versorgen.<br />
Jacob, ein Mensch, mit einem Gesicht, das &#228;lter ist, als er selbst. Er ist alleine, scheint allen Menschen verschlossen, bis auf die Kinder, die er in einem Waisenhaus betreut.</p>
<p>Wie Jacob nach Indien gekommen ist, wissen wir nicht, wir kennen seine Vergangenheit nicht und er scheint sich auch nicht nach seiner Vergangenheit zu fragen, bis er &#8230;<br />
<span id="more-59"></span><br />
&#8230;. bis er – gegen seinen Willen – nach D&#228;nemark muss, um mit einem Unternehmer die Finanzierung des Waisenhauses zu besprechen. Er z&#246;gert, weigert sich, will nicht in seine Heimat, wo er doch hier, in Indien, bei den Kindern ein zu Hause gefunden hat.</p>
<p>Als er wieder in D&#228;nemark ist, &#228;ndern sich die Farben, die Menschen, die Lebensumst&#228;nde, die Welt ist Jakob fremd geworden. Besser: Er ist der Welt fremd geworden. Ob Zufall oder nicht, Jacob wird von seiner Vergangenheit eingeholt.</p>
<p>Menschen, die lange gebraucht haben, um sich im Leben zu orientieren und dann, endlich, als sie ein zu Hause gefunden haben, erneut wieder jeden Halt verlieren und ob sie wollen oder nicht, Entscheidungen, Lebensentscheidungen treffen m&#252;ssen. Darum geht es in <a href="http://www.imdb.com/name/nm0081540/" title="Susanne Bier in der IMDB">Susanne Biers</a> Film „Nach der Hochzeit“. Ein Film, der alleine wegen seines Themas stets eine Gratwanderung zwischen Kitsch und plattgetretenen Klischees auf der einen und R&#252;hrseligkeit auf der anderen Seite sein muss. Es ist Susanne Bier und dem Drehbuchautor <a href="http://www.imdb.com/name/nm0421314/">Anders Thomas Jensen</a> anzurechnen, dass ihnen diese Gratwanderung gegl&#252;ckt ist. – Ohne dem Hauptdarsteller <a href="http://www.imdb.com/name/nm0586568/" title="Mads Mikkelsen in der IMDB">Mads Mikkelsen</a> w&#228;re der Film wahrscheinlich aber dennoch nicht gegl&#252;ckt. Es ist sehr lange her, dass ein Schauspieler einen Film auf solche Weise dominiert hat, und das im Positiven.</p>
<p>Wenn man fragt: Was ist es nun, was einem Film Intensit&#228;t gibt? Dann kann man f&#252;r den Film »Nach der Hochzeit« eine eindeutige Antwort geben: Die unglaubliche Pr&#228;senz des Schauspielers Mads Mikkelsen.</p>
<p><strong>Weitere Links zum Film</strong><br />
<a href="http://www.universumfilm.de/theatrical/movie.html?ID=1969b69e-d92a-43ae-ba4f-32819a12ca24">Universum Film</a></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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<br/>
Post tags: <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/124/" rel="tag"></a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/anders-thomas-jensen/" rel="tag">Anders Thomas Jensen</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/daensicher-film/" rel="tag">dänsicher Film</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/mads-mikkelsen/" rel="tag">Mads Mikkelsen</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/susanne-bier/" rel="tag">Susanne Bier</a><br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Perspektivwechsel #1 – Babel</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/01/perspektivwechsel-1-babel/</link>
		<comments>http://hinterwelt.net/2007/01/perspektivwechsel-1-babel/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Jan 2007 11:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Alejandro González Iñárritu]]></category>
		<category><![CDATA[babel]]></category>
		<category><![CDATA[erklärungsmuster]]></category>
		<category><![CDATA[perspektivwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[zufall]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal &#228;ndert sich mit der Perspektive die Welt. Nat&#252;rlich, will man sagen, &#228;ndert sich »eigentlich« nicht die Welt. Was sich &#228;ndert, ist nur das, was man von dieser gleich bleibenden Welt sieht. &#8211; So weit scheint das offensichtlich, allgemein bekannt und wohl auch akzeptiert.[1] Was aber, wenn sich das, was wir von dieser Welt sehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal &#228;ndert sich mit der Perspektive die Welt. Nat&#252;rlich, will man sagen, &#228;ndert sich »eigentlich« nicht die Welt. Was sich &#228;ndert, ist nur das, was man von dieser gleich bleibenden Welt sieht. &#8211; So weit scheint das offensichtlich, allgemein bekannt und 	wohl auch akzeptiert.<sup>[<a href="#footnote-1-51" id="footnote-link-1-51" title="Die Fußnote lesen.">1</a>]</sup></p>
