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	<title>Hinterwelt.net &#187; Angedacht</title>
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	<description>Perspektivwechsel: ein Alltagsroman</description>
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		<title>Was&#8217;n Spruch</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 22:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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		<description><![CDATA[Drei Menschen, drei Alltagswelten: Eine ist zu Hause. Einer k&#228;mpft mit sich selbst. Der dritte k&#228;mpft mit Gott. Wahrnehmen tut man nur einen von dreien. &#220;ber die anderen sch&#252;ttelt man den Kopf. Der, den man wahrnimmt, ist man selbst. © christian for Hinterwelt.net, 2009. &#124; Permalink &#124; Comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Alltag, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Menschen, drei Alltagswelten:<br />
Eine ist zu Hause. Einer k&#228;mpft mit sich selbst. Der dritte k&#228;mpft mit Gott.</p>
<p>Wahrnehmen tut man nur einen von dreien.<br />
&#220;ber die anderen sch&#252;ttelt man den Kopf.</p>
<p>Der, den man wahrnimmt, ist man selbst.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dissoziative Erinnerung</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2009/09/dissoziative-erinnerung/</link>
		<comments>http://hinterwelt.net/2009/09/dissoziative-erinnerung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 22:58:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Zweisamkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Sitzt er und schreibt. Nicht ungew&#246;hnlich, Montags, abends. Gedanken der letzten Wochen weiter ordnen. Gedanken in Textform bringen beginnt mit den F&#228;den, die in Erinnerung liegen. Seien sie auf der Finnischen Seenplatte, im Rausch Chanias oder im Fahrtwind vor Dietramszell. T&#228;glich gr&#252;&#223;t das Geflecht eigener Erinnerung. Die anst&#246;&#223;ige Assoziation ist selten bewusst. T&#228;glich formt der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sitzt er und schreibt. Nicht ungew&#246;hnlich, Montags, abends. Gedanken der letzten Wochen weiter ordnen. Gedanken in Textform bringen beginnt mit den F&#228;den, die in Erinnerung liegen. Seien sie auf der Finnischen Seenplatte, im Rausch Chanias oder im Fahrtwind vor Dietramszell. T&#228;glich gr&#252;&#223;t das Geflecht eigener Erinnerung. Die anst&#246;&#223;ige Assoziation ist selten bewusst. T&#228;glich formt der Gedanke die Erinnerung, nimmt F&#228;den auf; andere l&#228;sst er fallen. Manche bleiben bestehen; andere versinken bestenfalls im B&#252;cherregal, dem Archiv vergangener Leidenschaften. Was bleibt, sind die Erinnerungen, an denen die Gedanken arbeiten. Sie ver&#228;ndern sich solange die Gedanken an ihnen arbeiten. H&#246;rt der Gedanke auf, sind sie verschwunden. – Was bleibt: Erinnerung, die nicht das ist, woran sie erinnert und doch vorgibt, genau das zu sein.</p>
<p>Man k&#246;nnte behaupten, es mache keinen Sinn, &#252;ber Erinnerung zu streiten. Vor allem nicht, wenn es um erinnerte Zweisamkeit geht.<br />
Solange der Reflex des Nachtretens da ist, tut man es trotzdem.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zielgruppe statt Ziel</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2009/07/zielgruppe-statt-ziel/</link>
		<comments>http://hinterwelt.net/2009/07/zielgruppe-statt-ziel/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 13:04:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Medien werden gerne als ›Creativbranche‹ gesehen. Ein Grund daf&#252;r liegt darin, dass sie mit Musikern und Schriftstellern eine Gemeinsamkeit haben: Auch die Medienberufe haben damit zu k&#228;mpfen, dass sich die Frage ge&#228;ndert hat, die sie sich anfangs gestellt hat. Aus: »Was will ich eigentlich machen? Was gef&#228;llt mir?« Wurde die Frage: »Was wollen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medien werden gerne als ›Creativbranche‹ gesehen. Ein Grund daf&#252;r liegt darin, dass sie mit Musikern und Schriftstellern eine Gemeinsamkeit haben: Auch die Medienberufe haben damit zu k&#228;mpfen, dass sich die Frage ge&#228;ndert hat, die sie sich anfangs gestellt hat. Aus: »Was will ich eigentlich machen? Was gef&#228;llt mir?« Wurde die Frage: »Was wollen die Leute eigentlich?« Der Ma&#223;stab der Herausforderung ist nicht mehr, wie anfangs, das sich selbst gesetzte Ziel – und sei es eine Suche. Stattdessen wird das »Gefallen finden« zum Ma&#223;stab, der &#252;ber anerkannte Kompetenz entscheidet.</p>
<p>Wenn das erste Album einer Band das beste, zumindest das originellste war, liegt das (auch) daran, dass sich die eingangs gestellte Frage &#252;ber die Jahre ver&#228;ndert hat. Bei den einen mehr, den anderen weniger. Der gelesen bekannte, der normale Alltag im Musikgesch&#228;ft, der sich eben auch auf die Inhalte auswirkt.</p>
<p>Skeptiker sagen, dass es in den Medien schon lange nicht mehr um Inhalte geht. Dass sich die Inhalte dadurch drastisch ver&#228;ndert haben, sagen sie auch.</p>
<p>Wenn man an einem Medienkongress Teil hat; erlebt, wie um das finanzielle &#220;berleben gek&#228;mpft wird, w&#228;hrend die Heilsbringer das Geld verdienen, das ja eigentlich knapp ist; wenn man sieht, wie die Teilhabe am Internet als Innovation und junges Publikum als Zeichen des »noch im Trend Seins« wahrgenommen wird,<sup>[<a href="#footnote-1-334" id="footnote-link-1-334" title="Die Fußnote lesen.">1</a>]</sup> wenn ich das erlebe, frage ich mich, ob die Skeptiker Recht haben? Und ich frage mich, ob das einer der Gr&#252;nde ist, weshalb das Internet so erfolgreich ist.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-334">Kein Zufall ist es, dass der doch auszubildende Nachwuchs, der einfach nicht mehr so zahlreich kommt, wie noch vor zehn Jahren, dass dieses Ausbleiben f&#252;r Unruhe sorgt, dass es nicht als gutes Zeichen erscheint.  [<a href="#footnote-link-1-334">zurück</a>]</li></ol><hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Heute wieder Souver&#228;n</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2009/06/heute-wieder-souveraen/</link>
		<comments>http://hinterwelt.net/2009/06/heute-wieder-souveraen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 10:43:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Souveränität]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Affirmation der Parlamentsmehrheit ist Affirmation der Reaktion ist Ablehnung der Gegenwart. Reaktion durch Papier und Stift. © christian for Hinterwelt.net, 2009. &#124; Permalink &#124; Comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Demokratie, Souver&#228;nit&#228;t, Wahlen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Affirmation der Parlamentsmehrheit ist<br />
Affirmation der Reaktion ist<br />
Ablehnung der Gegenwart.<br />
Reaktion durch Papier und Stift. </p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stille</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2009/04/stille/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 20:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Sprachgewalt. Posaunensto&#223;. Ma&#223;st&#228;be wechseln. Krisis durchschreiten, f&#252;r den Augenblick, in den sie f&#228;llt, den sie zertr&#252;mmert und schweigen macht. Selbst gro&#223; wird, f&#252;r den Augenblick. Brachial kommt sie. Zerst&#228;ubt wird sie vertrieben, mit der zentrierenden Geduld des Weiter so, das sich eingeschlichen hat, Gewohnheit ist. Der Wunsch, ein einziges mal Ja zu sagen, einmal Ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sprachgewalt. Posaunensto&#223;. Ma&#223;st&#228;be wechseln. Krisis durchschreiten, f&#252;r den Augenblick, in den sie f&#228;llt, den sie zertr&#252;mmert und schweigen macht. Selbst gro&#223; wird, f&#252;r den Augenblick. Brachial kommt sie. Zerst&#228;ubt wird sie vertrieben, mit der zentrierenden Geduld des Weiter so, das sich eingeschlichen hat, Gewohnheit ist.</p>
<p>Der Wunsch, ein einziges mal Ja zu sagen, einmal Ja zu meinen, zu denken, tats&#228;chlich Ja zu f&#252;hlen, diese Sehnsucht nach Affirmation, nach Geborgenheit in der unbeugsamen Welt, hat den Alltag bestimmt und ist schlie&#223;lich in Erf&#252;llung gegangen. Freilich nur um den Preis stetiger Neuunterwerfung. Die Affirmation gibt es nur um den Preis des fortw&#228;hrenden Kampfes mit sich selbst, seinen eigenen Gewohnheiten nicht nur im Tun &#8212; auch im Denken.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2009. |
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<br/>
Post tags: <br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zynismus im Umgang mit Piraten</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2008/11/zynismus-im-umgang-mit-piraten/</link>
		<comments>http://hinterwelt.net/2008/11/zynismus-im-umgang-mit-piraten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 15:21:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[somalia]]></category>
		<category><![CDATA[weltpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie beginnt und was bringt das 21. Jahrhundert? Die Frage steht im Raum &#8211; nicht erst seit dem Zusammenbruch eines ganzen Zweiges der Finanzindustrie. Die Frage steht im Raum seit sich um 1990 das Blocksystem in einer Hegemonie der sog. westlich gepr&#228;gten Welt aufl&#246;ste. Die eigenen Interessen oder Menschenrechte oder auch einfach nur der Weltfrieden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie beginnt und was bringt das 21. Jahrhundert? Die Frage steht im Raum &#8211; nicht erst seit dem Zusammenbruch eines ganzen Zweiges der Finanzindustrie. Die Frage steht im Raum seit sich um 1990 das Blocksystem in einer Hegemonie der sog. westlich gepr&#228;gten Welt aufl&#246;ste. Die eigenen Interessen oder Menschenrechte oder auch einfach nur der Weltfrieden wird durchgesetzt, wenn es gerade opportun erscheint. &#220;ber die <a href="http://www.zeit.de/2008/45/Intervention">Fragw&#252;rdigkeit milit&#228;rischer Interventionen</a> schrieb letzte Woche Helmut Schmid in &#252;berraschender Deutlichkeit.</p>
<p>Welchen Zynismus sich das weltpolitische Denken Europas bereits zu eigen gemacht hat, wird anhand der Schiffsentf&#252;hrungen deutlich. Menschen in einem Land, das seit Jahren in B&#252;rgerkrieg versunken und vergessen ist, das nach den Empfehlungen des Ausw&#228;rtigen Amtes einfach nicht zu bereisen ist, in das Kriegsberichterstatter keinen Fu&#223; setzen, weil es dort noch nicht einmal eine Nachricht zu holen gibt. Was verdr&#228;ngt wird, meldet sich erfahrungsgem&#228;&#223; wieder ___</p>
<p>Der Fall scheint klar, eine milit&#228;rische Intervention geboten. Und doch ist ein Einschreiten nicht ohne Probleme m&#246;glich. Nicht weil in Europa pl&#246;tzlich jemand Skrupel gegen&#252;ber milit&#228;rischen Interventionen bekommen h&#228;tte. Wenn nicht <em>das</em> &#8212; zumindest <em>ein</em> Problem liegt anders:</p>
<blockquote><p> under European human rights law, captured pirates cannot be turned over to states, including Somalia, where they might be tortured or face the death penalty. (<a href="http://www.economist.com/blogs/certainideasofeurope/2008/11/cracking_down_on_pirates.cfm">economist</a>)</p></blockquote>
<p>Ist dieser Zynismus europ&#228;ischer Weltpolitik noch zu &#252;berbieten?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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<br/>
