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	<title>Hinterwelt.net &#187; Fiktion</title>
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	<description>Perspektivwechsel: ein Alltagsroman</description>
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		<title>Tagwort</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 20:46:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leeres Blatt Papier am Tag der Fr&#252;hling beginnt und Abend endet. Freude am Richtigen in falschen S&#228;tzen, sind der Tag, f&#252;r sich ohne Wort. © christian for Hinterwelt.net, 2009. &#124; Permalink &#124; Comment &#124; Add to del.icio.us Post tags:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leeres Blatt Papier am Tag der Fr&#252;hling beginnt und Abend endet. Freude am Richtigen in falschen S&#228;tzen, sind der Tag, f&#252;r sich ohne Wort.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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		<title>Vier Schritte</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 12:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Vier fremde Schritte ins neue Jahr. Die Hoffnung in S&#228;tzen, w&#228;hrend die Teufel des alten vertrieben werden vom Baumarktgeschmack der leuchtenden Hamsterr&#252;lpser hoch oben im Himmel. Eine Rakete, ein Wunsch, so die Regel. Ein B&#246;ller, eine S&#252;nde. Ein Sektkorken, eine Vergebung im anrauschenden Jahr, an dessen Zauber so recht niemand glaubt, als die fade Erinnerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vier fremde Schritte ins neue Jahr. Die Hoffnung in S&#228;tzen, w&#228;hrend die Teufel des alten vertrieben werden vom Baumarktgeschmack der leuchtenden Hamsterr&#252;lpser hoch oben im Himmel. Eine Rakete, ein Wunsch, so die Regel. Ein B&#246;ller, eine S&#252;nde. Ein Sektkorken, eine Vergebung im anrauschenden Jahr, an dessen Zauber so recht niemand glaubt, als die fade Erinnerung an »Brot statt B&#246;ller« am vorderen Hirnlappen kratzt und ein »Amen« im Nachklang den Weg zur Erinnerung findet. J&#228;hrlich holt es mich wieder. J&#228;hrlich falle ich kurz aus meinem Muster, bin zwei Minuten abwesend wie Thomas im Ketamin-Loch. Mit dem n&#228;chsten B&#246;ller, der n&#228;chsten rauchenden M&#252;lltonne bin ich wieder da und gehe meine vier fremden Schritte ins neue Jahr.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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		<title>Delirium</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2008/12/delirium/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 10:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kopf dreht sich, das Bett schwitzt, die Hoffnung in S&#228;tzen, w&#228;hrend das Fenster beschl&#228;gt. An Tagen, die Weihnacht die Hand reichen im fiebrigen Halbschlaf der Verbalisierung. Leerstelle. In wei&#223;. Am Ende des Monats, der schneller lief, als der Kalender sagt. Am Ende des Monats reduziert sich Welt auf den Wohnraumw&#252;rfel des Schlafzimmers. Alltag auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kopf dreht sich, das Bett schwitzt, die Hoffnung in S&#228;tzen, w&#228;hrend das Fenster beschl&#228;gt. An Tagen, die Weihnacht die Hand reichen im fiebrigen Halbschlaf der Verbalisierung. Leerstelle. In wei&#223;. Am Ende des Monats, der schneller lief, als der Kalender sagt. Am Ende des Monats reduziert sich Welt auf den Wohnraumw&#252;rfel des Schlafzimmers. Alltag auf den Wechsel durchschwitzter Bettw&#228;sche reduziert dreht sich im Fiebertraum der Gedanke im Kreis. Der Rest ist Schlaf.