<p>Was aber, wenn sich das, was wir von dieser Welt sehen und wie wir &#252;ber die Welt denken durch den Wechsel einer Perspektive so weit ver&#228;ndert, dass wir vielleicht nicht mehr sicher sind, ob die Welt wirklich so ist, wie sie ist?</p>
<p>Ein sch&#246;nes Beispiel f&#252;r einen Perspektivwechsel ist in Alejandro González Iñárritus Film <a href="http://www.schnitt.de/filme/artikel/babel.shtml" title="Zu der Filmkritik in der Schnitt">Babel</a> zu sehen. In einem seiner vier Erz&#228;hlstr&#228;nge gibt der Film eine  unterschwellige und treffende Kritik an der Verwendung des Begriffs »Terrorismus«.<br />
Der Film zeigt nicht, dass der Terrorismus eigentlich so ist &#8211; oder vielleicht doch so. Stattdessen zeigt er einen sich aus dem Film scheinbar von ganz alleine ergebenden Perspektivwechsel, der die Sicherheit &#252;ber den Begriff »Terrorismus« ersch&#252;ttert.</p>
<p>Ein ungl&#252;cklicher Zufall l&#228;sst den von zwei kleinen marokkanischen Jungen abgegebenen Gewehrschuss zum terroristischen Akt werden. Tats&#228;chlich gleicht die Einordnung des Gewehrschusses als terroristischer Akt dem Versuch das Unerkl&#228;rbare erkl&#228;rbar zu machen. Drei Parteien und damit auch drei (fast) von einander unabh&#228;ngige Perspektiven zeigt der Film:</p>
<p>Die erste Perspektive ist die der beiden Jungen, die in kindlichem Leichtsinn auf einen Reisebus schie&#223;en, um das neue Gewehr ihres Vaters zu testen, das angeblich auf 3000 Meter genau trifft.</p>
<p>Die zweite ist die der getroffenen Frau und ihres Ehemannes. Ihnen ist es gleich, wer es war und warum dieser Schuss abgegeben wurde. Ihr einziges Interesse liegt im &#220;berleben der (fast) t&#246;dlichen Verletzung.</p>
<p>Die dritte Perspektive ist die der Weltpolitik. In einer Sichtweise, die alles als Wirkung sieht und daher konsequent nach Ursachen sucht, ist kein Platz f&#252;r den Zufall und es ›muss‹ ein Erkl&#228;rungsmuster f&#252;r diesen Zwischenfall geben. Der Begriff des Terrorismus erlaubt eine Einordnung und damit eine Reaktion und Handlung.</p>
<p><strong>»Versuche nie durch Konspiration zu erkl&#228;ren, was auf Chaos oder Inkompetenz zur&#252;ckgef&#252;hrt werden muss.«</strong><sup>[<a href="#footnote-2-51" id="footnote-link-2-51" title="Die Fußnote lesen.">2</a>]</sup></p>
<p>Der im Film durch die Montage hervorragend inszenierte Perspektivwechsel illustriert, wie die Suche nach ›Erkl&#228;rung‹ begriffliche Konstruktionen &#252;ber Ereignisse <strike>st&#252;lpt</strike> st&#252;lpen kann, um die Welt wieder begreifbar zu machen. Im Fall des Films ist der Begriff, der eine Erkl&#228;rung m&#246;glich macht der »Terrorismus« und die Annahme einer (b&#246;sartigen) Motivation, wo doch die Ereignisse durch blo&#223;en Zufall entstanden sind.</p>
<p>Der Perspektivwechsel, der im Film vollzogen und f&#252;r den Zuschauer nachvollziehbar gemacht wird, geht weg von dem Bild der Wirklichkeit, das in den (Welt)Nachrichten pr&#228;sentiert wird und geht hin zu den kleinen, f&#252;r den Lauf der Welt (fast) unbedeutenden Ereignissen und zeigt auf diese Weise eine Welt des »Terrorismus«, in der kein Terrorismus ist.</p>
<p>Wie oft, so scheint der Film zu fragen, erkl&#228;ren wir Ereignisse, die nicht Wirkung einer Ursache sind? &#8211; Wie oft (v)erkl&#228;ren wir den Zufall zu einem geordneten Muster? Die Frage bleibt unbeantwortet; sie muss unbeantwortet bleiben und hinterl&#228;sst doch eine Verunsicherung, eine Unw&#228;gbarkeit in der Erkl&#228;rung, die wir f&#252;r die Welt haben.</p>
