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	<title>Hinterwelt.net &#187; Alltag</title>
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	<description>Perspektivwechsel: ein Alltagsroman</description>
	<lastBuildDate>Sun, 23 May 2010 23:23:06 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Hamas, Geiseln im Irak und ein Dilemma der &#214;ffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2007 06:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die Funktionsweise und letztlich auch der Erfolg der Medien, die Medien zum Schweigen zwingt, wenn sie nicht zum Instrument werden wollen. &#214;ffentlichkeit Die Frage, wie man in die Medien kommt, ist f&#252;r zahlreiche Berufe erfolgsentscheidend. Gleich, ob betrunken fahrendes Hollywoodsternchen, oder ein um seine politische Zukunft bangender Generalsekret&#228;r der gr&#246;&#223;ten Regionalpartei des Landes, f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die Funktionsweise und letztlich auch der Erfolg der Medien, die Medien zum Schweigen zwingt, wenn sie nicht zum Instrument werden wollen.<br />
<span id="more-75"></span><br />
<strong>&#214;ffentlichkeit</strong><br />
Die Frage, wie man in die Medien kommt, ist f&#252;r zahlreiche Berufe erfolgsentscheidend. Gleich, ob betrunken fahrendes Hollywoodsternchen, oder ein um seine politische Zukunft bangender Generalsekret&#228;r der gr&#246;&#223;ten Regionalpartei des Landes, f&#252;r beide ist das »im Gespr&#228;ch bleiben« zentraler Bestandteil der »Berufspraxis«.</p>
<p>Selbst in solchen F&#228;llen mag es fraglich sein, ob die als gro&#223; stilisierten, eigentlich aber kleinen Skand&#228;lchen und Sensati&#246;nchen wirklich »Thema« sind, aber letztlich st&#246;rt sich kaum jemand an diesen Belanglosigkeiten, selbst dann nicht, wenn das Interesse der &#214;ffentlichkeit seinen Fokus auf sie legt.</p>
<p>Strukturell findet sich das Muster, das mit dem Zwang »im Gespr&#228;ch zu bleiben« verbunden ist, aber auch bei v&#246;llig anderen Gruppen wieder, deren Interessen und Tun alles andere als belanglos ist.</p>
<p><strong>Hamas</strong><br />
Dass &#214;ffentlichkeit instrumentalisiert wird, ist kein Geheimnis. Wie brachial Medien instrumentalisiert werden, kann man an der Erkl&#228;rung eines Sprechers der Hamas sehen, die er gestern Abend nach dem  Raketenangriff auf Sderot w&#228;hrend des Besuchs von Javier Solana abgegeben hat.</p>
<p>Bettina Marx (BR) <a href="http://www.tagesschau.de/audio/0,,OID6794290_RESreal_PLYinternal_NAV_,00.html">berichtete f&#252;r das ARD-H&#246;rfunkstudio Tel Aviv</a>:</p>
<blockquote><p>»Ein Sprecher [der Hamas] erkl&#228;rte, man habe die Rakete zur besten Sendezeit abgefeuert, um damit in die Hauptnachrichtensendung des Israelischen Fernsehens zu kommen.«</p></blockquote>
<p>Schon hier stellt sich mir die Frage, in welche Rolle hier mediale &#214;ffentlichkeit gedr&#228;ngt wird. Berichtet man nicht, kommt man seinem Selbstverst&#228;ndnis als Informationsquelle nicht nach. Berichtet man, erf&#252;llt man exakt die Rolle, die einem zugeschrieben wurde. Eine Dilemmasituation.</p>
<p><strong>Geiseln im Irak</strong><br />
Noch deutlicher wird das Dilemma in einem dritten Fall, den Entf&#252;hrungen im Irak.</p>
<blockquote><p><a href="http://www.zeit.de/online/2007/07/irak-geiseln2">»Das Ausw&#228;rtige Amt bat um Verst&#228;ndnis, dass es keine Details nennen k&#246;nne. Dies sei im Interesse der m&#246;glicherweise Entf&#252;hrten und ihrer Angeh&#246;rigen. Der Ministeriumssprecher appellierte an die Medien, auf alle Spekulationen zu verzichten.«</a> </p></blockquote>
<p>Es <a href="http://www.zeit.de/2007/16/Ultimatum?page=all">scheint so zu sein</a>, dass durch mediale Aufmerksamkeit die &#220;berlebenschance der Geiseln sinkt. Die Logik der Entf&#252;hrer und der Zwang »im Gespr&#228;ch zu bleiben« kehrt sich hier in die Perversit&#228;t, dass nur bei gro&#223;em Interesse der &#214;ffentlichkeit eine Ermordung zur Option wird. &#220;berspitzt k&#246;nnte man sagen: Mit jeder Schlagzeile steigt der Preis f&#252;r die Geiseln und sinkt die Chance des &#220;berlebens.</p>
<p>An diesem Punkt angelangt, kann man die Frage stellen, ob die Medien, gerade weil sie so gut funktionieren, so gut in der Lage sind Ereignisse zum Gespr&#228;ch der &#214;ffentlichkeit zu machen, &#8212; sind Medien, weil sie so gut funktionieren, damit konfrontiert, dass ihr ureigenes Interesse als Berichterstatter in Konflikt ger&#228;t mit ihrem Interesse (und auch der Verantwortung?), das Berichterstatter als Teil der &#214;ffentlichkeit eines Landes haben? Ein klassisches Dilemma?</p>