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Selbsterz&#228;hlungen</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2008/11/selbsterzaehlungen/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 06:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird wieder Winter. Winter war es, als der Nachmittag im Café zu Bier am Abend wurde. Wie die Jahre zuvor gab der Abend dem Abschied mit meinem Versprechen die Hand, sich zu melden, bald. Bald wurde zu einem Jahr. Wie die Jahre zuvor. In die Jahre gekommen sind die Versprechen. In die Jahre kommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird wieder Winter. Winter war es, als der Nachmittag im Café zu Bier am Abend wurde. Wie die Jahre zuvor gab der Abend dem Abschied mit meinem Versprechen die Hand, sich zu melden, bald. Bald wurde zu einem Jahr. Wie die Jahre zuvor. In die Jahre gekommen sind die Versprechen. In die Jahre kommen wir. Bis zu den Tagen, die wir dem Jubil&#228;umsglauben verdanken. Bis zu den Tagen, die irgendwie gro&#223; sein m&#252;ssen; die Bedeutung haben m&#252;ssen, weil sie doch gro&#223; sind. Und so erz&#228;hlt man seine Geschichte wie jeden Tag neu. Stets als Legitimation des eigenen Tuns und Lebens &#8212; nicht nur vor den anderen: auch sich selbst die Sicherheit zu geben, die Zeit sinnvoll zu verleben. Narration des Selbst als Technik der Selbstpositionierung, die den anderen und einem selbst Orientierung und wohl auch Bewertung erm&#246;glicht. Die Rahmenerz&#228;hlung steht indes schon geschrieben, bevor wir &#252;berhaupt in die Zeit kommen, unsere Geschichte am gro&#223;en Tag zu erz&#228;hlen. (Weil er doch gro&#223; ist, muss er eine besondere Bedeutung haben.) Die Legitimation der verlebten Zeit findet sich nur vor den Erwartungen der anderen, der allgemeinen Erwartung, was man in 10958 Tagen im Normfall so alles getan hat.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Alltag &#228;ndert sich, wenn er das im Kleinen tut.</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2008/04/alltag-aendert-sich-wenn-er-das-im-kleinen-tut/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 07:17:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>
		<category><![CDATA[alltagsroman]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Ger&#228;t ist verschwunden, benutzt nicht mehr seine Steckdose sondern eine andere. Eine Steckdose, die fast f&#252;nf Jahre lang nicht benutzt wurde, ger&#228;telos geblieben war. Sie lebt noch. Das beruhigt. Aber morgens, wenn die verschlafenen Augen die Uhrzeit suchen, ist das Ger&#228;t verschwunden. Das macht Unruhe. Nur kurz zwar, aber immerhin. Dann dreht sich der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Ger&#228;t ist verschwunden, benutzt nicht mehr seine Steckdose sondern eine andere. Eine Steckdose, die fast f&#252;nf Jahre lang nicht benutzt wurde, ger&#228;telos geblieben war. Sie lebt noch. Das beruhigt. Aber morgens, wenn die verschlafenen Augen die Uhrzeit suchen, ist das Ger&#228;t verschwunden. Das macht Unruhe. Nur kurz zwar, aber immerhin. Dann dreht sich der Schlafende, oder vielmehr: nicht mehr Schlafende auf die andere Seite, nicht um nochmal zu schlafen, einfach nur, um die Uhrzeit sehen zu k&#246;nnen, die jetzt auf der anderen Seite des Betts steht. Weil es noch zu fr&#252;h ist und es tats&#228;chlich ein oder mehrere V&#246;gel waren, die ihn geweckt