<p><strong>post scriptum</strong><br />Zugegeben: Beim Begriff des »Terrorismus« ist die Verunsicherung durch einen Perspektivwechsel einfach. Zum einen, weil »Terrorismus« ein inflation&#228;r gebrauchtes Wort ist. Zum anderen, weil es ein Begriff ist, der durch die Unsch&#228;rfe seiner Definition<sup>[<a href="#footnote-3-51" id="footnote-link-3-51" title="Die Fußnote lesen.">3</a>]</sup> wohl dazu verleitet, als Erkl&#228;rungsmuster f&#252;r sehr vieles missbraucht zu werden.<br />
Was aber (f&#252;r mich spannend) bleibt, ist der Beispielcharakter des in »Babel« vorgef&#252;hrten Perspektivwechsels. </p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-51">Auf dem Blog Metalust &#038; Subdiskurse ist in der Folge <a href="http://www.blogfrei.de/metalust/2007/01/bild_und_text_2.html">eines Eintrags zu Bild &#038; Text</a> eine Diskussion zu der Frage entstanden, ob man Bilanzen unter &#228;sthetischen Gesichtspunkten betrachten kann. Eine solche Betrachtung entspr&#228;che einem Perspektivwechsel. Ein Wechsel der Perspektive allerdings, bei dem nicht so klar ist, welchen Gewinn er bringen mag. Mit der Reihe »Perspektivwechsel« m&#246;chte ich versuchen einige Perspektivwechsel ein wenig zu erl&#228;utern, &#8211; auch um mir selbst ein etwas klareres Bild von den Grundlagen eines Perspektivwechsels im Fall von »&#196;sthetik &#038; Bilanzen« zu schaffen.  [<a href="#footnote-link-1-51">zurück</a>]</li><li id="footnote-2-51">Josef Joffe im <a href="http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/06.03.2006/2393432.asp">Tagesspiegel am 6. M&#228;rz 2006</a>  [<a href="#footnote-link-2-51">zurück</a>]</li><li id="footnote-3-51">siehe hierzu auch <a href="http://www.das-parlament.de/2006/36/index.html">Das Parlament, Nr. 36, 2006</a>  [<a href="#footnote-link-3-51">zurück</a>]</li></ol><hr />
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		<item>
		<title>Unter Feinden. &#8212; Auf der Suche nach dem Oscar.</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 08:58:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[scorsese]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Welt rund um das Kino herum gibt es ein paar Running Gags. Einer ist die Frage, ob Martin Scorsese nun endlich den Oscar bekommt. Morgen l&#228;uft sein l&#228;uft sein neuer Film an. Departed – unter Feinden ist ein Remake des HongKong-Thrillers Infernal Affairs. Audio-Datei herunterladen (departed_lang_lo.mp3) © christian for Hinterwelt.net, 2006. &#124; Permalink [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Welt rund um das Kino herum gibt es ein paar Running Gags. Einer ist die Frage, ob Martin Scorsese nun endlich den Oscar bekommt. Morgen l&#228;uft sein l&#228;uft sein neuer Film an. <a href="http://www.imdb.com/title/tt0407887/">Departed – unter Feinden</a>  ist ein Remake des HongKong-Thrillers <a href="http://www.imdb.com/title/tt0338564/">Infernal Affairs</a>.</p>
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		<title>Mach Dich, nein, Deine Seele nackig!</title>
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		<pubDate>Fri, 12 May 2006 21:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Caouette]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;ber den Film Tarnation &#8230; Nun, um eine lange Geschichte kurz zu machen: Verst&#246;rt bin ich gerade nach Hause gekommen. Tarnation war das krasseste Kinoerlebnis, das ich in den vergangenen Jahren hatte. In einem Satz m&#252;sste man wohl sagen: Ein Dokumentarfilm gedreht (oder geschnitten) in Video-Clip-&#196;sthetik. Auch wenn es so was in der Kinogeschichte bisher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#220;ber den Film <a href="http://imdb.com/title/tt0390538/">Tarnation</a> &#8230;</em>  </p>
<p>Nun, um eine lange Geschichte kurz zu machen: Verst&#246;rt bin ich gerade nach Hause gekommen. Tarnation war das krasseste Kinoerlebnis, das ich in den vergangenen Jahren hatte. In einem Satz m&#252;sste man wohl sagen: Ein Dokumentarfilm gedreht (oder geschnitten) in Video-Clip-&#196;sthetik. Auch wenn es so was in der Kinogeschichte bisher wohl noch nicht gegeben hat, bringt dieser eine Satz &#8220;Tarnation&#8221; doch noch in keinster Weise auf den Punkt. </p>