Post tags: <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/europa/" rel="tag">europa</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/piraten/" rel="tag">piraten</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/politik/" rel="tag">Politik</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/somalia/" rel="tag">somalia</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/weltpolitik/" rel="tag">weltpolitik</a><br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#220;bergriffigkeit als Parteimerkmal</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2008/09/uebergriffigkeit-als-parteimerkmal/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Sep 2008 08:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[csu]]></category>
		<category><![CDATA[diskussionskultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird gepr&#252;gelt, gestochen, gehauen. Niederlagen gro&#223; und klein geredet. Eigene Sympathien entstehen, vergehen. Aber immerhin: Es wird diskutiert. Codes werden bedient, Signalw&#246;rter gesendet. Bissig, scharf, eloquent. – Wissend, besorgt oder siegesbewusst. Nicht immer fair, aber immer im Rahmen, immer verbal. Abgesehen vom Kochschen Schuh und der hin und wieder aufs Podium klatschenden Hand, ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird gepr&#252;gelt, gestochen, gehauen. Niederlagen gro&#223; und klein geredet. Eigene Sympathien entstehen, vergehen. Aber immerhin: Es wird diskutiert. Codes werden bedient, Signalw&#246;rter gesendet. Bissig, scharf, eloquent. – Wissend, besorgt oder siegesbewusst. Nicht immer fair, aber immer im Rahmen, immer verbal. Abgesehen vom Kochschen Schuh und der hin und wieder aufs Podium klatschenden Hand, ja Faust vielleicht, bleibt dieser Streit k&#246;rperlos. Die Haltung, der Eindruck, die K&#246;rpersprache sind von Bedeutung – aber auch da ist es die <em>Sprache</em> des K&#246;rpers und nicht sein Potential zur Gewalt. Diskussionskultur im Fernsehen.</p>
<p>Bis zum &#220;bergriff, den es dann doch und meist unbemerkt gibt. &#220;bergriff auf das Gegen&#252;ber, nur von Mann zu Mann gepflegt. Und immer sind es die M&#228;nner einer Partei, die &#252;bergriffig werden. &#220;bergriffigkeit als Parteikultur? Ob Strau&#223;, Stoiber, S&#246;der oder gestern Abend Wilfried Scharnagl. Sie alle haben den Griff mit der breiten Hand auf den Unterarm des Anderen als Teil der eigenen Diskussionskultur: Markenzeichen der CSU? Was sagt diese Geste, die den Rahmen der Geste verl&#228;sst und den Anderen angreift? Nicht mehr verbal, sondern haarscharf an der Grenze zum nicht tolerierten physischen &#220;bergriff. Ist es der Vater, der seinen Sohn angreift? Paternalismus als Geste zum Ausdruck gebracht? Ist das Angreifen des Anderen, das Eindringen in seinen Raum, ist das Grapschen geschult oder vorparteiliches Charaktermerkmal?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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Post tags: <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/csu/" rel="tag">csu</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/diskussionskultur/" rel="tag">diskussionskultur</a><br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Exposé mal grafisch</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Sep 2008 06:43:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[exposee]]></category>
		<category><![CDATA[Typographie]]></category>

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		<description><![CDATA[© christian for Hinterwelt.net, 2008. &#124; Permalink &#124; Comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: exposee, Typographie]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2008/09/exposee_bw.png" alt="Wortwolke: Exposee" title="Exposee mal grafisch" width="460" onmouseover="this.src='http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2008/09/exposee_c.png';" onmouseout="this.src='http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2008/09/exposee_bw.png';"/></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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Post tags: <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/exposee/" rel="tag">exposee</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/typographie/" rel="tag">Typographie</a><br/>
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		<title>Mal wieder: Qualit&#228;tsjournalismus</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 10:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Und dann bin ich mir nicht sicher, wie weit man bei der ARD sogar ganz froh ist, dass es die BILD gibt. Schlie&#223;lich muss man sich ja irgendwie von dem da drau&#223;en abheben k&#246;nnen, um sich selbst Bedeutung zuschreiben zu k&#246;nnen. Und nat&#252;rlich freut man sich, dass BILDblog die BILD kontrolliert, tagt&#228;glich zeigt, wie schlecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und dann bin ich mir nicht sicher, wie weit man bei der ARD sogar ganz froh ist, dass es die BILD gibt. Schlie&#223;lich muss man sich ja irgendwie von dem da drau&#223;en abheben k&#246;nnen, um sich selbst Bedeutung zuschreiben zu k&#246;nnen. Und nat&#252;rlich <a href="http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/261544.phtml">freut man sich</a>, dass BILDblog die BILD kontrolliert, tagt&#228;glich zeigt, wie schlecht dieser Journalismus im Vergleich zur eigenen, gehaltvollen Weisheit ist.</p>
<p>Wahrscheinlich ist es erst vor dem Hintergrund dieser verschobenen Selbstwahrnehmung so bitter, wenn sich auch die &#214;R der &#228;tzenden Meinungsmache hingeben. Vor &#252;ber einem Jahr gab es da den <a href="http://hinterwelt.net/2007/02/gestern-pressefreiheit-vor-einer-woche-selbstverstuemmelung-qualitaet-im-deutschen-journalismus/">Fall Panorama (Stichwort: Killerspiele)</a>. Panorama: Eine Sendung, die ihrem Namen gerecht eher den Weit-, als den Tiefblick hat und trotzdem als investigativ gelten will.</p>
<p>Und jetzt <a href="http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2008/00481/">gibt sich der report M&#252;nchen die Bl&#246;&#223;e</a> in einer Sendung, die gegen den Datenschutz wettert. Gleich welche Meinung man vertritt, Falschinformation bleibt eben Falschinformation &#8230; und ich bin immer wieder froh, dass es <a href="http://netzpolitik.org/2008/report-muenchen-mit-falschinformationen-gegen-datenschutz/">Leute gibt, die sich die M&#252;he machen, zu recherchieren</a>. </p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Hundstage im Fussballwunder</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2008/06/hundstage-im-fussballwunder/</link>
		<comments>http://hinterwelt.net/2008/06/hundstage-im-fussballwunder/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 09:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Hundstage vielleicht. Unterschied macht es keinen, ob es drei&#223;ig oder vierzig Grad in der Sonne sind. Allein der Umstand gen&#252;gt, dass es hei&#223; ist, dass die Hitze das Licht den Verstand tr&#252;bt. Gereizt das Gem&#252;t, kann man auch sagen. Hundstage eben. (Lose F&#228;den, die der Alltag spinnt und die Erz&#228;hlung dann zu Bettsocken strickt.) Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hundstage vielleicht. Unterschied macht es keinen, ob es drei&#223;ig oder vierzig Grad in der Sonne sind. Allein der Umstand gen&#252;gt, dass es hei&#223; ist, dass die Hitze das Licht den Verstand tr&#252;bt. Gereizt das Gem&#252;t, kann man auch sagen. Hundstage eben. (Lose F&#228;den, die der Alltag spinnt und die Erz&#228;hlung dann zu Bettsocken strickt.)<br />
Und in diese Hundstage tritt dann ein Abend, der mit Pizza und Bier beginnt und vor dem Hintergrundrauschen der Fahnen endet, die uns zum wiederholten Male erz&#228;hlen, dass wir wieder wer sind. Die Erz&#228;hlung des missverstandenen Phoenix, der aus den Tr&#252;mmern entspringt. Fu&#223;ballwunder sagen, Wiederaufbau denken. Die Kontinuit&#228;t, die Ankn&#252;pfung, die das ›Wieder‹ ist, verschweigen – im Wiederaufbau, wie im ›wieder wer sein‹. Still den Neuanfang verkaufen. Borcherts Bilder als Triumph des Menschlichen &#252;ber das, was irgendwie Un- ist preisen. Fu&#223;ballsommer 2008 als Wiederholung des Fu&#223;ballwunders 2006. Wir sind wieder wer. Wiederholung als Mittel der Kom&#246;die. Wenn es doch nur so wie damals w&#228;r‘. – Unfl&#228;tig, die Aneinanderreihung von S&#228;tzen, so ganz zwanglos ohne Hintergedanken, von ganz alleine im Stricken der F&#228;den entstanden.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2008. |
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		<title>Ausstellungsst&#252;ck #2 &#8211; Garten</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/05/ausstellungsstueck-2-der-garten/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2007 18:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[garten]]></category>
		<category><![CDATA[radio]]></category>

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		<description><![CDATA[Letztens wurde ich gebeten einen Beitrag f&#252;r eine Radiosendung zu dem Thema &#8220;Garten&#8221; zu machen. Es mag viel &#252;ber G&#228;rten zu erz&#228;hlen geben, es mag viele Experten und irgendwie anders geeignete O-Tongeber geben. Wenn man aber weder in einer radiophonen Ausf&#252;hrung von &#8220;Sch&#246;ner Garten&#8221; landen m&#246;chte, noch aufgeschwurbelt feuilletonistisch festlegen m&#246;chte, welche Bedeutung der Garten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens wurde ich gebeten einen Beitrag f&#252;r eine Radiosendung zu dem Thema &#8220;Garten&#8221; zu machen. Es mag viel &#252;ber G&#228;rten zu erz&#228;hlen geben, es mag viele Experten und irgendwie anders geeignete O-Tongeber geben. Wenn man aber weder in einer radiophonen Ausf&#252;hrung von &#8220;Sch&#246;ner Garten&#8221; landen m&#246;chte, noch aufgeschwurbelt feuilletonistisch festlegen m&#246;chte, welche Bedeutung der Garten hat, dann bleibt nicht mehr viel &#252;brig, dachte ich mir; &#8212; und dass ich zum Garten eigentlich nichts zu sagen habe. Heraus kam dieser Beitrag zum Garten. &#8212; Ausstellungsst&#252;ck #2.</p>
<p><a href="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/05/garten.mp3">Audio-Datei herunterladen (garten.mp3)</a></p>
<p>Direkter <a href="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/05/garten.mp3">Download der *.mp3</a></p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Perspektivwechsel #2 – Information als Ware</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/05/perspektivwechsel-2-information-als-ware/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2007 16:41:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[habermas]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[perspektivwechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[J&#252;rgen Habermas meldet sich in der S&#252;ddeutschen zu Wort und beklagt die gegenw&#228;rtige und vor allem zu erwartende zuk&#252;nftige Qualit&#228;t der freien Presse. Marius Meller vom Tagesspiegel sch&#228;tzt Habermas, bef&#252;rchtet aber, dass in seiner Philosophie und wohl vor allem seinem Artikel f&#252;r die S&#252;ddeutsche »ein totalit&#228;rer Kern schlummert.« Soweit habe ich das bei den Bissigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>J&#252;rgen Habermas meldet sich <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/455/114341/">in der S&#252;ddeutschen zu Wort</a> und beklagt die gegenw&#228;rtige und vor allem zu erwartende zuk&#252;nftige Qualit&#228;t der freien Presse.</p>
<p><img class="alignright" src="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/05/freie_presse.png" alt="Freie Presse" /></p>