<p><a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/in_depth/world/2007/alan_johnston/default.stm"><img class="alignright" alt="Alan Johnston banner" src="http://www.bbc.co.uk/blogs/theeditors/alan_johnston.gif" width="150" height="90"></a> Vielleicht kann man diese Frage so stellen. Vielleicht ist die Frage falsch gestellt. Wenn aber nicht, dann frage ich mich, wie man sich aus diesem Dilemma befreit, &#8212; gerade auch in Hinblick darauf, dass erst vor kurzem wieder ein Journalist entf&#252;hrt wurde?</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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<br/>
Post tags: <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/oeffentlichkeit/" rel="tag">öffentlichkeit</a>, <a href="http://hinterwelt.net/schlagwoerter/medien/" rel="tag">Medien</a><br/>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gestern Pressefreiheit, vor einer Woche Selbstverst&#252;mmelung.  &#8212; Qualit&#228;t im deutschen Journalismus.</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2007/02/gestern-pressefreiheit-vor-einer-woche-selbstverstuemmelung-qualitaet-im-deutschen-journalismus/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 21:49:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[computerspiele]]></category>
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		<category><![CDATA[qualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal treffen Ereignisse auf eine Weise zusammen, die man ironisch nennen k&#246;nnte: W&#228;hrend der Bundesgerichtshof im Fall Cicero zu Gunsten der Pressefreiheit entschied, wird im Netz &#252;ber einen Beitrag der Magazinsendung Panorama diskutiert, dessen journalistische Qualit&#228;t nur mit miserabel zu bezeichnen ist. Bei Cicero haben sie allen Grund zum Feiern. Nicht nur dort wurde die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal treffen Ereignisse auf eine Weise zusammen, die man ironisch nennen k&#246;nnte: W&#228;hrend der Bundesgerichtshof im Fall Cicero zu Gunsten der Pressefreiheit entschied, wird im Netz &#252;ber einen Beitrag der Magazinsendung Panorama diskutiert, dessen journalistische Qualit&#228;t nur mit miserabel zu bezeichnen ist.</p>
<p><span id="more-62"></span><br />
Bei <a href="http://www.cicero.de/">Cicero</a> haben sie allen Grund zum Feiern. Nicht nur dort wurde die <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20070227_1bvr053806.html?Suchbegriff=Cicero">Entscheidung</a> des Bundesverfassungsgerichts begr&#252;&#223;t. »Eine freie, regelm&#228;&#223;ig erscheinende politische Presse [ist] f&#252;r die moderne Demokratie unentbehrlich« lautete es schon im <a href="http://sorminiserv.unibe.ch:8080/tools/ainfo.exe?Command=ShowPrintVersion&#038;Name=bv020162">Urteil zur Spiegel-Aff&#228;re</a>. Und diese Tradition einer vierten Gewalt im Staat, die dem B&#252;rger eine kritische Aufkl&#228;rung erm&#246;glicht, soll auch im 21. Jahrhundert fortgeschrieben werden.</p>
<p>Doch w&#228;hrend die einen Feiern, weil die Freiheit <strike>gerettet</strike> gest&#228;rkt wurde, <a href="http://www.stern.de/blog/index.php?op=ViewArticle&#038;articleId=889&#038;blogId=11" title="Gunnar Lott, Chefredakteur von Gamestar.de, &#252;ber den Panorama-Beitrag">sch&#252;tteln andere (lesenswert) den Kopf</a> angesichts der Verwahrlosung, die selbst im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=O3JfRL2FYIM" title="Der Panorama-Beitrag auf youtube">zu bestaunen ist</a>.</p>
<p>Was hat die Redaktion von Panorama blo&#223; geritten, als sie diesen Beitrag absegnete oder am Ende vielleicht die Fernsehjournalistin Sonja Mayr zum Aufpeppen ihres Beitrags n&#246;tigte?<sup>[<a href="#footnote-1-62" id="footnote-link-1-62" title="Die Fußnote lesen.">1</a>]</sup><br />
In dem Beitrag geht es um Computerspiele der Kategorie »Ego-Shooter«. Man kann dar&#252;ber streiten, ob der Name »Killerspiele« gerechtfertigt ist, man kann auch dar&#252;ber diskutieren, ob sie verboten werden sollen oder nicht, doch manchmal erliegen die Streith&#228;hne wohl dem Eifer des Gefechts. Dabei h&#228;tte ein Blick der Redaktion der Sendung Panorama in den <a href="http://www.presserat.de/pressekodex.html">Pressekodex</a> doch schon gen&#252;gt. Gleich zu Beginn hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenw&#252;rde und die wahrhaftige Unterrichtung der &#214;ffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.</p></blockquote>