<p>Also wird die Geschichte doch l&#228;nger: <span id="more-26"></span>Um kurz vor vier kam ich heute Nachmittag also ins Neue Arena. Der Kinobetreiber begr&#252;&#223;te mich nur mit den Worten: „Ah, immerhin einer, der kommt.“<br />
Man k&#246;nnte hier wohl auch eine Diskussion &#252;ber die Rezeption von unbekannten Filmen/Regisseuren in der deutschen Filmkritik er&#246;ffnen &#8230; aber zur&#252;ck zu diesem Kinoerlebniss: In den folgenden zwei Stunden sa&#223; ich alleine im Saal des Neuen Arenas und vergrub mich im Kinosessel und gab mich den Schauern und dem Schaudern hin. Die Geschichte des Films in einem Satz: Die Biographie des Regisseurs. Als er drei Jahre alt war, wurde seine Mutter vor seinen Augen vergewaltigt. Anschlie&#223;end kam er ins Heim, sie in die Psychiatrie und wurde dort &#252;ber Jahre hinweg mit Elektroschocktherapien behandelt. Er wurde in Pflegefamilien misshandelt und begann mit knapp zehn Jahren die ersten Aufnahmen von sich zu machen: Im Dunklen steht ein als Frau verkleideter Junge vor der Kamera und erz&#228;hlt davon, dass er/sie schwanger ist und davon, dass der Ehemann sie in den Bauch getreten hat. Er/Sie bricht in Tr&#228;nen aus, gibt sich der hysterischen Verzweiflung hin und &#8230; Moment des Unfassbaren &#8230; es folgen minutenlange Schnittfolgen aus h&#246;chstens halbsek&#252;ndigen Bildfragmenten &#8230; </p>
<p>Bevor die Geschichte zu lange wird: Als Epileptiker sollte man sich diesen Film nicht ansehen, er geht, schon wegen der Reiz&#252;berflutung ans Eingemachte. Das Wunderbare an dem Film ist aber &#8211; so wie ich das sehe &#8211; nicht die Geschichte, die einen verstummen l&#228;sst, sondern die N&#252;chternheit, die Ferne jeglicher Sentimentalit&#228;t, trotz dieser Biographie. Vielleicht k&#246;nnte man auch sagen: Ein Psycho-Porno. Oder: Ein Grenzgang zwischen Psychographie und Anti-Psychiatrie. Ein Film, der inhaltlich tief geht, aber nicht Trauer, Stummheit oder gar schlechte Laune, sondern einen kurzen Moment der Leere hinterl&#228;sst &#8230; </p>
<p>Um noch einmal l&#228;nger zu werden: Was macht &#8220;Tarnation&#8221; nun aus? Und gleich hinterher: Wer das jetzt, so wenige Stunden nach diesem Film schon sagen kann, der hat diesen Entwurf auf die Zukunft des Dokumentarfilms aus dem Jahr 2003 schon verstanden. Ich bin dagegen immer noch &#252;berw&#228;ltigt. Zwei Ebenen scheinen mir im Augenblick das ‚Geheimnis’ von Tarnation auszumachen.<br />
Zum einen ist das die Schilderung, die fast pornographische Darstellung der Seelen zweier Menschen. Zweier Menschen, die in keiner geringeren Verbindung als der zwischen Mutter und Sohn stehen. Zweier Menschen, die ihre Verzweiflung in dem je anderen spiegeln und auf diese Weise die Skepsis oder gar Feindschaft gegen&#252;ber der Psychiatrie und den vermeintlichen Seelengesetzen kaum pr&#228;gnanter zum Ausdruck bringen k&#246;nnten.<br />
Die andere fantastische Seite des Films ist die Losl&#246;sung von den bekannten narrativen Techniken des Mediums Film. Die Geschichte wird nicht &#252;ber die Bilder vorangetrieben, sondern &#252;ber, dem Film selbst fremde, von au&#223;en hereinbrechende Schlagzeilen erz&#228;hlt, die knapp und gerade deswegen in so gro&#223;er Distanz den &#8220;Plot&#8221; dieser Biographien vorantreiben. W&#228;hrend so die Jahre am Zuschauer in n&#252;chternen Zahlen vor&#252;berbl&#228;ttern, ziehen sich die Bilder des Films in einen Bereich zur&#252;ck, der in g&#228;ngigen Filmen der Tonspur &#252;berlassen ist. Die Geschichte steht ohne Anteilnahme schwarz auf wei&#223; auf der Leinwand. Die Details verbleiben der Bildmontage, die sich losgel&#246;st von jeglicher Narrativik in einem Rausch entfalten, der sich seinen Weg direkt in die affektive Wahrnehmung des Zuschauers sucht. Es bleiben Bilder, die sich in das Ged&#228;chtnis einbrennen, nicht weil sie so sch&#246;n und perfekt w&#228;ren, sondern weil sich <a href="http://imdb.com/name/nm1503401/">Jonathan Caouette</a> der Technik des Blitzes bedient. Zwischen den Fluss der Zeit des bewegten Bildes montiert er ersch&#252;tternde Gesichter, so kurz, dass man sich der unbewussten Wirkung des zwischengeschnittenen Bildes gerade noch bewusst wird.</p>