<p><a href="http://www.tagesspiegel.de/fidion/hermes/default/art752,1288247">Marius Meller vom Tagesspiegel sch&#228;tzt Habermas</a>, bef&#252;rchtet aber, dass in seiner Philosophie und wohl vor allem seinem Artikel f&#252;r die S&#252;ddeutsche »ein totalit&#228;rer Kern schlummert.«</p>
<p>Soweit habe ich das bei den <a href="http://www.bissige-liberale.com/2007/05/18/habermas-mit-totalitaeren-tendenzen/">Bissigen Liberalen gefunden</a> und dort wird auch diskutiert, von welchen Seiten »die freie, qualitativ hochwertige Presse« bedroht ist.</p>
<p>Nun bin ich aber ein Freund von Perspektivwechseln. Und ich denke in diesem Fall macht es Sinn, das von Habermas ja wirklich nicht zuerst diagnostizierte Problem nicht aus der Sicht »von oben«, der Sicht, die die ganze Medienlandschaft auf einmal &#252;berblicken m&#246;chte, zu betrachten, sondern mal kurz zu der kleinsten Gr&#246;&#223;e im Gesch&#228;ft der Presse, der Nachricht und ihrer Entstehung zu wechseln.</p>
<p>Das von Habermas aufgegriffene Problem, vielleicht auch Ph&#228;nomen (?) des Qualit&#228;tverfalls, beruft sich auf einige Allgemeinpl&#228;tze, die zu einem naheliegenden Schluss f&#252;hren:<br />
<span id="more-73"></span></p>
<p><strong>Allgemeinplatz #1</strong>: &#220;ber die Gr&#246;&#223;e des Qualit&#228;tsunterschieds innerhalb einer einzigen Zeitungsausgabe, geschweige denn zwischen verschiedenen Zeitungen kann sich jeder Zeitungsleser jeden Tag aufs Neue &#252;berzeugen.</p>
<p><strong>Allgemeinplatz #2</strong>: Die Qualit&#228;tsunterschiede und evtl. sogar ein Qualit&#228;tsverlust ist verst&#228;rkt zu beobachten, seitdem die Zeitungen in finanzielle Krisen gerieten.</p>
<p><strong>Allgemeinplatz #3</strong>: Der Gedanke einer freien kritischen Presse (wie sie eben auch in Habermas &#8220;Stukturwandel der &#214;ffentlichkeit&#8221; beschrieben wird) vertr&#228;gt sich nur schwer mit der Vorstellung einer m&#246;glichst gro&#223;en Rendite.</p>
<p>Es scheint nahe zu liegen, die Investoren zu verdammen und (in diesem Gedanken wohl folgerichtig) nach seinem einzigen, irgendwie zu benennenden Gegenspieler, also dem Staat zu rufen. Wenn man aber – wie zu Beginn versprochen – die Perspektive zu der einzelnen Nachricht wechselt, ist das Problem nicht die finanzielle und wirtschaftliche Druck, den eine Zeitung aushalten und meistern muss, sondern die finanzielle Abh&#228;ngigkeit des Schreiberlings, der die Nachricht schreibt.</p>
<p><strong>Masse statt Klasse</strong></p>
<p>Das schiere &#220;berangebot an Menschen die in den Medien arbeiten wollen hat &#252;ber die letzten Jahre zu einem Wertverfall dieser Arbeit gef&#252;hrt. Im konkreten Alltag wirkt sich das in der Form aus, dass auf zwei Pauschalisten (Redakteure werden ohnehin nur noch alle Jahre eingestellt) teilweise bis zu tausend (!) »Freie« kommen, die froh sind, wenn sie wieder ein paar Zeilen untergebracht haben. Das sind »Freie«, die weniger frei nicht sein k&#246;nnten. Denn erstens sind sie nicht Freie aus eigener Wahl und vor allem sind sie im h&#246;chsten Ma&#223;e finanziell abh&#228;ngig, von dem was sie schreiben.</p>
<p>W&#228;hrend ein Redakteur (so das nat&#252;rlich verkl&#228;rte Ideal) in Ruhe an seiner Story arbeiten und recherchieren kann und sich nur &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum f&#252;r seine Arbeit rechtfertigt, ist der junge wilde Freie vor allem darauf angewiesen m&#246;glichst bald wieder etwas unterbekommen zu k&#246;nnen. Mehr gedruckte Zeilen, mehr Geld. Wenige gedruckte Zeilen: Nicht nur wenig, sondern zu wenig Geld um zu leben. Man k&#246;nnte auch sagen: Masse statt Klasse f&#252;llt die Kasse.</p>
<p><strong>Was hei&#223;t Qualit&#228;t in einer kritischen &#214;ffentlichkeit?</strong></p>
<p>Letztlich ist aber genau diese finanzielle Unabh&#228;ngigkeit des Schreiberlings, die Freiheit, in seinen existentiellen Bed&#252;rfnissen nicht finanziell abh&#228;ngig zu sein, eine Voraussetzung, die auch f&#252;r Habermas »Strukturwandel der &#214;ffentlichkeit« ganz entscheidend ist.</p>
<p>In einer getr&#228;umten kritischen &#214;ffentlichkeit, w&#228;re die &#214;ffentlichkeit unabh&#228;ngig, &#8211; gedanklich, weil es Meinungsfreiheit gibt und auch finanziell, weil nur so auch eine gewisserma&#223;en physische Unabh&#228;ngigkeit m&#246;glich w&#228;re.</p>
<p>&#220;ber Jahre und vor allem zu der Zeit, als das »Spiel des Lebens« den Journalismus an die Spitze des beruflich Erreichbaren tr&#228;umte, gab die Anstellung als Redakteur eine quasi finanzielle Freiheit. Der Redakteur hatte eine solide Basis, musste sich nicht um seinen Unterhalt, sondern seine Story sorgen. Eine Freiheit, von der im Alltagsgesch&#228;ft der Medien wenig geblieben ist und aller Voraussicht nach noch weniger kommen wird.</p>
<p>Doch um endlich noch einmal auf Habermas zur&#252;ck zu kommen. Die Unvertr&#228;glichkeit der Interessen von Investoren mit einer freien kritischen Presse spiegelt sich in der Unvertr&#228;glichkeit des Wettbewerbsgedankens mit dem Arbeitsmarkt in den Medien. Denn hier belebt der Wettbewerb nur sehr wenig. Der Wunsch von wahrscheinlich Millionen, in die &#214;ffentlichkeit zu treten, &#214;ffentlichkeit zu sein, dieser Wunsch scheitert nur dann und daran, dass mit und in dieser &#214;ffentlichkeit auch der Lebensunterhalt verdient werden soll.</p>
<p>Der allenthalben geh&#246;rte Ratschlag lautet: »Du musst hartn&#228;ckiger sein. Wer wirklich will, der kommt schon in den Medien unter.« und versch&#228;rft somit die Situation noch weiter. Die L&#246;hne sinken, ganz sicher der Dynamik von Angebot und Nachfrage folgend und viele orientieren sich schlie&#223;lich um. Was &#252;brig bleibt ist ein kaputter Preis f&#252;r Journalismus, egal ob guter oder schlechter Qualit&#228;t, begleitet von sagenhaften Floskeln wie: »Als Journalist musst Du eine Wissen haben so weit wie ein Ozean und so tief wie eine Pf&#252;tze.«</p>
<p>Nein, in diesem Fall sind es – denke ich – nur sehr bedingt die Investoren die Kaputtmachen. Es ist vielleicht eher die Dynamik der Branche selbst. Und in einem n&#228;chsten Schritt vielleicht auch die  kostenlosen Angebote im Netz. Vielleicht tragen beispielsweise so manche richtig gute Blogger mehr zum Verfall der Branche bei, als Investoren, mag sein. Aber immerhin sind die meisten Blogger das, was f&#252;r Qualit&#228;t der freien Presse steht: Frei, nicht nur gedanklich sondern auch finanziell.</p>
<p>Bei der Gelegenheit: Habe ich schon erw&#228;hnt, wie gro&#223;artig die Korrespondentenberichte in der NZZ sind? ^^</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Welt im Wandel(nden Chaos)?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2007 11:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[krise]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nat&#252;rlich sch&#246;n zu sehen, wie man in Deutschland das Gl&#252;ck eines Aufschwungs zelebriert, der anscheinend nicht nur die Wirtschaft sondern auch die Gem&#252;ter betrifft. Aber der Blick nach drau&#223;en, in die Welt, zeichnet ein anderes Bild. Dass es nicht mehr ausreichend ist, Au&#223;enpolitik nach einem schwankenden Gleichgewicht zweier um die Vorherrschaft buhlender Pole [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nat&#252;rlich sch&#246;n zu sehen, wie man in Deutschland das Gl&#252;ck eines Aufschwungs zelebriert, der anscheinend nicht nur die Wirtschaft sondern auch die Gem&#252;ter betrifft. Aber der Blick nach drau&#223;en, in die Welt, zeichnet ein anderes Bild.</p>
<p>Dass es nicht mehr ausreichend ist, Au&#223;enpolitik nach einem schwankenden Gleichgewicht zweier um die Vorherrschaft buhlender Pole zu beurteilen, daran hat man sich &#252;ber die Jahre gew&#246;hnt. Man hat sich daran gew&#246;hnt, dass seit dem Zusammenbruch des Ostblocks die Welt der Au&#223;enpolitik und zwischenstaatlichen Beziehungen komplizierter, weniger &#252;ber- und durchschaubarer geworden ist.</p>
<p>Jemand, der noch ein Kind war, als der Ostblock zusammengebrochen ist, hat den Vorteil nichts anderes zu kennen, als dieses komplizierte Geflecht. Und doch frage ich mich dieser Tage, wie viele Krisen, Konflikte und Kriege das Gleichgewicht des gegenw&#228;rtigen Status Quo der internationalen Beziehungen eigentlich verkraftet, wenn ich den Blick &#252;ber die Nachrichtenwelt wandern lasse:</p>
<p>Im <strong>Irak</strong> ist die Lage indes so hoffnungslos, dass sich die USA und der Iran inzwischen gezwungen sehen, miteinander zu sprechen. Ob dabei wirklich ein <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2881156">gemeinsames Irak-Protektorat</a> entsteht, ist zwar nicht gewiss, aber alleine die Tatsache, dass es zu solchen Gespr&#228;chen kommt, w&#228;re noch vor einem Jahr undenkbar gewesen. Ansich mag dieses Gespr&#228;ch ja ein positives Zeichen sein, wenn aber gleichzeitig im <strong>Iran</strong> das Atomprogramm kontinuierlich Fortschritte macht und noch w&#228;hrend &#252;ber den Irak gesprochen werden soll gleichzeitig das Szenario eines Milit&#228;rschlags im Raum steht, dann dr&#228;ngt sich der Verdacht auf, dass es sich bei der Gespr&#228;chsinitiative nur um den Mut der Verzweiflung handeln kann.</p>
<p>Von Frieden in Nahost spricht zur Zeit ohnehin keiner, wenn nicht nur noch Raketen auf <strong>Israel </strong>fliegen, sondern sich die <a href="http://www.nzz.ch/2007/05/16/al/newzzF1RADSMG-12.html">Pal&#228;stinenser in <strong>Gaza </strong>auch noch gegenseitig bekriegen</a> und der <a href="http://www.nzz.ch/2007/05/15/al/newzzF1QEY7ME-12.html">Jordanische K&#246;nig Abdullah Olmert ermahnt</a>.</p>
<p>Der Tornado-Einsatz der Bundeswehr und der Krieg im S&#252;den <strong>Afghanistans</strong> sind zwar fast aus den Schlagzeilen verschwunden, aber eine Besserung der Lage ist auch dort nicht in Sicht.</p>
<p>In <strong>Pakistan </strong>gab es erst gestern wieder <a href="http://www.nzz.ch/2007/05/15/al/newzzF1Q7617S-12.html  ">24 Tote bei einem Selbstmordanschlag</a> und auch die <a href="http://www.economist.com/world/asia/displaystory.cfm?story_id=9177073">politische Stabilit&#228;t</a> scheint gef&#228;hrdet.</p>
<p>Und auch im vergessenen Kontinent Afrika summieren sich die Konflikte nur weiter auf &#8212; ohne L&#246;sung in Sicht. Im <strong>Kongo</strong> scheint der <a href="http://www.nzz.ch/2007/05/15/al/newzzF1QSKRV5-12.html">schlummernde B&#252;rgerkrieg</a> durch die Wahlen im vergangenen Jahren keineswegs beendet, von <strong><a href="http://www.taz.de/dx/2007/05/09/a0108.1/text.ges,1"><strong>Darfur</strong></a></strong> redet inzwischen wirklich niemand mehr und auch an der <strong><a href="http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Presse/Pressemitteilungen/2007/Pressemitteilung-2007-04-26.php"><strong>Elfenbeink&#252;ste</strong></a> </strong>hat sich nichts Wesentliches ge&#228;ndert.</p>
<p>Zu allem &#220;berfluss <a href="http://www.nzz.ch/2007/05/16/al/kommentarF6Q4C.html">kriselt es auch noch zwischen der EU und den USA auf der einen und <strong>Russland</strong></a> auf der anderen Seite.</p>
<p>Wahrscheinlich ist Au&#223;enpolitik schon w&#228;hrend der ganzen letzten Jahre ein Tanz auf einem Vulkan. Aber kann es sein, dass dieser Vulkan zur Zeit ganz sch&#246;n hei&#223; ist?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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<br/>
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		<title>Politische Seelsorge &#8212; K&#246;hler auf Reisen</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2007 19:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[köhler]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[seelsorge]]></category>