haben, dreht er sich auf die andere Seite. Diesmal, um nochmal zu schlafen. Wenn dann der wieder Erwachende mit verschlafenen Augen die Uhrzeit sucht, ist sie verschwunden. Das macht Unruhe. Und, ja, auch diesmal nur kurz, aber immerhin schon zum zweiten Mal. Also dreht sich der nicht mehr Schlafende auf die andere Seite, weil er sich jetzt auch daran erinnert, dass die Uhrzeit auf der anderen Seite steht. Und w&#228;hrend er sich auf die andere Seite dreht und sich &#252;berlegt, ob er nicht doch noch ein bisschen schlafen sollte oder auch nur k&#246;nnte, da platzt ihm die Sonne samt Vogelgeplauder ins Gesicht. Und so bleibt er nach halber Drehung auf dem R&#252;cken liegen, guckt in den Himmel und ist wach und bleibt das auch. Einfach so, ohne auf die Uhrzeit zu blicken.</p>
<p>Vier, f&#252;nf, vielleicht auch sechs Minuten sp&#228;ter dreht er sich wieder auf die Seite, will dort nach der Uhrzeit sehen. Und lacht diesmal. Nicht laut. Aber ein Lachen ist es trotzdem. Und denkt: Alltag &#228;ndert sich, wenn er das im Kleinen tut. </p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Kabarett am U-Bahnsteig</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Feb 2007 20:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>
		<category><![CDATA[berufsverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[kabarett]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Bahnsteig ist voll im Berufsverkehr. Nur ein Kreis in der Mitte des Bahnsteigs ist leer. Zehn Meter vielleicht, der Radius des Kreises, in dessen Mitte ein Mann sitzt, mit einem Bein und einer Prothese. Ein Alurohr, vielleicht vier Zentimeter im Durchmesser, st&#252;tzt seinen Oberschenkel, wenn er steht. Jetzt sitzt er auf der Bank mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bahnsteig ist voll im Berufsverkehr. Nur ein Kreis in der Mitte des Bahnsteigs ist leer. Zehn Meter vielleicht, der Radius des Kreises, in dessen Mitte ein Mann sitzt, mit einem Bein und einer Prothese. Ein Alurohr, vielleicht vier Zentimeter im Durchmesser, st&#252;tzt seinen Oberschenkel, wenn er steht. Jetzt sitzt er auf der Bank mit einer Weinflasche in der linken Hand. Rotwein mit Drehverschluss, um das Klischee zu erf&#252;llen. Die Menschen halten Abstand – auch, um nicht antworten zu m&#252;ssen, auf den Vortrag des Mannes mit der Prothese und der Weinflasche in der Hand. Locken hat er, blonde Locken auf hoher Stirn. Drei&#223;ig ist er, vielleicht auch vierzig.</p>
<p>»Kennen Sie den Fuchspanzer? Nein? Na gut, es kann nicht jeder bei der Bundeswehr gewesen sein. Und ich kann es auch niemandem verdenken, bei all&#8217; dem, was ich der Bundeswehr zu verdanken habe.«<br />
Mit klaren Worten, deutlich, &#252;berdeutlich artikulierten Buchstaben redet er und hebt sein Bein, seinen Oberschenkel, an dem die Prothese h&#228;ngt.</p>
<p>»Nicht jeder kann einen Bonker haben, nicht jeder sitzt unter drei Metern Stahlbeton in der Mitte Berlins. &#8212; Ja, ich kann doch auch nichts daf&#252;r, dass Deutschland keinen Flugzeugtr&#228;ger hat. &#8212; Aber Blaus&#228;ure habe ich nicht und brauche ich nicht. Das hat sich ge&#228;ndert, bei der Bundeswehr. Ich will mich nicht umbringen.« &#8212; Und hebt sein Bein und trinkt aus der Flasche und nimmt sich eine Zigarette, die ihm von jemandem hingehalten wird. »Das ist goldig« sagt er zu dem Zigarettenspender.</p>