<p>So &#8230; und nun? Was passiert mit diesem Film. Ein einziger Besucher in der &#8220;Pressevorf&#252;hrung&#8221;. Mehr als drei Kopien wird es deutschlandweit wohl nicht geben. Die einen werden ihn in den Himmel loben, die anderen gnadenlos verrei&#223;en – ganz gew&#246;hnlich bei Br&#252;chen, die sich im Bekannten abzeichnen. Nur, eines wird bleiben: Wenig Zuschauer, fast keine Zuschauer. Weiter nicht tragisch kann man sagen, wo doch der Film in der Produktion gerade einmal 218 US-$ gekostest hat. Man k&#246;nnte auch sagen: Mit dem Unangenehmen setzt man sich nicht gerne auseinander, also lasst uns &#252;ber das Neue schweigen. Diese Unruhe wollen wir nicht; lasst uns beim Alten, beim Bew&#228;hrten bleiben, denn hier – hier trifft das Kino auf seinen gro&#223;en Feind: Die Zerst&#246;rung der Fiktion, die unsere Realit&#228;t best&#228;tigt.</p>
<p>   &#8212;   &#8212;   &#8212;<br />
NACHTRAG: Nun, wenig Zuschauer sagte ich? Ich habe zuversichtlich &#252;bertrieben, sagen die Kinoprogramme. &#8211; In M&#252;nchen l&#228;uft der Film nicht.</p>
<p><em>USA 2003<br />
R,B,K,S,P: Jonathan Caouette<br />
M: John Califra, Max Avery Lichtenstein, Stephin Merritt<br />
88 Min, Arsenal ab 8.6.06</em></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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		<item>
		<title>Zathura, oder: Was das Kino nicht braucht.</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2006/02/zathura-oder-was-das-kino-nicht-braucht/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2006 06:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[John Favreau]]></category>
		<category><![CDATA[Schrott]]></category>

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		<description><![CDATA[Zathura soll ein Film f&#252;r die ganze Familie, f&#252;r Kinder sein. Meines erachtens ist Zathura ein gutes Beispiel, um zu zeigen, was das Kino nicht braucht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zathura m&#246;chte ein spannendes Weltraumabenteuer sein, f&#252;r die ganze Familie. Die Geschichte ist einfach gestrickt: Zwei Br&#252;der, die sich bei jeder Gelegenheit streiten, eine &#228;ltere Schwester, die f&#252;r den ganzen Kinderkram irgendwie schon zu alt ist und ein Vater, der viel um die Ohren hat. Eines Nachmittags entdeckt Walter der s&#252;&#223;e der beiden Br&#252;der in dem alten Haus des Vaters ein Spiel namens Zathura. Nachdem Walter alleine zu spielen begonnen hat, finden sich die beiden Br&#252;der mitsammt ihrer schockgefrosteteten Schwester im Weltraum wieder. Das Abenteuer kann beginnen. Erst fliegt das Haus, das zu ihrem Raumschiff geworden ist, durch ein Meteoritenfeld, dann sto&#223;en sie auf einen Astronauten, der ihnen im Kampf gegen die blutr&#252;nstigen Zorgonen hilft.</p>
<p><span id="more-22"></span></p>
<p>So geht’s dahin. Und wen wundert&#8217;s, am Ende sind die beiden Br&#252;der zu besten Freunden geworden. Nur das war sie noch nicht, die Moral der Geschicht. Denn die Basis ihrer neu entdeckten Freundschaft, so scheint&#8217;s konnte nur ein &#228;u&#223;erst m&#228;nnliches Abenteuer, eine t&#246;dliche Herausforderung sein. Man glaubt fast, dass es hier zugeht, wie im Krieg. Zwei Kriegsfreunde, durch die gemeinsamen Abenteuer f&#252;r immer verbunden. Das ist dann als Geschichte f&#252;r Kinder nicht nur magenverstimmend, sondern schlichtweg geschmacklos.</p>
<p>Doch noch einmal zu dem Abenteuer. Sp&#228;testens als die im Presseheft als blutr&#252;nstige Aliens beschriebenen Zorgonen auftauchen, wird das Abenteuer spannend. Regiseur John Favreau greift tief in die Schublade mit der Aufschrift: Wie wird ein Film spannend. Der Film wird spannend, erreicht einen H&#246;hepunkt und f&#228;llt dann wieder ab. Alles wie im Lehrbuch. Nur eben auch alles bekannt. Soweit ist der Film noch keineswegs erw&#228;hnenswert. Nur dadurch, dass sich Zathura eben auch an Kinder richtet, kommt ein gewisser Zweifel. Denn so spannend der Film auch sein mag. Spannung alleine ist noch kein Qualit&#228;tsmerkmal. Denn wen es so w&#228;re, dann m&#252;sste auch achtzig prozentiger Strohrum der empfehlenswerte Alkohol sein, weil er eben garantiert betrunken macht. Und Zathura ist wie dieser Strohrum. Trunken macht er in jedem Fall, seine Spannung nimmt jeden, egal wie abgestumpft mit. Nur w&#228;re es nicht w&#252;nschenswerter gerade Kindern Geschichten auf etwas subtilere Weise zu erz&#228;hlen?</p>