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		<description><![CDATA[Es liegt schon ein fast zwei Monate zur&#252;ck, dass Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler in Kronach (Oberfranken) unterwegs war. Wahrscheinlich liegt es an der Natur der Sache Natur der Medien, dass die Worte des Bundespr&#228;sidenten nur dann auf die Waagschale gelegt werden, wenn er sich auf gro&#223;en B&#252;hnen und Kontinenten bewegt. Dabei lehrt doch eine Wendung, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es liegt schon ein fast zwei Monate zur&#252;ck, dass Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler <a href="http://www.kzg.de/cms/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=126&#038;Itemid=23">in Kronach (Oberfranken) unterwegs war</a>. Wahrscheinlich liegt es an der <del>Natur der Sache</del> Natur der Medien, dass die Worte des Bundespr&#228;sidenten nur dann auf die Waagschale gelegt werden, wenn er sich auf gro&#223;en B&#252;hnen und Kontinenten bewegt. Dabei lehrt doch eine Wendung, dass die richtige Politik auf kommunaler Ebene gemacht werde. Und eine andere Wendung lehrt, dass der wahre Journalismus im Lokaljournalismus zu finden und auch zu erlernen sei. Hin zum Lokalen, so lautet das Diktum. Es sollte sich also lohnen die Worte zu h&#246;ren, die das Staatsoberhaupt f&#252;r die B&#252;rger einer Gemeinde hat, die bekanntlich mit der Abwanderung der Jugend und Arbeitslosigkeit zu k&#228;mpfen hat. Fast einf&#252;hlsam klingt K&#246;hler, als er in der Gemeinde Kronach spricht:</p>
<p><a href="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/04/koehler_kronach.mp3">Audio-Datei herunterladen (koehler_kronach.mp3)</a></p>
<p>Es mag nur eine Feinheit sein &#8230; aber der Feinheit wegen legt man Worte auf die Waagschale:</p>
<p>Der Satz: &#8220;Seien sie optimistisch&#8221; ist ein Satz, der dem Pessimismus entspringt, und K&#246;hler hat ihn vielleicht gerade deswegen vermieden. Er h&#228;tte sagen k&#246;nnen: &#8220;Seinen sie nicht pessimistisch.&#8221; Das w&#228;re ein Satz gewesen, bei dem man sich fragen k&#246;nnte, weshalb es das &#252;berhaupt sagt &#8230; aber nein, K&#246;hler sagt wirklich:</p>
<p><a href="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/04/koehler_kronach_kurz.mp3">Audio-Datei herunterladen (koehler_kronach_kurz.mp3)</a></p>
<p>Es ist sch&#246;n, den einf&#252;hlsamen Ton in K&#246;hlers Stimme zu h&#246;ren. Deshalb erscheinen mir seine Worte auf den ersten Blick als politische Seelsorge. Aber: Ist es Ironie, wenn der Bundespr&#228;sident, der von sich Reden macht(e), weil er die Deutschen f&#252;r ihr Klagen, ihren Pessimismus gei&#223;elte, hier ausgerechnet zu einem Pessimismus, der aber nicht &#252;berm&#228;&#223;ig sein soll, auffordert? Ist es Zynismus, wenn er das ausgerechnet vor den B&#252;rgern einer Gemeinde tut, die nicht zu den Gewinnern der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre geh&#246;rt?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Welt und Weltbild. Alkoholkonsum.</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2007 11:06:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist ein alter Hut, &#252;ber die Skandalgeilheit der Medien zu lamentieren. Zu abgebr&#252;ht ist der Medienkonsument. Und w&#228;hrend dem Bildleser die Skepsis &#252;ber Jahre zur Natur geworden ist, weil er sich daran gew&#246;hnt hat, nicht alles zu glauben, was dort steht, und der Griff in den Zeitungsst&#228;nder schon l&#228;ngst neugierig und ungl&#228;ubig zugleich geworden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein alter Hut, &#252;ber die Skandalgeilheit der Medien zu lamentieren. Zu abgebr&#252;ht ist der Medienkonsument. Und w&#228;hrend dem Bildleser die Skepsis &#252;ber Jahre zur Natur geworden ist, weil er sich daran gew&#246;hnt hat, nicht alles zu glauben, was dort steht, und der Griff in den Zeitungsst&#228;nder schon l&#228;ngst neugierig und ungl&#228;ubig zugleich geworden ist, &#8212; »Ui, wirklich, haben wir wirklich nur noch 13 Jahre?« &#8212; stehen auf der anderen Seite die Leser der Abonnentenzeitung und braven Konsumenten des Geb&#252;hrenfernsehens mit schon gebildeter Meinung, denen ich (pauschal) ein  weniger kritisches Verh&#228;ltnis zu dem was sie da lesen, sehen oder h&#246;ren, unterstelle. Und ich ertappe mich selbst dabei: Im Gegensatz zur Bild begreife ich die »seri&#246;sen« Medien nicht als Unterhaltung sondern als Information. Wenn ich &#252;ber einen Krieg lese, glaube ich zu recht, dass er wirklich stattfindet, dass dort wirklich eine Bombe explodiert ist, dass sich die Au&#223;enminister wirklich getroffen haben. Kurz: Ich nehme die Welt &#252;ber Medien wahr und bilde mir so &#252;ber die Medien vermittelt ein Weltbild.</p>
<p>Wie oft passiert es aber, dass die »seri&#246;sen Medien« Wahrheiten verbreiten, die eben nicht wahr, vielleicht sogar erfunden sind. Erst vor drei Wochen <a href="http://hinterwelt.net/2007/02/gestern-pressefreiheit-vor-einer-woche-selbstverstuemmelung-qualitaet-im-deutschen-journalismus/" title="Eintrag auf hinterwelt.net zu dem Panorama Beitrag">lieferte Panorama Falschinformation vom Feinsten zu den »Killerspielen«</a>. Letzte Woche trinkt sich ein Jugendlicher ins Koma und alle, wirklich alle springen auf den Zug auf: Die Jugendlichen trinken sich zu Tode, Flat-Rate-Trinken, der neue Trend und so weiter undsoweiter usw.</p>
<p>W&#228;hrend die einen &#252;ber den Sinn oder Unsinn von Gesetzes&#228;nderungen diskutieren, sagt der Gesundheitsexperte <a href="http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag4/mitarbeiter/settertobulte.html" title="Selbstdarstellung an der Fakult&#228;t f&#252;r Gesundheitswissenschaften der Uni Bielefeld">Wolfgang Settertobulte</a> im <a href="http://www.taz.de/pt/2007/03/15/a0061.1/text" title="Interview in der taz vom 15.03.07">taz-Interview</a>: </p>
<blockquote><p>Nach den neuesten Daten hat der Alkoholkonsum unter Jugendlichen drastisch abgenommen. Gerade das regelm&#228;&#223;ige Trinken, etwa in der Kneipe, wird seltener. [...] Auch das Rauschtrinken hat nachgelassen, wenngleich nicht ganz so stark wie das regelm&#228;&#223;ige.</p></blockquote>
<p>Ist der ganze Schlagzeilenhype um den Alkoholkonsum der Jugendlichen in Deutschland also blo&#223; eine Ente? Keine Ahnung, kann ich nur sagen. Aber ganz unwahrscheinlich ist es nicht, denn der Schritt von der Agenturmeldung »Jugendlicher hat sich ins Koma gesoffen« hin zu »Ich mach ein/e/n Feature/Reportage/Beitrag zum krassen Alkoholkonsum der Minderj&#228;hrigen« ist in den Redaktionen klein, wenn das Muster vom aktuellen »Aufh&#228;nger« zum allgemeinen Thema als Grundkonzept der journalistischen Themenfindung gepredigt wird.</p>
<p><strong>Hin zum Allgemeinen. Schritt zur&#252;ck.</strong> Es ist gleich, ob nun so oder so. Wenn Herr Settertobulte aber recht hat, wenn sein Bild die Welt ein bisschen besser repr&#228;sentiert, dann stellt sich einmal mehr die Frage, was von dem Bild zu halten ist, das die Medien, die seri&#246;sen, vermitteln, tagt&#228;glich, rund um die Uhr. &#8212; Wenn man die Welt als Gegenstand annimmt, der von den Medien abgebildet werden soll, gleich einer Photographie, dann sollte man im gleichen Atemzug sagen, dass auch das Kino abbildet, indem es photographiert. Im Kino ist sich jeder bewusst, dass Bildretusche, Bildmontage und Inszenierung das ver&#228;ndern, was wir sehen, indem es ver&#228;ndert, wie wir es sehen.</p>
<p>Diese Analogie ist nicht unproblematisch, aber vielleicht deshalb denkenswert, weil wir beim Film wahrscheinlich kritischer sind, als bei den Tagesthemen. Und eigentlich sollte es anders herum sein, oder?</p>
<p><strong>nachtrag</strong><br />
zu den Grenzen der Analogie: Wenn wir einen Film Michael Moores sehen ist das vielleicht anders, aber das ist dann <a href="http://de.liberty.li/articles/moore.php" title="Fakten zu Bowling for Columbine, Fahrenheit 9/11, Stupid White Men und Kritik an den Methoden von Michael Moore">nochmal eine andere Geschichte</a>.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Das Dogma Klimawandel</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2007 13:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[platon]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Und nach den ruhigen letzten Wochen war da pl&#246;tzlich wieder das Jucken in den Fingern. Ein Lesen, das um jeden Preis versucht gegen den Strich zu lesen, das den Text &#252;berw&#246;rtlich nimmt und die Assoziationsreihen im Kopf in Gang setzt. Jetzt beginnt das, was man als Geistes&#252;bung einer sophistischen Tradition begreifen kann und Korinthenkackerei nennt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und nach den ruhigen letzten Wochen war da pl&#246;tzlich wieder das Jucken in den Fingern. Ein Lesen, das um jeden Preis versucht gegen den Strich zu lesen, das den Text &#252;berw&#246;rtlich nimmt und die Assoziationsreihen im Kopf in Gang setzt. Jetzt beginnt das, was man als Geistes&#252;bung einer sophistischen Tradition begreifen kann und Korinthenkackerei nennt. Der Zwang, vielleicht die Not, in den Gedankengang des unbekannten Gegen&#252;bers hinein zu gr&#228;tschen, ihm ins Wort zu fallen, im Nachhinein, unentwegt und mit dem Wunsch am Ende nicht das Wort im Mund, sondern den Gedanken im Kopf verdreht zu haben. Unsympathisch solche Z&#252;ge, aber manchmal eben auch reizvoll, wenn sie denn pl&#246;tzlich da ist, die Diskussionswut &#252;ber einen <a href="http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2254&#038;MenuID=8&#038;MagID">Kommentar zum Klima und der Rezeption seines Wandels</a>, in brandeins, von Wolf Lotter, gefunden &#252;ber die <a href="http://www.bissige-liberale.com/2007/03/14/zur-klimadiskussion/">Bissigen-Liberalen</a>.</p>
<p>Es macht (fast) immer was her, sich in die Tradition der Aufkl&#228;rung zu stellen. Und wenn Wolf Lotter beim Klimaproblem den »Verlust des Denkverm&#246;gens« diagnostiziert, scheint es sich bei der Diskussion des Klimawandels um eine Antiaufkl&#228;rung zu handeln, da die Maxime der Aufkl&#228;rung nun mal das »Selbstdenken«<sup>[<a href="#footnote-1-66" id="footnote-link-1-66" title="Die Fußnote lesen.">1</a>]</sup> ist. Es macht immer was her, sich in eine Tradition zu stellen, sich gro&#223;e Fahnen an den Mast zu h&#228;ngen und dann mit stolzgeschwelltem Bug &#252;ber die Meere zu kreuzen. Nur ebenso verst&#228;ndlich ist’s hoffentlich auch, wenn ein eben solch aufgetakeltes Schiff am Horizont im Kr&#228;hennest die Alarmglocke l&#228;uten l&#228;sst. Ja, hier hat jemand gedacht, wollte und hat auch radikal gedacht, nur Radikalit&#228;t sch&#252;tzt vor Irrungen noch lange nicht. Herr Wolf, so m&#246;chte ich behaupten hat sich verirrt, nicht politisch und auch nicht moralisch, sondern rein argumentativ. Und da er mit Kant anscheinend nicht ganz unbekannt, st&#246;rt’s ihn wohl hoffentlich auch nicht, wenn ich hier ein bisschen weiter aushole und seinen Gedankengang sezieren m&#246;chte.</p>
<p><span id="more-66"></span>Und dabei f&#228;ngt doch alles so gut an: Gleich mit dem Verweis auf den <a href="http://www.ipcc.ch/SPM2feb07.pdf" title="Die Zusammenfassung als .pdf">vierten Bericht</a> der <a href="http://www.ipcc.ch/">Intergovernmental Panel on Climate Change</a>. Klar, der Verweis auf die Quelle ist nicht nur immer gut, sondern vor allem immer angebracht, nicht nur, weil dann die Ausgangslage des Diskussionsgegenstandes klarer wird, sondern auch, weil die Quelle eben immer wahrer ist als das Zitat – und um Wahrheit wird es in Wolf Lotters Kommentar noch sehr entscheidend gehen. Wenn Herr Lotter mit Nachdruck auf die Abw&#228;gungen und Unsicherheiten in diesem Bericht hinweist, dann ist das auch nur legitim. Nur sollte man an dieser Stelle vielleicht auch darauf hinweisen, dass die Unsicherheit, ausgedr&#252;ckt durch Wahrscheinlichkeiten, eben schon quasi analytisch im Wort der Prognose enthalten ist und auch niemand (von einigen Boulevardbl&#228;ttern und &#196;hnlichem mal abgesehen) als Tatsache verkauft, was doch ohnehin nur in der Zukunft liegen kann, n&#228;mlich: die Zukunft des Weltklimas.<br />