<p>»Sie waren nicht bei der Bundeswehr, sie haben verweigert, Zivildienst gemacht, ich wei&#223;, da lernt man das mit den Zigaretten, zumindest wird man so erzogen. &#8212; Wenn ich der F&#252;hrer w&#228;r&#8217;, ich w&#228;r&#8217; keine Nazisau, aber so &#8216;nen Bonker, so drei Meter Stahlbeton, das w&#228;re was.« Und hebt das Alurohr, vier Zentimeter vielleicht im Durchmesser, das seinen linken Oberschenkel st&#252;tzt, wenn er steht, doch er sitzt, mit der Flasche Rotwein in der linken Hand, und dem Schraubverschluss.</p>
<p>»Sie wollen mir nicht zuh&#246;ren, aber sie m&#252;ssen.« Er lacht, blickt zur Anzeigetafel »zwei Minuten noch, dann kommt die U-Bahn. Zwei Minuten, in denen ich Ihnen erkl&#228;ren k&#246;nnte, warum Deutschland keinen Flugzeugtr&#228;ger hat, oder warum Stahlbeton so gut ist und warum der F&#252;hrer eine Nazisau war oder was der Fuchspanzer ist und was ich der Bundeswehr zu verdanken habe.« Er hebt die Flasche, prostet in Richtung Gleis, blickt sich um und sieht die U-Bahn kommen.<br />
»Sie ist zu fr&#252;h, sie k&#246;nnen einsteigen und m&#252;ssen nicht mehr h&#246;ren, warum &#8230;« Die U-Bahn steht, &#246;ffnet die T&#252;ren, die Leute bewegen sich und seine Stimme geht im allgemeinen Gemurmel und Rascheln unter. Die T&#252;ren schlie&#223;en sich, die U-Bahn f&#228;hrt los und der Bahnsteig ist leer &#8212; auch im Berufsverkehr. Nur ein Mann sitzt noch dort, mit einer Weinflasche, mit Drehverschluss.</p>
<p>Die Leute haben den Bahnsteig verlassen, m&#252;ssen keinen Abstand wie im Theater mehr halten. Wie im Theater f&#252;hlt sich der Zuschauer auf der B&#252;hne nicht wohl. Der Berufsverkehr gab ihm eine B&#252;hne. Jetzt sitzt er f&#252;r ein paar Minuten alleine, dann werden sie sich wieder sammeln, wieder Abstand halten, so tun, als ob sie ihn nicht h&#246;rten und dabei auf jede Silbe lauschen. Vielleicht gibt es wieder jemandem, der ihm eine Zigarette gibt und wenn der Pendelnde des Berufsverkehrs zu Hause ist, dann wird er sich vielleicht daran erinnert haben, an den Bonker, die drei Meter Stahlbeton und die Blaus&#228;ure und <a href="http://de.sevenload.com/videos/viiU089-XZMs/Adolf-30-4-1945-im-Bunker">kurz ins Netz gucken, einen kurzen Film sehen</a>, an den Bahnsteig denken, vielleicht sich fragen: War es Kabarett? Nein, das w&#228;re zynisch &#8230; wobei doch der Mann mit der Flasche, der war zynisch, auf seiner B&#252;hne, am U-Bahnsteig.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nachtfahrt &#8211; Fiktion</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/01/nachtfahrt-fiktion/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Jan 2007 10:19:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>
		<category><![CDATA[nachtfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[taxi]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir fahren siebzig, den Altstadtring entlang, zur Isar, unter den Stra&#223;enlaternen, die beleuchtete Kirche vor uns liegend. Er sitzt vorne, ist &#252;ber sechzig, hat mich nur beim Einsteigen kurz angesehen und f&#228;hrt jetzt, mit dem Blick auf der Stra&#223;e und den Gedanken irgendwo auf der Innenseite. Wie ich. Wir, er und ich, in einem neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir fahren siebzig, den Altstadtring entlang, zur Isar, unter den Stra&#223;enlaternen, die beleuchtete Kirche vor uns liegend. Er sitzt vorne, ist &#252;ber sechzig, hat mich nur beim Einsteigen kurz angesehen und f&#228;hrt jetzt, mit dem Blick auf der Stra&#223;e und den Gedanken irgendwo auf der Innenseite. Wie ich. Wir, er und ich, in einem neuen Benz. Er f&#228;hrt ihn wie einen alten. Langsam in der Beschleunigung, hoch in der Endgeschwindigkeit gleiten wir &#252;ber die Stra&#223;en, ihre Schwellen, unter den Stra&#223;enlaternen und den Ampeln der Kreuzungen hindurch. Nachtfahrt. Im Regen an der Isar entlang. Die k&#252;hle Fensterscheibe auf der Stirn. Ich bin betrunken, ein bisschen und will nicht nach Hause. »K&#246;nnen wir nochmal um den Altstadtring fahren?« Er nickt und biegt rechts ab, zum Goetheplatz.</p>