<p>Mit Zathura kann man die altbekannte Diskussion wieder er&#246;ffnen. Welche Filme sind f&#252;r Kinder geeignet? In diesem Film flie&#223;t zwar kein Blut, aber mit diesem Film stellt sich die Frage, ob es denn wirklich der billige Strohrum sein muss, den man Kindern im Kino verabreicht?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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		<title>Gabrielle &#8212; Liebe meines Lebens</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2006/01/gabrielle-liebe-meines-lebens/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2006 08:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Isabelle-Huppert]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal-Gregory]]></category>
		<category><![CDATA[Patrice-Chereau]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Opern-, Theater und Filmregisseur Patrice Chereau d&#252;rfte den meisten durch seinen Film Intimacy in Erinnerung geblieben sein. Sein neuer Film Gabrielle – Liebe meines Lebens greift wieder das Thema der Liebe auf. Diesmal allerdings in einer denkbar anderen Spielart als in Intimacy. Der Film Gabrielle – Liebe meines Lebens erz&#228;hlt nach einer Vorlage Joseph [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Opern-, Theater und Filmregisseur Patrice Chereau d&#252;rfte den meisten durch seinen Film Intimacy in Erinnerung geblieben sein. Sein neuer Film <a href="http://www.imdb.com/title/tt0435479/"><em>Gabrielle – Liebe meines Lebens</em></a> greift wieder das Thema der Liebe auf. Diesmal allerdings in einer denkbar anderen Spielart als in Intimacy.<br />
Der Film <em>Gabrielle – Liebe meines Lebens</em> erz&#228;hlt nach einer Vorlage Joseph Conrads die Geschichte einer scheiternden Ehe der Pariser Bourgeoisie im Jahre 1912. Gabrielle (Isabelle Huppert) und Jean (Pascal Gregory) sind seit zehn Jahren verheiratet. Gl&#252;cklich verheiratet, sagt Jean. Jean ist auf der H&#246;he seines Lebens. Gabrielle f&#252;llt mit ihrem Charme die ihr zugedachte Rolle als Hausdame aufs Beste.</p>
<p>Jean ist stolz auf seine Frau. Er spricht von ihr, wie ein Sammler &#252;ber das beste St&#252;ck seiner Sammlung. Dass seine Ehe kein Intimleben hat, st&#246;rt ihn nicht weiter. Er hat sich daran gew&#246;hnt. Jean hat sich so sehr an diese Ehe gew&#246;hnt, dass ihm der Blick hinter die makellose Fassade erst wieder m&#246;glich ist, als er einen Abschiedsbrief Gabrielles findet. Sie hat ihn verlassen, sie sucht Liebe. Liebe, die sie bei Jean nicht finden kann. Und doch schafft es Gabrielle nicht ihr gro&#223;b&#252;rgerliches Gef&#228;ngnis zu verlassen, sie kommt wieder zur&#252;ck.</p>
<p><span id="more-14"></span><br />
Nachdem Gabrielle zur&#252;ckgekehrt ist, verfliegt der Mantel der gl&#252;cklichen Ehe. Es bleibt Hass, der seine Befriedigung nur noch in der Zerst&#246;rung findet. »H&#228;tte ich gewusst, dass Sie mich lieben, w&#228;re ich niemals zur&#252;ck gekommen« sagt Gabrielle zu Jean als sie zur&#252;ckgekommen ist. Doch er, er hat sie geliebt. Genau genommen f&#228;ngt er an, sie zu lieben. Er entdeckt die Liebe durch die Eifersucht.</p>
<p>Schnitt f&#252;r Schnitt weicht die unter ihrer Ehe leidende Gabrielle einer Frau, der nur noch ein kaltes und tragisches L&#228;cheln &#252;ber die Schw&#228;che ihres Mannes bleibt. Die Destruktion der zehn gemeinsamen Jahre, die finale Zerst&#246;rung der gemeinsamen Ehe hilft zwar der Wahrheit ans Licht, aber zufrieden oder gar gl&#252;cklich macht sie keinen der Beiden.</p>