Mir w&#228;re es neu, dass die Zukunft heute als Tatsache verkauft wird. Und daran &#228;ndert auch der von Lotter diagnostizierte »Ablasshandel« nichts. …<br />
[Regieanweisung: Pause von zwei Tagen, Zeilen gel&#246;scht und Neu(wieder)anfang]</p>
<p>… So begann der Zorn. Zumindest m&#246;chte ich das im Nachhinein Zorn nennen, zwei Tage sp&#228;ter. Zwei Tage sp&#228;ter hat sich die Frage gewandelt. Die Sicherheit der Emp&#246;rung ist dem Zweifel an der eignen Sicherheit gewichen. Und eigentlich, so sagt dieser Zweifel, ist das doch alles nicht so tragisch. Es ist doch verst&#228;ndlich, was Herr Lotter da sagen wollte. Die Geste des »mit ins Boot holens«, das fast f&#252;rsorgliche Verst&#228;ndnis, die Umarmung, die meint noch jeden Bl&#246;dsinn verstehen zu k&#246;nnen, ist aber nicht weniger unsympathisch als der Zorn. Vielleicht im Gegenteil: Vielleicht sollte ich dann doch lieber mit dem Zorn vorlieb nehmen, wenn ich mich entscheiden m&#252;sste, denn der, der scheint wenigstens auf den ersten Blick noch ehrlich. — Da ich mich aber nicht entscheiden muss, will ich lieber suchen nach dem Ansto&#223;, den ich an Lotters Kommentar zum Weltklima und der Rezeption seiner Ver&#228;nderung genommen habe.<br />
Es sind nicht solche S&#228;tze, wie diese:</p>
<blockquote><p>Heinrich Miller, Professor am Alfred-Wegener-Institut und Mitwirkender am IPCC-Prozess, wei&#223;, dass Klimaver&#228;nderungen zum Lauf der Welt geh&#246;ren, auch f&#252;r Menschen: »Die V&#246;lkerwanderung oder die Besiedlung Gr&#246;nlands sind daf&#252;r Beispiele. Die Menschen haben sich immer angepasst.« Hier ist einer, wie &#252;brigens weltweit viele Forscher, die man nur leider selten zitiert, optimistisch und konstruktiv.</p></blockquote>
<p>Dieser Herr Miller scheint mir nicht sonderlich optimistisch, sondern eher zynisch. Denn selbstverst&#228;ndlich hat sich »der Mensch« immer angepasst. Das bezweifelt auch niemand und steht damit auch nicht in Frage. In Frage steht dagegen, um welchen Preis sich »der Mensch« angepasst hat. Und genau diesen Preis soll (und will) die Politik m&#246;glichst klein halten.<br />
Was mich pers&#246;nlich aber so verwundert und ein St&#252;ck weit auch emp&#246;rt hat, ist ein kleiner, fast nebens&#228;chlich erscheinender Satz:</p>
<blockquote><p>Denn es geht nicht um Gut und B&#246;se, Moral und Un-Moral. Es geht um Richtig oder Falsch.</p></blockquote>
<p>Klar, es gibt zu Beginn des 21. Jahrhunderts viele Menschen, die aufschreien, wenn jemand anderem das Wort »Wahrheit« nur auf den Lippen liegt. Aber das ist es nicht einmal, was mich so aufgeregt hat. Was mich aufgeregt hat, ist das Politikverst&#228;ndnis, das solchen S&#228;tzen innewohnt und kurz darauf noch viel deutlicher zum Ausdruck kommt:</p>
<blockquote><p>Nicht Fakten, sondern Meinungen bestimmen die Glaubenss&#228;tze. Ein Konsens. Das IPCC besteht aus vielen Forschern, mit recht unterschiedlicher Meinung und sehr unterschiedlichen Auffassungen &#252;ber die Frage, ob der Mensch mehr oder weniger am Klimawandel beteiligt ist. In Konsenskonferenzen, die man fr&#252;her Konzile nannte, werden Mehrheiten f&#252;r die eine oder andere Position gesucht. Die Meinung mit den meisten Stimmen ist dann die aktuelle »Wahrheit«.</p></blockquote>
<p>Was ist der Raum und was der Gegenstand des Politischen, m&#246;chte ich Fragen. Um was geht es in der Politik? Es geht um Mehrheiten, und um W&#228;hlerstimmen geht es auch. Und das ist nicht erst seit dem 20. Jahrhundert so, sondern allem Anschein schon im antiken Athen. Auch wenn es im Politischen immer das Argument geben wird, das sich auf die Wahrheit beruft, wird es doch immer ein Gegenargument geben, das dies mit dem gleichen Anspruch tut. Es geht in der Politik tats&#228;chlich nicht um »Fakten« (wohl austauschbar durch »Wissen«), sondern um Meinung. Es geht – &#252;berspitzt und mit einem anderen Vokabular gesagt – tats&#228;chlich nicht um Erkenntnis, sondern um Meinung. Wer auf die Wahrheit als politisches Ziel setzt, der hat sich mit Platon in ein Boot gesetzt. Wer auf den einzig richtigen Weg hofft, der hat letztlich kein Interesse in der Politik, sondern will sie im Grunde abschaffen – wie auch schon Platon.</p>
<p>Herr Lotters Bedenken gegen&#252;ber der Rhetorik der politischen Rezeption des Klimawandels kann ich verstehen. Und er hat vielleicht auch Recht, wenn er die Neuerungen in der europ&#228;ischen Umweltpolitik der letzten Wochen der Kritik unterziehen m&#246;chte. Aber er ist meines Erachtens mit seinem Schiff auf einem wahrscheinlich schon l&#228;ngst ausgestorbenen Riff aufgelaufen, wenn er im Namen einer Aufkl&#228;rung dem Politischen seine ureigenste Aufgabe abspricht.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-66">vgl. I. Kant: »Was hei&#223;t: sich im Denken Orientieren?« S. 60. In: »Was ist Aufkl&#228;rung?«, Hamburg: Meiner 1999.  [<a href="#footnote-link-1-66">zurück</a>]</li></ol><hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>H&#246;henflug der Seelsorge</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 18:06:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[radio]]></category>
		<category><![CDATA[seelsorge]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Dinge, bei denen man sich ziemlich sicher ist, dass sie nicht in youtube und auch sonst bislang nirgends im Netz zu finden sind. Ein kleiner lokaler Radiosender schickt um kurz nach sechs Uhr morgens ein Wort zum Tag, eine t&#228;gliche Andacht in den &#196;ther. Welche H&#246;henfl&#252;ge die deutsche Seelsorge erreichen kann, ich konnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Dinge, bei denen man sich ziemlich sicher ist, dass sie nicht in youtube und auch sonst bislang nirgends im Netz zu finden sind. Ein kleiner lokaler Radiosender schickt um kurz nach sechs Uhr morgens ein Wort zum Tag, eine t&#228;gliche Andacht in den &#196;ther.</p>
<p>Welche H&#246;henfl&#252;ge die deutsche Seelsorge erreichen kann, ich konnte es nicht glauben &#8230;</p>
<p><a href="http://hinterwelt.net/wp-content/uploads/2007/derPFARRER.mp3">Audio-Datei herunterladen (derPFARRER.mp3)</a></p>
<p>&#8230; gerade, weil es so unspektakul&#228;r ist.</p>
<hr />
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		<title>Warum &#252;berhaupt Blogs?</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2007 22:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[blogs]]></category>
		<category><![CDATA[freude]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; ganz einfach: Deshalb. Besser als Zeitung. Besser als Radio. Besser als Fernsehen. Interaktivit&#228;t, sagten sie und meinten Gespr&#228;chskultur. Manchmal gibt es sowas tats&#228;chlich zu sehen, zu lesen, zu diskutieren. Wer sich &#252;berzeugen will, folgt einfach dem Link dort oben, liest den Eintrag auf »Metalust &#38; Subdiskurse« und verfolgt die Diskussion, die so ganz harmlos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; ganz einfach: <a href="http://www.blogfrei.de/metalust/2007/02/der_lange_wurze.html">Deshalb</a>.</p>
<p>Besser als Zeitung. Besser als Radio. Besser als Fernsehen. Interaktivit&#228;t, sagten sie und meinten Gespr&#228;chskultur. Manchmal gibt es sowas tats&#228;chlich zu sehen, zu lesen, zu diskutieren.</p>
<p>Wer sich &#252;berzeugen will, folgt einfach dem Link dort oben, liest den Eintrag auf »Metalust &amp; Subdiskurse« und verfolgt die Diskussion, die so ganz harmlos beginnt und pl&#246;tzlich Leben entfaltet. Sch&#246;n das. (Mit)Freude.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		</item>
		<item>
		<title>Geisteswissenschaften positioniert Euch neu!  &#8212; Wie oft eigentlich noch?</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2007 10:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[geisteswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Hat irgendjemand gez&#228;hlt, wie viele Artikel, Essays, Diskussionen, Interviews in den letzten Wochen und Monaten erschienen sind? Will das jemand z&#228;hlen? Heute ver&#246;ffentlichte Wolf Lepenies in der Welt einen Essay zur erneuten Standortbestimmung und Rechtfertigung der Geisteswissenschaften &#8211; in diesem Fall: an der Technischen Universit&#228;t Berlin, wo die Abschaffung dieser F&#228;cher aber bereits beschlossen ist[1] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat irgendjemand gez&#228;hlt, wie viele Artikel, Essays, Diskussionen, Interviews in den letzten Wochen und Monaten erschienen sind? Will das jemand z&#228;hlen? Heute <a href="http://www.welt.de/kultur/article740401/Bitte_schaden_Sie_der_Technik.html">ver&#246;ffentlichte Wolf Lepenies in der Welt einen Essay</a> zur erneuten Standortbestimmung und Rechtfertigung der Geisteswissenschaften &#8211; in diesem Fall: an der Technischen Universit&#228;t Berlin, wo die Abschaffung dieser F&#228;cher aber bereits beschlossen ist<sup>[<a href="#footnote-1-63" id="footnote-link-1-63" title="Die Fußnote lesen.">1</a>]</sup>  &#8230; vielleicht sollte es ein Nachruf werden. Stattdessen bietet er uns nur einen weiteren Aufruf an die Geisteswissenschaften, sich selbst »neu zu disziplinieren.«</p>
<p>Es mag an meiner eigenen, vielleicht versch(r)obenen Sicht liegen, dass ich dachte, diese Disziplinierung erfolge gewisserma&#223;en von alleine, &#8212; auch ohne Apologien, die in gro&#223;en deutschen Zeitungen ver&#246;ffentlicht werden.</p>
<p>Es mag auch an dieser versch(r)obenen Sicht liegen, dass ich im Bekanntenkreis auf die Frage nach dem »Nutzen« bisher immer sehr kurz geantwortet habe:<span id="more-63"></span></p>
<blockquote><p>Nun letztlich ist die Frage nach dem »Nutzen« der Philosophie und der Geisteswissenschaften wohl eine Frage, die auf das Verh&#228;ltnis von Theorie und Praxis abzielt. Im konkreten Beispiel: Wie war das mit der Demokratie? Gab es die bereits und dann hat jemand eine sch&#246;ne Theorie dazu gemacht? Oder war es andersherum?</p></blockquote>
<p>Es mag sein, dass die Sicht der Hochschulpolitik eine wenig beneidenswerte und ungleich differenziertere ist, wenn es um das Verteilen der Finanzmittel geht, aber mit dem Vorschlag Wolf Lepenies zur Neubesinnung und -orientierung der Geisteswissenschaften, werden bestimmt keine Goldtaler f&#252;r die Forschung aus dem Himmel fallen:</p>