<p>Ein sch&#246;ner Abend. Ein sehr sch&#246;ner sogar. Sie ist sch&#246;n, vielleicht deswegen. Warum sollte er sonst sch&#246;n gewesen sein? Bier. Dann haben wir gegessen. Dann wieder Bier. Sie wollte einen Joint rauchen, ich nicht und wir haben einen Joint geraucht. Sie wollte tanzen gehen, ich nicht und wir sind tanzen gegangen. Sie wollte in die Registratur, ich nicht, ja, wir sind registrieren gegangen. Zwei Taxifahrten, sieben Bier und drei Joints sp&#228;ter bin ich wieder im Taxi, wieder unterwegs, jetzt ohne sie. Sie wollte nach Hause, ich nicht. Sie ist gegangen, ich bin geblieben, habe noch ein Bier getrunken und mich erst dann in ein Taxi gesetzt. Der Geldbeutel war voll, jetzt ist er leer. Ich bin voll und f&#252;hle mich leer. Wir haben ein j&#228;mmerliches Bild abgegeben. Wie zwei Verliebte standen wir, ich mit dem R&#252;cken zur Wand, sie vor mir, ein bisschen zu nahe. So standen wir, sahen uns an, prosteten uns zu, l&#228;chelten und manchmal lachten wir auch. Nur gesagt haben wir nichts. Klar, die Musik war eh zu laut. Stille. So ist das, wenn man sich nichts zu sagen hat, obwohl man sich ein Jahr lang nicht gesehen hat. Ein Verlegenheitsbier nach dem anderen. Und noch eins. Ein Falsches. Immerhin haben wir zusammen gelacht. Auch ohne Grund. Nach au&#223;en macht das keinen Unterschied. Ob gute Unterhaltung oder peinliches Verlegenheitslachen sieht aus der Entfernung gleich aus. Also haben wir gelacht und uns gut dabei gef&#252;hlt. Sie ist sch&#246;n, wenn sie lacht. Ich nicht. Ich kann ein Lachen nicht vort&#228;uschen, sonst w&#228;re ich Schauspieler geworden, wie sie.</p>
<p>H&#228;tte ich ein Mobiltelefon, dann w&#252;rde es jetzt blinken oder in meiner Hose vibrieren. Sie h&#228;tte geschrieben: »Gute Nacht &#038; Sch&#246;ne Tr&#228;ume.« So sitzt sie zu Hause und denkt sich vielleicht: »Was f&#252;r ein Schei&#223;abend« und geht schlafen.</p>
<p>Der Mann von vorne: »Wir sind jetzt da. Ich bin dann doch nicht mehr um den Altstadtring gefahren. Sie sind eingeschlafen. &#8211; Das macht dann zw&#246;lf siebzig.«<br />
Jetzt ist der Geldbeutel leer, das Konto auch und es ist noch nichtmal Mitte des Monats.<br />
»Noch eine gute Nacht Ihnen.«<br />
»Danke, Ihnen auch und erholen sie sich gut.«<br />
Ich bin also fertig, steige aus, klopfe nochmal kurz aufs Dach, wie das Soldaten bei Panzern tun und gehe zur Haust&#252;r. Es regnet immer noch, der nasse Handr&#252;cken will nicht in die Hosentasche, dann habe ich den Schl&#252;ssel doch in der Hand und &#246;ffne die T&#252;re, stiefel die Treppe nach oben und &#246;ffne die Wohnungst&#252;re, schlie&#223;e sie, gehe drei Schritte geradeaus, dann links, ins Bad, &#246;ffne den G&#252;rtel, die Hosenkn&#246;pfe, ziehe die Hose nach unten, setzte mich auf die Klobrille, lasse den Schwanz in die Sch&#252;ssel baumeln und schlafe ein.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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