<p>Zu Beginn l&#228;sst der Film keine M&#246;glichkeit aus, die Sehgewohnheiten des Zuschauers zu verst&#246;ren. Ungewohnte Wechsel der Einstellungen und der Wechsel zwischen Farbe und Schwarz-Wei&#223; geben den Bildern, des schon aus Intimacy bekannten Kameramanns Eric Gautier eine fast unvergessliche Intensit&#228;t. Leider haben es Chereau und Gautier nicht geschafft diese Intensit&#228;t &#252;ber den ganzen Film aufrecht zu erhalten. Dieses Manko kann auch die grandiose Darbietung Isabelle Hupperts und Pascal Gregorys nicht ausgleichen. Gegen Ende wird der Film fast nur noch von dem Gespr&#228;ch der beiden getragen. Dabei handelt es sich nicht um authentische Dialoge, sondern um konstruierte Monologe, die sich von der Theaterb&#252;hne in das Filmstudio geschlichen haben und dort ihre verst&#246;rende Kraft entfalten.</p>
<p><em><br />
Gabrielle. F/I/D 2005. R: Patrice Chéreau. B: Anne-Louise Trividic. K: Eric Gautier. S: Françoise Gédigier. M: Fabio Vacchi. P: Network Movie u.a. D: Isabelle Huppert, Pascal Greggory, Claudia Coli, Thierry Hancisse u.a. 90 Min.</em></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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<br/>
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		<title>Alles ist erleuchtet &#8211; Wo bleibt das Licht?</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2005 08:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Safran Foers]]></category>
		<category><![CDATA[Liev Schreiber]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles ist erleuchtet. Es gibt das Buch Jonathan Safran Foers und es gibt (jetzt) auch den Film. Und wie so immer bei Verfilmungen von Klassikern oder Bestsellern, stellt sich die Frage, wie gut die Umsetzung der m&#228;chtigen Vorlage gelungen ist. Wenn man den Roman Alles ist erleuchtet aber nicht gelesen hat, bleibt einem nur, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt0404030/">Alles ist erleuchtet</a>. Es gibt das Buch Jonathan Safran Foers und es gibt (jetzt) auch den Film. Und wie so immer bei Verfilmungen von Klassikern oder Bestsellern, stellt sich die Frage, wie gut die Umsetzung der m&#228;chtigen Vorlage gelungen ist. Wenn man den Roman <em>Alles ist erleuchtet</em> aber nicht gelesen hat, bleibt einem nur, den Film als Film zu betrachten, die Verfilmung so zu betrachten, als ob es den Roman nicht g&#228;be.<br />
<span id="more-15"></span></p>
<p>Die Geschichte.<br />
Der Protagonist Jonathan Safran Foer (Elijah Wood) ist Sammler und lebt in New York. Er sammelt Erinnerungen an Familienmitglieder. Nachdem seine Gro&#223;mutter gestorben ist macht er sich auf die Suche nach der Frau, die seinem j&#252;dischen Gro&#223;vater in der Ukraine das Leben gerettet hat. Die Geschichte er&#246;ffnet einen vielf&#228;ltigen Themenkreis. Es soll um die Bedeutung der Erinnerung, um Freundschaft, um Liebe und um den Holocaust gehen und sich dabei auch noch in komischer Weise n&#228;hern. Kurz: Die Geschichte stellt gro&#223;e Anspr&#252;che an den Film.</p>
<p>Der Film.<br />
Der Film m&#246;chte komisch sein, dass betont er schon in den ersten Sekunden. In der &#252;bertrieben dicken Brille Elijah Woods spiegelt sich der Film. Er erreicht seine Ziele mit dem Mittel der &#220;bertreibung und schie&#223;t dabei leider &#252;ber das Ziel hinaus. Nicht nur die Requisiten, auch die Charaktere und vor allem die Bilder leiden an &#220;berw&#252;rzung. Nicht, das der Film schlecht w&#228;re, nur, es ist zu viel Salz in der Suppe.<br />
Der Film hat viele komische Momente, das steht au&#223;er Frage. Aber wie der durchdesignte Geschmack eines Burgers beeindruckt der Film zu Beginn, um dann umso deutlicher seine Leere zu offenbaren. Die Dialoge erreichen nur selten eine Tiefe, die den Zuschauer am Konflikt teilnehmen lie&#223;e. F&#252;r die Komik mag das nicht so entscheidend sein, doch der Film hat sich mehr als das vorgenommen. Den schweren Fragen des Films nach der Erinnerung, der Liebe, Freundschaft und dem Holocaust kommt im Film entweder der Charakter einer Begleiterscheinung der Komik zu, oder ihnen begegnet der Film auf eine Weise, die nicht viel mehr als das Klischee noch einmal auferstehen l&#228;sst. An einer Hand abz&#228;hlbar sind die wirklich starken Momente des Films.</p>