<blockquote><p>Heute w&#228;re &#252;ber die Seele im Zeitalter des Internet nachzudenken, &#252;ber den Menschen in der &#196;ra von Google, von Web 2.0 und »Second Life« – der virtuellen 3D-Welt, in welcher wir uns eine alternative Existenz aufbauen k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Na, siehste, das wird schon diskutiert, das ist wirklich nix Neues und auch nix Inovatives. Das wurde ansatzweise sogar schon hier, <a href="http://hinterwelt.net/2007/01/grenzverschiebungen-was-ist-echt-was-nicht/" title="Ein Eintrag in der Hinterwelt zu der Grenzverschiebung zwischen Echt und Unecht in SecondLife">in dieser kleinen Hinterwelt angedacht</a>. </p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-63">In dem Papier <a href="http://www.tu-berlin.de/presse/doku/exzellenz/struk_k1.doc">Strukturelle Ver&#228;nderungen in der Technischen Universit&#228;t Berlin 1997/98</a> hei&#223;t es:<br />»Die Unabdingbarkeit geisteswissenschaftlicher [...] Disziplinen f&#252;r eine Technische Universit&#228;t kann sich zum einen aus Synergieeffekten f&#252;r die Entwicklung der Technikwissenschaften ergeben. [...] Zum anderen kann sich diese Unabdingbarkeit aber auch herleiten aus der Bedeutung der F&#228;cher f&#252;r die Lehre [...]«<br />Im Grunde sagt das bereits all&#8217; das, was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Lepenies">Herr Lepenies</a> in seinem Essay schreibt. Vielleicht w&#228;re es ja sinnvoll gewesen, zu Fragen, was sich in den knapp zehn Jahren an der Welt und dem Weltbild so sehr ge&#228;ndert hat, dass man die F&#228;cher heute nicht mehr braucht.  [<a href="#footnote-link-1-63">zurück</a>]</li></ol><hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Winterruhe</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/01/winterruhe/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Jan 2007 13:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[denken]]></category>
		<category><![CDATA[frieden]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>
		<category><![CDATA[zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer dieser Tage, die neben der Heizung mit dem Blick nach drau&#223;en beginnen. Wenn Øyes und Bøes Stimmen den Kaffee begleiten, wenn der Schnee in der Stadt ist und die harten Konturen unter dem wei&#223;en Mantel verschwinden, wenn der Wind die Flocken tanzen und die Menschen ihre K&#246;pfe zwischen die Schultern ziehen l&#228;sst, dann erscheint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer dieser Tage, die neben der Heizung mit dem Blick nach drau&#223;en beginnen. Wenn <a href="http://www.kingsofconvenience.com/">Øyes und Bøes</a> Stimmen den Kaffee begleiten, wenn der Schnee in der Stadt ist und die harten Konturen unter dem wei&#223;en Mantel verschwinden, wenn der Wind die Flocken tanzen und die Menschen ihre K&#246;pfe zwischen die Schultern ziehen l&#228;sst, dann erscheint sie mir friedlich, die Stadt. Momentaufnahme.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/quasimondo/108173487/" title="Zu Quasimodos Photographie in Flickr.com"><img class="centered" src="/wp-content/uploads/2007/01/winterruhe.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Manchmal erscheint die Stadt friedlich, das Leben einfach und die Welt unkompliziert. Augenblick ohne Zweifel; und fast zwangsl&#228;ufig f&#228;llt der Gedanke wieder auf ein Spr&#252;chlein, mit dem ich mich <a href="http://hinterwelt.net/2007/01/goldene-regeln-und-christliche-halbwahrheiten/">vor kurzem auseinandergesetzt</a> habe: »So ist das Leben: Die Klugen sind stets voller Zweifel und die Dummen sind sich stets so sicher.«</p>
<p>Vielleicht ist dieser Moment d&#252;mmlich, vielleicht ist er trivial, vielleicht lasse ich mich vom Wetter hinrei&#223;en denke ich und denke doch gleichzeitig an meine damalige Antwort: »Der Zweifel macht das Denken, und die Gewissheit ist dem Denken wohlverdiente Pause.«</p>
<p>Nur, was ist schon gewiss in diesem Augenblick? Es ist nicht Gewissheit, sondern ein Blick, der das Interesse an den Details verloren hat, die Details nicht mehr sieht. So, wie die Stadt unter der Decke aus Schnee ihre Details verloren hat. Nat&#252;rlich kann man graben, den Au&#223;enspiegel des Autos wieder freilegen. Nur, warum sollte man das im Moment tun, denke ich mir, sind doch ganz sch&#246;n, die eingeschneiten Autos.</p>
<p>»Der Teufel steckt im Detail« sagt eine Redewendung und in freier Wendung k&#246;nnte man zu dem Schluss kommen, dass eine Welt ohne Details vielleicht ohne Teufel w&#228;re. Klar, dieser Gedanke ist Schwachsinn. Aber trotzdem frage ich mich, ob die Sehnsucht nach wei&#223;er Weihnacht so gro&#223; ist, weil wir sie nicht sehen wollen, die Details, an Weihnachten.</p>
<p>Friedlich ist die eingeschneite Welt; und doch ist es eigentlich nur das eine, das mir gerade fehlt: Die Not, die Spannung und ihre verwundbare Stelle zu suchen. Vielleicht m&#252;ssen dazu erst wieder die Details in den Stra&#223;en sichtbar werden, wenn es Fr&#252;hling wird, wenn die Schneedecke schmilzt, wenn die Natur wieder zum Leben erwacht. Ja, im Winter, da ist es ruhig, das Leben ruht und vielleicht ist der Moment gar nicht d&#252;mmlich, sondern nur eine Pause vom Leben, die das Leben lebenswert macht?</p>
<p>Pause &#8230;</p>
<p>&#8230; bis die Musik aus und die Kaffeetasse leer ist und die Details wieder sichtbar werden und der Gedanke wieder in den Zweifel und die Not des Geistes f&#228;llt:  </p>
<p><strong>»(&#8230;) wir haben sie noch, die ganze Not des Geistes und die ganze Spannung seines Bogens! Und vielleicht auch den Pfeil, die Aufgabe, wer wei&#223;? das Ziel&#8230; «</strong><sup>[<a href="#footnote-1-56" id="footnote-link-1-56" title="Die Fußnote lesen.">1</a>]</sup><br />
</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/quasimondo/108172724/" title="Zu Quasimodos Photographie in Flickr.com"><img class="centered" src="/wp-content/uploads/2007/01/winterruhe_2.jpg" alt="" /></a></p>
<p><strong>Anmerkung zu den Bildern</strong><br />
Die Bilder sind von <a href="http://www.flickr.com/photos/quasimondo/" title="Profil von Quasimodo auf Flickr ansehen.">Quasimodo</a> und unterstehen einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">Creative-Commons-Lizenz</a>.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-56">F. Nietzsche: <a href="http://gutenberg.spiegel.de/nietzsch/jenseits/jense001.htm">Vorwort zu: Jenseits von Gut und B&#246;se.</a>  [<a href="#footnote-link-1-56">zurück</a>]</li></ol><hr />
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum »Tiefe« in Texten zu vermeiden ist</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/01/warum-tiefe-in-texten-zu-vermeiden-ist/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Jan 2007 10:41:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[metapher]]></category>
		<category><![CDATA[text]]></category>
		<category><![CDATA[tiefe]]></category>

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		<description><![CDATA[Dialog im Morgengrauen: »Ich finde der Text ist &#228;u&#223;erst unklar. Zumindest wird er gegen Ende immer unklarer.« »Nee, das faszinierende an diesem Text ist doch, dass man bei wiederholtem Lesen immer mehr finden kann. Auf den ersten Blick lie&#223;t er sich wie ein Zeitschriftenartikel; bei genauerem Blick hat dieser Text aber in eine Tiefe, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dialog im Morgengrauen:</p>
<p>»Ich finde der Text ist &#228;u&#223;erst unklar. Zumindest wird er gegen Ende immer unklarer.«</p>
<p>»Nee, das faszinierende an diesem Text ist doch, dass man bei wiederholtem Lesen immer mehr finden kann. Auf den ersten Blick lie&#223;t er sich wie ein Zeitschriftenartikel; bei genauerem Blick hat dieser Text aber in eine Tiefe, die schon fast be&#228;ngstigend ist.«</p>
<p>»Hm, wenn der Text so weit in die Tiefe geht, wie sieht das da dann aus? &#8211; Ich war da noch nie; wird es da unten dann ganz Dunkel oder wie muss ich mir das vorstellen?«</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Sich verselbstst&#228;ndigende Metaphern &#8230; Man kann sie nicht nur in der Alltagssprache finden. So ist es beispielsweise befremdlich, wie unpassend die <a href="http://hinterwelt.net/2006/09/sicherheitsgrunde/">Metapher des Hirten</a> f&#252;r den Priester ist – zumal, wenn er ein Vogel ist.</p>
<p><strong>post scriptum</strong><br />
Im Dialog ging es um Kants <a href="http://gutenberg.spiegel.de/kant/aufklae/aufkl001.htm">»Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung.«</a></p>
<hr />
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</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Goldene Regeln und christliche Halbwahrheiten</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/01/goldene-regeln-und-christliche-halbwahrheiten/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jan 2007 11:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[goldene-regel]]></category>
		<category><![CDATA[schmidt-salomon]]></category>
		<category><![CDATA[stoiber]]></category>
		<category><![CDATA[zehn-gebote]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, die Goldene Regel. Wenn wir alle so und danach lebten, dann &#8230; vielleicht w&#228;re dann ja wirklich alles besser. Und dabei ist sie doch schon so alt. Hin und wieder wurde sie erg&#228;nzt und was bleibt ist ein goldenes Mischmasch, das wir den Kindern im Religions- oder Ethikunterricht vermitteln – auf das sie alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel">Goldene Regel</a>. Wenn wir alle so und danach lebten, dann &#8230; vielleicht w&#228;re dann ja wirklich alles besser. Und dabei ist sie doch schon so alt. Hin und wieder wurde sie erg&#228;nzt und was bleibt ist ein goldenes Mischmasch, das wir den Kindern im Religions- oder Ethikunterricht vermitteln – auf das sie alle gute Menschen werden. (Dabei sollte doch bekannt sein, dass die zehn Gebote ein ganz schlechtes Verh&#228;ltnis zu Gold haben. Wie war das noch gleich, als Moses vom Berg kam, mit diesem Kalb, das ihn erz&#252;rnte und er gleich nochmal los musste, um die zweite Ausgabe der Steintafeln holen &#8230;)</p>
<p>Auch Ede <strike>Wolf</strike> Stoiber hat seine Lektion im Religionsunterricht gelernt und sagt gleich frohen Mutes, dass die N&#228;chstenliebe sein wichtigstes Gebot der zehn sei. Es ist nur eine am Rande st&#246;rende Feinheit, dass die N&#228;chstenliebe gar nicht Teil der zehn Gebote ist, wenn der als Wolf verkannte sich endlich als Schaf zu erkennen gibt. Vielleicht ja auch, weil der in den eigenen Reihen zur Zeit so ungeliebte Ministerpr&#228;sident mit seinem Bekenntnis zur N&#228;chstenliebe sich wohl auch ein bisschen Liebe seiner N&#228;chsten f&#252;r sich selbst erhofft.</p>
<p>Doch die Frevler schreiten noch viel weiter. &#8230; <span id="more-42"></span><br />
&#8230; Wie des (Noch)Ministerpr&#228;sidentens Bekenntnis zur N&#228;chstenliebe, ist noch mehr &#252;ber <a href="http://psychologieblog.de/2007-01-03/christliche-halbwahrheiten/">christliche Halbwahrheiten</a> im Psychologieblog zu lesen:</p>
<blockquote><p>Sie [die zehn Gebote] lassen sich aus heutiger Perspektive vielmehr mit drei wenig schmeichelhaften Begriffen charakterisieren, n&#228;mlich als trivial, unzul&#228;ssig vereinfachend sowie offen reaktion&#228;r.</p></blockquote>
<p>&#8230; schreibt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schmidt-Salomon">Michael Schmidt-Salomon</a>. Katja f&#252;hrt aus:</p>
<blockquote><p>Trivial seien sie, weil es sich um f&#252;r jede funktionierende soziale Gruppe selbstverst&#228;ndliche Verhaltensweisen handele. Vereinfachend seien sie, weil sie zu blindem Folgen von Verhaltensrichtlinien aufrufen, die einer komplexen Welt nicht gerecht werden. Und reaktion&#228;r wirken sie, weil einige Gl&#228;ubige sie auch heutzutage als verbindliches Regelwerk betrachten.</p></blockquote>
<p>Ich frage mich, ob diese Charakterisierung &#252;ber ihre (polemische) Deutlichkeit hinaus, vielleicht eine ist, die zu (fast) allen goldenen Regeln passt? Wie ist das, so ganz allgemein, mit Grunds&#228;tzen? Ist es denn nicht gerade die Aufgabe solcher Regeln einen komplexen Sachverhalt auf eine vermeintliche Essenz zu reduzieren, um so vermarktungsf&#228;hig zu sein? Und kann man deshalb vielleicht immer eine Spitze des Denkens in Gebote und Regeln sto&#223;en, die diese Regeln am Ende immer Trivial oder unzul&#228;ssig Vereinfachend oder Reaktion&#228;r oder gar alles drei Zusammen erscheinen lassen?<br />
Nun ja, das waren so die Gedanken, bis ich gestern auf die »<a href="http://monkeymind.blogpage.de/?p=360">Goldenen Regeln</a>« bei Steffino gesto&#223;en bin, der sie <a href="http://myordinarylife.de/blog/?p=72">dort</a> gefunden hat. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ein paar der acht genannten goldenen Regeln etwas ausf&#252;hrlicher zu kommentieren:</p>
<blockquote><p>1. So ist das Leben: Die Klugen sind stets voller Zweifel und die Dummen sind sich stets so sicher.</p></blockquote>
<p>&#8230; sagen die Klugen, weil sich als Klug der Nein-Sager empfindet. Vielleicht ist das ja wirklich so, nur macht es sich der Kluge da nicht ein bisschen zu einfach? K&#246;nnte man nicht auch sagen, dass die Frage nach dem Sinn den Sinn zerst&#246;rt oder zumindest aufl&#246;st? Gerade so, wie das Kind seine Eltern irgendwann nervt, vielleicht aber auch zum Lachen bringt, wenn es immer weiter fragt: Warum? Naja, weil es eben so ist, sagt man irgendwann und ist sich doch sicher, so ganz ohne Zweifel und damit vielleicht ein bisschen dumm, ganz sicher aber eben auch einmal ein Ja-Sager. Und was gibt es sch&#246;neres, als einmal mit Gewissheit »Ja« sagen zu k&#246;nnen? Vielleicht sollte man die Kausalkette umdrehen, dann macht der ganze Satz nicht unbedingt mehr Sinn, aber er ergibt auch so einen Sinn.</p>
<p>Der Zweifel macht das Denken, und die Gewissheit ist dem Denken wohlverdiente Pause.</p>
<blockquote><p>3. Es gibt die “Guten” und die “B&#246;sen”, wer die “B&#246;sen” sind bestimmen die “Guten”.</p></blockquote>
<p>Stimmt schon so. Aber auch da gibt es noch eine kleine Verfeinerung: Es ist doch nicht nur so, dass die »Guten« bestimmen, wer die »B&#246;sen« sind. Interessant wird’s erst, wenn man feststellt, dass dummerweise immer man selbst der »Gute« ist und damit immer die Anderen die »B&#246;sen«. Tats&#228;chlich geht das sogar noch einen Schritt weiter: Man erkennt dieses Muster immer nur, wenn man selbst nicht Teil der Gut-B&#246;se-Opposition ist und gewisserma&#223;en von au&#223;en auf diese Opposition blickt, denn die »Guten« sind sich nie bewusst, dass sie sich selbst zu den »Guten« machen. Das einzige, was sie merken, ist, dass die anderen die »B&#246;sen« sind. (Wie ist das mit der EU und den USA?)</p>
<blockquote><p>5. Gib einem Menschen Macht und du erkennst sein wahres Ich.</p></blockquote>
<p>Wirklich? K&#246;nnte man nicht auch sagen: Die Macht ver&#228;ndert eine Pers&#246;nlichkeit unabh&#228;ngig von deren urspr&#252;nglicher Veranlagung? Ist es nicht sogar sinnvoll das anzunehmen, weil die Idee eines »wahren Ichs« &#228;u&#223;erst fragw&#252;rdig ist. (Was sollte das sein, mein wahres Ich? Wurde das festgelegt, als ich auf die Welt kam? Oder schon zuvor? Oder hat das jemand im Himmel festgeschrieben?)</p>
<blockquote><p>7. Niveau sieht von unten immer wie Arroganz aus.</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt ebenfalls der, der nach diesem Satz oben, auf hohem Niveau steht. Eigentlich &#8216;ne sch&#246;ne Art, um sich zu erkl&#228;ren, wieso man als arrogant empfunden wird. Bl&#246;d nur, dass eben jene Erkl&#228;rung auch die Definition von Arroganz ist ,)</p>
<blockquote><p>8. Es gibt immer jemanden, der besser ist als du.</p></blockquote>
<p>Da f&#228;llt mir nur ein:<br />
»Wer all seine Ziele erreicht hat, hat sie zu niedrig gesteckt.«</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Grenzverschiebungen &#8212; Was ist echt, was nicht?</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jan 2007 17:26:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>
		<category><![CDATA[secondlife]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorgestern hatte ich in Second Life ein faszinierendes und gleichzeitig verst&#246;rendes Erlebnis: Ich habe zum ersten Mal in einem virtuellen Club als DJ aufgelegt. &#8211; Ein paar Gedanken &#252;ber die Grenzverschiebungen zwischen »Echt« und »Unecht«, von denen ich nicht wei&#223;, ob ich sie lieben oder f&#252;rchten soll. Vorgestern habe ich also in diesem Club aufgelegt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorgestern hatte ich in Second Life ein faszinierendes und gleichzeitig verst&#246;rendes Erlebnis: Ich habe zum ersten Mal in einem virtuellen Club als DJ aufgelegt. &#8211; Ein paar Gedanken &#252;ber die Grenzverschiebungen zwischen »Echt« und »Unecht«, von denen ich nicht wei&#223;, ob ich sie lieben oder f&#252;rchten soll.</strong></p>
<p>Vorgestern habe ich also in diesem Club aufgelegt. Der Zufall will es, dass auch vorgestern die Zeit &#252;ber <a href="http://secondlife.com/" class="previewlink">Second Life</a> geschrieben hat. Heute schreibt die Berliner Zeitung (Leider nicht mehr online verf&#252;gbar), vor ein paar Wochen der Spiegel und hier im Netz ist ohnehin alles voller zweitem Leben. Ohne gleich eine Debatte &#252;ber die Qualit&#228;t des deutschen Qualit&#228;tsjournalismus er&#246;ffnen zu wollen, ist die &#196;hnlichkeit der fraglichen Artikel schon beachtenswert. Das Unerh&#246;rte und deshalb Erw&#228;hnenswerte ist f&#252;r diese Zeitungsartikel, dass man mit Second Life Geld verdienen kann. Die Zeit steckte ihren Artikel auch gleich passend in den Wirtschaftsteil und stellt die finanziell erfolgreiche <a href="http://www.anshechung.com/" class="previewlink">Anshe Chung</a> in der Weise vor, wie sonst neue Unternehmensspitzen vorgestellt werden. &#8211; Die Berliner Zeitung packt ihren Artikel dagegen ins Feuilleton und verspricht Interessantes: »Nirgends werden die M&#246;glichkeiten und Probleme des Internets deutlicher als bei Second Life«. Tats&#228;chlich verspricht der Artikel viel und h&#228;lt nichts davon, denn &#8230; <span id="more-41"></span><br />
&#8230; Peter Glaser reduziert in der Berliner Zeitung die Probleme des Internets, die bei Second Life deutlich werden, auf die des Urheberrechts.</p>
<blockquote><p>
Im Internet finden die Debatten &#252;ber Kopierschutz meist zwischen Firmen aus der Unterhaltungsindustrie und den Konsumenten statt. In einer Welt, in der jeder mit ein paar Klicks zum digitalen Unternehmer werden kann, wird die Debatte nun zwischen Individuen gef&#252;hrt. »Ich finde es am&#252;sant und lehrreich, wie Leute freim&#252;tig MP3-Dateien, Filme, Spiele und Software kopieren, ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, dass sie jemandes Urheberrecht verletzen«, schreibt ein Besucher in seinem Blog. »Aber in Second Life lernen sie, was Piraterie bedeutet.«</p></blockquote>
<p>Die Frage nach dem Urheberrecht und seiner Verletzung ist sicherlich nicht uninteressant, doch ich wage zu behaupten, dass gerade in Second Life etwas sichtbar wird, das nicht unbedingt ein Problem ist, sondern vor allem ein Ph&#228;nomen, bei dem man nicht einmal sagen kann, ob es erfreulich faszinierend oder doch furchterregend ist.</p>
<p>Mit anderen Worten: Wo bleibt die Frage nach der Grenzverschiebung, die sich mit dem Netz allgemein und im Besonderen eben mit Second Life ergibt? Was ist mit der Frage, welchen Status Bekannte und Freunde aus einem virtuellen Raum haben. Freude &#252;ber&#8217;s Wiedersehen, Verliebtheit, Hass und schmerzhafte Abschiede geh&#246;ren zum Alltag der Bewohner solcher virtuellen R&#228;ume, wie sie zum Alltag der Realit&#228;t in den Stra&#223;en auf Mutter Erde geh&#246;ren. &#8211; Second Life bietet f&#252;r diese Grenzverschiebung nichts prinzipiell Neues, nur die Qualit&#228;t hat sich (wahrscheinlich gewaltig) ge&#228;ndert.</p>
<p>In diesen Rahmen geh&#246;rt eben auch das Erlebnis, dass ich vorgestern als »echter« DJ in einem virtuellen Club hatte. Man sitzt an seinem Rechner, legt auf, freut oder &#228;rgert sich &#252;ber einen &#220;bergang, &#252;berlegt, was als n&#228;chstes kommen soll und steht gleichzeitig mit seinem Avatar vor zwei Plattentellern in einem virtuellen Club. Und was man auch beim Auflegen macht, alle Besucher des Clubs h&#246;ren es in Echtzeit. Dann passiert das Unfassbare: Da kommt jemand zu mir und fragt mich, was das f&#252;r ein Lied ist? Die Freude &#252;ber die Anerkennung durch den Anderen ist echt, so wie die Musik echt ist und so wie eben auch »in echt« jemand hinter diesem Avatar sitzt. Nachdenklich macht mich das ganze, als mir bewusst wird, dass ich in dem Moment der Freude &#252;ber die Anerkennung nicht mit dem Menschen sondern dem Avatar gesprochen habe.</p>
<p>&#220;ber die Frage nach der Verschiebung der Grenze zwischen dem, was wir als Realit&#228;t wahrnehmen und was nicht, &#252;ber diese Frage spricht weder die Zeit, noch die Berliner Zeitung, &#252;berhaupt spricht &#252;ber diese Frage kaum jemand  – und das obwohl die radikale Neuerung nicht die Tatsache ist, dass da jemand mit virtuellen Grundst&#252;cken Geld verdient, sondern dass diese virtuellen Grundst&#252;cke als Raum wahrgenommen werden, in dem reales Leben stattfindet.<br />
<strong><br />
Virtuelle Interessenvertretung?</strong></p>
<p>Tats&#228;chlich wird von den Bewohnern Second Lifes schon lange viel differenzierter diskutiert. Im <a href="http://www.bernd-schmitz.net/blog/" class="previewlink">Multimedia-Blog</a> werden Interviews mit anerkannten Second Life-Bewohnern ver&#246;ffentlicht. In dem <a href="http://www.bernd-schmitz.net/blog/?p=174" class="previewlink">Interview mit »Property Resistance«</a> antwortet dieser auf die Frage, was sein bislang gr&#246;&#223;ter Erfolg in Second Life gewesen sei: »Der gr&#246;&#223;te Erfolg war die Organisation des Protestes zum Linden Lab-Geburtstag gegen die &#214;ffnung der freien Accounts, der 1503-Protest. Wir haben eine politische Initiative gestartet um gegen das &#246;ffnen der Accounts , die Linden Lab im Mai, wenn ich mich recht erinnere durchgesetzt hat.«</p>
<p>Wie virtuell ist ein Raum, in dem Menschen politische Initiativen gr&#252;nden, um ihre Interessen in diesem Raum zu verteidigen? Ist ein solcher Raum nicht schon l&#228;ngst ein Raum geworden, in dem reales Leben stattfindet? Wenn ja: Hat sich hier nicht schon l&#228;ngst die Grenze verschoben, die uns bisher immer sagte: Das ist Wirklichkeit und das nicht, das ist ein Traum gewesen, das ist nur ein Spiel, etc ..?</p>
<p><strong>Virtueller Reichtum?</strong></p>
<p>Der Aufh&#228;nger der Zeitungsartikel war die erste Dollar-Million&#228;rin aus Second Life. Ich unterstellte zu Beginn, dass das Interessante nicht die Tatsache sei, dass man in und mit Second Life Geld verdienen kann, sondern eine durch Second Life deutlicher sichtbar werdende Grenzverschiebung zwischen »Echt« und »Unecht«. Mit dieser kleinen &#196;nderung der Perspektive erscheint schlie&#223;lich auch die Geldfrage noch einmal anders. Die R&#252;ckkopplung der »virtuellen« Welt an das »echte« Leben passiert in Second Life eben nicht nur noch &#252;ber das quantitativ kaum erfassbare soziale Leben der Bewohner, sondern auch &#252;ber eine R&#252;ckbindung an die »Realit&#228;t« durch das Geld. (Sehr deutlich wird der Ernst, den Second Life hat, in der <a href="http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2007/01/whrungsschwanku.html" class="previewlink">Untersuchung der W&#228;hrungsschwankung</a>  des sog. Linden Dollars auf dem sehr lesenswerten Blog namens <a href="http://notizen.typepad.com/" class="previewlink">_notizen aus der provinz</a>)</p>
<p><strong>Und nun?</strong></p>