<p>Fazit?<br />
Liv Schreiber ist um sein Regie-Debut sehr bem&#252;ht. Und, wen wundert es, &#252;bertrieben bem&#252;ht, es wirkt gewollt. Zum Leid von Elijah Wood muss gesagt werden, dass er nicht aus dem Schatten Frodos heraus treten konnte. Sp&#228;testens als er sich gegen Ende des Films am Flussufer nach vorne beugt um ein bisschen Sand einzusammeln, ist es Frodo, der da kniet. Und dennoch: Alles in allem bleibt der Film sehenswert. Solange man nicht empfindlich auf Geschmacksverst&#228;rker reagiert, gibt einem <em>Alles ist erleuchtet</em> 106 Minuten Unterhaltung. Aber eben auch nicht mehr. </p>
<p><em>Everything is Illuminated. USA 2005. R,B: Liev Schreiber. K: Matthew Libatique. S: Andrew Marcus, Craig McKay. M: Paul Cantelon. P: Big Beach. D: Elijah Wood, Eugene Hutz, Boris Leskin u.a. 106 Min.</em></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2005. |
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		<title>Winterkinder &#8211; die schweigende Generation</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2005 21:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
		<category><![CDATA[Jens-Schanze]]></category>

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		<description><![CDATA[Winterkinder – die schweigende Generation. Ein Film, der an und mit der Erinnerung arbeitet. Wer war Opa? Diese Frage stellt sich Regisseur Jens Schanze. Sein Gro&#223;vater ist fr&#252;h gestorben, er hat ihn nicht kennengelernt. Die einzige, die ihn wirklich gekannt hat, ist seine Mutter. Aber sie spricht nicht &#252;ber ihn. »Ich m&#246;chte gern einen Film [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt0478326/"><em>Winterkinder – die schweigende Generation</em></a>. Ein Film, der an und mit der Erinnerung arbeitet. Wer war Opa? Diese Frage stellt sich Regisseur Jens Schanze. Sein Gro&#223;vater ist fr&#252;h gestorben, er hat ihn nicht kennengelernt. Die einzige, die ihn wirklich gekannt hat, ist seine Mutter. Aber sie spricht nicht &#252;ber ihn.<br />
»Ich m&#246;chte gern einen Film machen &#252;ber unsere Familie und Deinen Vater und unsere Erinnerung an ihn und ich wollte fragen, ob Du da mitmachen m&#246;chtest?«<br />
»Ja, soweit meine Erinnerung das zul&#228;sst, mach’ ich da mit.«<br />
»Als Andrea das erste Mal nach seiner T&#228;tigkeit zur Zeit des Nationalsozialismus gefragt hat, wie habt ihr da reagiert?«<br />
»Ich hab’ gar nicht reagiert, weil ich das nicht wollte.«</p>
<p>Die schweigende Generation. Jens Schanze fragt weiter. Und immer wieder &#246;ffnet sich ein kleiner Riss in der Erinnerung der Mutter, immer wieder bricht die glatte Oberfl&#228;che der Kindheitserinnerung, der Erinnerung an Ihren Vater auf. Kaum w&#228;chst der Verdacht, dass Jens Schanze Schritt f&#252;r Schritt jeden Fehler in der Erinnerung seiner Mutter nachweist, wird die Kamera sanfter.</p>
<p>In Winterkinder geht es um die Erinnerung an Gro&#223;vater und seine gesellschaftliche Rolle im Nationalsozialismus. Und doch ist Winterkinder nicht nur ein weiterer Film, der sich mit der deutschen Geschichte besch&#228;ftigt. Winterkinder ist vor allem ein Film &#252;ber das Erinnern.</p>
<p>Winterkinder. Der Film beginnt im Winter. Unter dem Schneemantel verliert die Landschaft ihre harten, detailreichen Konturen. &#196;hnlich ist es mit der Zeit, sie hat sich &#252;ber die Erinnerung an Gro&#223;vater gelegt. Wenn es w&#228;rmer wird schmilzt der Schnee und die verdeckten Details erscheinen wieder. Der Film endet im Sommer. Der Mantel, den die Zeit &#252;ber die Erinnerung gelegt hat ist (nun) geschmolzen.</p>
<p>Am Schluss, als der Film eigentlich zu Ende ist, arbeitet Jens Schanze zum ersten Mal mit Musik. Musik Erik Saties. Es bleibt ein ruhiger Moment, ein Moment der Stille und des Fragens – vielleicht auch nach der eigenen Erinnerung.</p>
<p><em>D 2005. R,B,S,P: Jens Schanze. K: B&#246;rres Weiffenbach. M: Erik Satie. Tiberius. 99 Min.</em></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2005. |
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