<p>Wie lange Second Life in der bisherigen From existieren wird, ist v&#246;llig offen. Es ist unwahrscheinlich, dass <a href="http://lindenlab.com/" class="previewlink">LindenLab</a> alleine die Zukunft des Webs geh&#246;ren wird. Aber egal ob es dann Web 3.0, Web 4.0 oder Web XY hei&#223;en wird, in dem Kampf zwischen Microsofts <a href="http://local.live.com/" class="previewlink">Virtual Earth</a> und <a href="http://maps.google.com/" class="previewlink">Google Maps</a> um die bessere Weltkarte, um den Kampf, wer diese Weltkarte zuk&#252;nftig in besserem und sch&#246;nerem 3D anbieten kann (hier ein <a href="http://www.jonasson.org/maps/" class="previewlink">direkter Kartenvergleich</a>) zeichnet sich eine weitere Bewegung des Internets hin zu einem virtuellen dreidimensionalem Raum ab. Und in gar nicht so langer Zeit wird uns nicht die Frage besch&#228;ftigen, ob man in diesem Raum nun Geld verdienen kann oder nicht, denn das wird uns als selbstverst&#228;ndlich erscheinen. Die eigentliche Ersch&#252;tterung unseres »realen« Lebens, so wage ich zu behaupten, wird sich eher in der Frage offenbaren, was denn nun »echt« ist, und was nicht.</p>
<p>Und wieso ist diese Frage, nach »echt« oder »unecht« so wichtig? Viele Antworten liegen zur Hand. Die f&#252;r mich zur Zeit spannendste: Naja, wenn denn das Internet irgendwann »echt« ist, dann wird es wohl auch keine Internets&#252;chtigen mehr geben, denn das jemand s&#252;chtig nach der Realit&#228;t sein kann, das w&#228;re wirklich neu.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Bier &#252;ber Glauben &#8212; Richard Dawkins hoffnungsloser Versuch gegen Religion zu argumentieren</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Sep 2006 17:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[religion]]></category>
		<category><![CDATA[richard-dawkins]]></category>
		<category><![CDATA[vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend: Glauben tun wir alle, die einen an das eine, die anderen ans andere, so scheint’s zumindest, scheint es mir. Gestern Abend also &#252;ber Glauben &#8230; Haben wir diskutiert? Nein, diskutiert haben wir nicht, vielmehr uns gegenseitig unserer Sympathie versichert. Weichsp&#252;lgang, sich beweihr&#228;uchern und in der Gruppe gegenseitig selbst best&#228;tigen. Kontrastprogramm, nicht nur zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend: Glauben tun wir alle, die einen an das eine, die anderen ans andere, so scheint’s zumindest, scheint es mir.<br />
Gestern Abend also &#252;ber Glauben &#8230; Haben wir diskutiert? Nein, diskutiert haben wir nicht, vielmehr uns gegenseitig unserer Sympathie versichert. Weichsp&#252;lgang, sich beweihr&#228;uchern und in der Gruppe gegenseitig selbst best&#228;tigen. Kontrastprogramm, nicht nur zu <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Dawkins" title="Artikel in der Wikipedia zu Richard Dawkins">Richard Dawkins</a> Versuchen (gefunden via <a href="http://philoblog.de/?p=63">philoblog</a> und <a href="http://www.sixtus.net/entry/810_0_1_0_C/">mario sixtus</a>) in zwei 45min&#252;tern im Fernsehen zu zeigen, was schon zu viele versucht haben. Er wollte in „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Root_of_All_Evil%3F" title="Der Artikel in der Wikipedia zur Fernsehsenung.">The Root of All Evil?</a>“ (<strike>hier <a href="http://video.google.com/videoplay?docid=-6690702357039658996" title="Der erste Teil der zweiteiligen Fernsehsendung auf videos.google.com">erster Teil</a>, <a href="http://video.google.com/videoplay?docid=6370534978087426825" title="Der zweite Teil der zweiteiligen Fernsehsendung auf videos.google.com">zweiter Teil</a></strike> Leider sind die beiden Folgen auf video.google.com und youtube.com nicht mehr vorhanden.) zeigen, weshalb der Glaube nicht gut, vielleicht besser: dumm ist. Etwas d&#252;mmlich, fast naiv erschien mir aber vor allem seine Argumentation. Weshalb?</p>
<p><span id="more-32"></span><br />
Er hat verschwiegen, dass er im Grunde genommen auch eine Religion vertritt &#8230; und im Gegensatz zu den Extremisten, die er in allen Lagern der monotheistischen Religionen ausgemacht und ausgequetscht hat, ist er sich seiner eigenen Position noch nicht einmal bewusst. Daher: Naiv, &#8211; sage ich.</p>
<p>Gedankenspiel: Zwei Menschen, die beide gl&#228;ubig sind und dummerweise je an einen anderen Gott und damit an andere Prinzipien glauben. Beide mit absolutem Anspruch, beide mit dem Anspruch, dass es jenseits dieses Gottes nichts gibt, beide – mit anderen Worten – mit je eigenem Dogma und damit eigenem Denksystem. Beide sind nicht in der Lage miteinander zu kommunizieren und beide werden das Denken (und eben den Glauben) des anderen als „falsch“ bewerten, solange sie sich von ihrem Dogma nicht (zumindest gedanklich) ein klein wenig l&#246;sen und versuchen eine gemeinsame Gespr&#228;chsebene zu finden.<br />
Was macht nun unser, in seinem Glauben an die Vernunft unersch&#252;tterlicher Richard Dawkins? Jenseits seiner Vernunft und der „evidence“, die er in den 90 Minuten, die die Sendungen zusammen dauern, sicherlich zweihundertmal benutzt, gibt es f&#252;r ihn nichts G&#252;ltiges. Die anderen liegen falsch, ganz einfach, ganz schlicht. Nun stellt sich mir die Frage, wie weit er sich dann (in seinem Argumentationsmuster) eigentlich von den Gl&#228;ubigen unterscheidet? Auch er hat ein Denksystem, ein Denksystem, das Prinzipien folgt und das sich von „au&#223;en“ betrachtet nicht von dem der Gl&#228;ubigen unterscheidet. Wer jetzt sagt: Aber die wissenschaftlichen Beweise und Theorien sind nachvollziehbar, dem muss man entgegnen: Nat&#252;rlich, wir, die vernunftgl&#228;ubig sind, denken das, nur die anderen Gl&#228;ubigen eben nicht &#8230; So rennt und reist Herr Dawkins also durch die Welt des Monotheismus und sieht, um die von ihm so viel gescholtene Bibel zu zitieren, den Balken in seinem Auge nicht, weil er so sehr auf die Splitter in den Augen der anderen konzentriert ist. Dawkins ist Dogmatiker, Extremist auf seine Weise. Daher: D&#252;mmlich, &#8211; sage ich. Auch wenn ich mit ihm inhaltlich &#252;ber weite Strecken &#252;bereinstimme, eine solche Argumentation hilft niemandem, nichtmal ihm selbst.</p>
<p>Alles in allem, als die zweite Sendung zu Ende geht, bleibt dem guten Vork&#228;mpfer der Vernunft nichts anderes, als mit seinen Kollegen, mit jenen, die seine Lebenswelt teilen, am Ende doch noch ein bisschen zu kuscheln, sich gegenseitig ein bisschen selbst zu beweihr&#228;uchern, sich selbst zu best&#228;tigen. Ganz normal, das tun sie in den kleinen und gro&#223;en Religionsgemeinschaften; das haben wir auch gestern bei Bier getan. Das mache ich immer, wenn ich in einer Gruppe bin: Halt finden und einmal, f&#252;r ein paar Augenblicke vielleicht sogar Stunden die Unruhe gl&#228;tten, die die Welt da drau&#223;en weckt. Ohne Angst und ohne Verst&#246;rung und ohne Ersch&#252;tterung der eigenen Gewissheit einmal gewiss zu sein. Keine Frage zu stellen, keine Not zur Frage zu haben. Das ist bei den Vernunftgl&#228;ubigen nicht anders, als bei den Gottgl&#228;ubigen. Jetzt ein Bier mit Freunden, eben Vertrauten trinken. Und glauben sie mir Herr Dawkins, die Sendungen waren die M&#252;he nicht wert. Denn die, die ohnehin ihre Meinung teilten, die haben sich best&#228;tigt gef&#252;hlt. Und die, die ihre Meinung nicht teilen, f&#252;hlen sich in ihrer Meinung auch best&#228;tigt. Ach ja, die Ausgangsfrage: „The Root of All Evil?“ Vielleicht ist eine der Wurzeln, wenn es denn &#252;berhaupt sinnvoll ist, die Frage nach einer Wurzel, einem Ursprung zu stellen &#8230; vielleicht ist einer der Anf&#228;nge des B&#246;sen, wenn man diese Differenzen betoniert, wie es die religi&#246;sen Extremisten tun, und wie es (unwissentlich?) Herr Dawkins getan hat. Denn ohne betonierte Gegens&#228;tze macht die Unterscheidung von „Gut“ und „B&#246;se“ keinen Sinn. Sch&#246;n, wenn Kommunikation unm&#246;glich gemacht wird. Lasset uns einkapseln in unsere Welt, dann gibt es auch den monotheistischen Fundamentalismus nicht mehr, bis wieder irgendwo eine Bombe explodiert, dann sind wir wieder verst&#246;rt und warten auf die n&#228;chste Sendung von Richard Dawkins, die uns wieder beruhigt, die uns wieder sagt, dass wir es sind, die Recht haben. Amen.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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		<title>Der Hirte, der als Vogel in den K&#228;fig musste</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Sep 2006 10:51:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angedacht]]></category>
		<category><![CDATA[metaphern]]></category>
		<category><![CDATA[papst]]></category>
		<category><![CDATA[ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[religion]]></category>
		<category><![CDATA[sicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Papst ist in der Stadt. Oder vielmehr: Er kommt heute in die Stadt. Vielleicht ist er schon gelandet, vielleicht als Vogel noch in der Luft, &#8211; wohin ihn ja auch der Glaube tr&#228;gt. Zumindest hat das der Hirte der Hirten, als er nur ein Hirte mit weniger Hirten unter sich war &#8230; Als er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Papst ist in der Stadt. Oder vielmehr: Er kommt heute in die Stadt. Vielleicht ist er schon gelandet, vielleicht als Vogel noch in der Luft, &#8211; wohin ihn ja auch der Glaube tr&#228;gt. Zumindest hat das der Hirte der Hirten, als er nur ein Hirte mit weniger Hirten unter sich war &#8230; Als er noch Joseph Ratzinger und Kardinal und fehlbar war, da sagte er in einem Fernsehinterview, der Glaube g&#228;be ihm das Gef&#252;hl ein V&#246;glein zu sein. »Hoch hinaus, in die L&#252;fte« sagte er. In der Luft ist er wohl noch. Bald wird er landen, dann nicht mehr als Vogel, sondern als Hirte.</p>
<p><img class="alignright" src="/wp-content/uploads/2007/01/ratzinger.jpg" alt="das ist der Hirte der Hirten" />Soll man den Hirten w&#246;rtlich oder als Metapher nehmen? Jedenfalls frage ich mich, ob es eigentlich Hirten auf dem Land gibt, die sich organisieren und Hierarchien bilden? Und ich frage mich, ob Sch&#228;flein nicht durcheinander kommen, wenn pl&#246;tzlich so viele Hirten vorhanden sind, die sie beh&#252;ten wollen?</p>
<p>Wie auch immer &#8212; vielleicht ist der Oberhirte schon gelandet. Vielleicht ist der Verkehr schon zum Erliegen gekommen, weil die Sch&#228;flein &#252;ber die Stra&#223;e m&#252;ssen. Alles ganz wie auf dem Land. Wenn wir schon bei Schafen sind, ist es auch nicht mehr so weit zum Wolf im Schafspelz, denn unter den Schafen, da k&#246;nnte auch immer ein Wolf sein. Vielleicht gar einer, der Kreide gefressen hat. Und auch f&#252;r den Hirten gibt es eine Verwandlung: Dann, wenn der Hirte in seinem Mobil durch die Herde f&#228;hrt und alle Sch&#228;flein ganz durcheinander bringt, dann verfehlt der Hirte nicht nur seine Aufgabe, die Herde zu leiten, sondern er ist dann auch wieder zum Vogel geworden. Diesmal nicht hoch hinaus, in die L&#252;fte, sondern eher im K&#228;fig:<br />
Ein zartes V&#246;glein will besch&#252;tzt sein.</p>
<p>Und manchmal, manchmal muss anscheinend auch die Stadt vor den Schafen und ihren Hirten besch&#252;tzt werden. Zumindest l&#228;sst das die Bekanntgabe der <a href="http://bsb-muenchen.de/">Bayerischen Staatsbibliothek</a> vermuten:<br />
<strong><br />
»Am Samstag, den 9. September 2006 mu&#223; die Bibliothek wegen des Papstbesuches aus Sicherheitsgr&#252;nden ganzt&#228;gig geschlossen bleiben.«</strong></p>
<p>&#8212;</p>
<p><strong>post scriptum</strong><br />
Nett, da&#223; eine alte und ehrw&#252;rdige Institution, wie die Bayerische Staatsbibliothek trotz aller staatlichen Weisung einfach bei der alten Rechtschreibung bleibt. Zumindest schreiben sie »mu&#223;«, wie ich hier »da&#223;« geschrieben habe. &#8212; Vielleicht eine Form ziviler Ungehorsamkeit?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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