<p>Auch an dieser Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit liegt es, dass man im Journalismus gew&#246;hnlich versucht anst&#228;ndig zu recherchieren. Dass dies im fraglichen Beitrag zu den Killerspielen noch nicht einmal im Ansatz passiert ist, zeigen die schlicht <a href="http://www.theinquirer.de/2007/02/25/fernsehen_manipuliert_killersp.html">falschen Informationen</a>, die der Beitrag gibt. Dar&#252;ber hinaus wurden allem Anschein nach Interviews so geschnitten, dass die Aussagen der Interviewten aus dem Kontext gerissen wurden und diese in <a href="http://www.codw.net/include.php?path=comment/comment.php&#038;comcat=cont&#038;subid=668">ihrer Gegendarstellung</a> nun rechtliche Schritte in Erw&#228;gung ziehen.</p>
<p>Diesen Beitrag kann man wohl als einen Versto&#223; gegen den Pressekodex des Presserats sehen. Der bereits zitierten Stelle im Pressekodex folgt: </p>
<blockquote><p>Jede in der Presse t&#228;tige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubw&#252;rdigkeit der Medien.</p></blockquote>
<p>&#196;rgerlich, m&#246;chte man sagen, dass ausgerechnet die geb&#252;hrenfinanzierte ARD (genauer: der NDR) mit einer ihrer Vorzeigesendungen dem Verlust von Ansehen und Glaubw&#252;rdigkeit des Journalismus Vortrieb leistet. Die Frage, die sich mir auch stellt: Kann es wirklich im Interesse der B&#252;rger und des Staates sein, Journalismus dieser Qualit&#228;t, als vierte Gewalt im Staat zu w&#252;nschen?</p>
<p>Die L&#246;sung ist wahrscheinlich einfach: Der Redaktion und vor allem denjenigen, die den Beitrag abgenommen haben, sollte man das <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/ausbildung/index.php?pageid=76">Trainingshandbuch Recherche</a> f&#252;r 17,90 € des Netzwerk Recherche und eine Kopie des Pressekodex besorgen.<sup>[<a href="#footnote-2-62" id="footnote-link-2-62" title="Die Fußnote lesen.">2</a>]</sup> </p>
<p>Oder &#8212; und das ist sogar nicht mit Kosten verbunden:</p>
<p>Liebe Panorama-Redaktion, bei Ihren (von mir hoch gesch&#228;tzten) Kollegen vom Deutschlandfunk konnte man am 8. Dezember 2006 eine 43min&#252;tige Sendung &#252;ber »die Kultur und Soziologie von Computerspielen« von Maximilian Sch&#246;nherr h&#246;ren. Ich m&#246;chte Ihnen diesen Beitrag empfehlen. Dieser Beitrag ist nicht nur ein gutes Beispiel f&#252;r die M&#246;glichkeiten des H&#246;rfunks, sondern vor allem ein Beispiel f&#252;r Qualit&#228;t, die mit dem Siegel »&#246;ffentlich-rechtlich« verbunden <strike>wird</strike> wurde. Nehmen sich sich ein Beispiel daran &#8230; und dann, &#8212; nur dann bin ich gerne Freund der vierten Gewalt und freue mich &#252;ber das Urteil des Bundesgerichtshofs.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2006/12/08/dlf_200612081914.mp3">Audio-Datei herunterladen (dlf_200612081914.mp3)</a></p>
<p><strong>Die Kultur und Soziologie von Computerspielen</strong><br />
Sendezeit: 08.12.2006 19:14<br />
Autor: Sch&#246;nherr, Maximilian<br />
Programm: <a href="http://dradio.de">Deutschlandfunk</a><br />
Sendung: Dossier<br />
L&#228;nge: 43:40 Minuten</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2006/12/08/dlf_200612081914.mp3">Direkter Download</a></p>
<p><strong>nachtrag</strong><br />
und als ob das alles noch nicht genug gewesen w&#228;re, scheint <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24745/1.html" title="Telepolis.de: Panorama, Killerspiele und die Filter-Firma">die Firma Pan-Amp auch noch ein Rolle in diesem Beitrag</a> zu spielen, die mich die Augen reiben l&#228;sst. (Gefunden via <a href="http://netzpolitik.org/2007/die-propaganda-der-firma-pan-amp/?from=feed">netzpolitik.org</a>) Eine Firma, die Netzfilter herstellt und so durch das eigene Gesch&#228;fts(potential) ein gro&#223;es Interesse an einer Filterung des Netzes hat, setzt sich f&#252;r ein Verbot ein, dass nur &#252;ber Netzfilter ernsthaft zu verwirklichen ist. Das ist Teil eins. Teil zwei der schmierigen und unglaublichen Geschichte: Eben diese Firma hat anscheinend den halben Beitrag beigesteuert &#8230; Muss man noch etwas hinzuf&#252;gen, zum kritischen, unabh&#228;ngigen und investigativen Journalismus? &#8212; Vielleicht: Wo bist du?</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-62">Wie im Fernsehen, so im H&#246;rfunk: Das Schneiden des Beitrags ist heikel und die Grenze zwischen Wahrhaftigkeit und Entstellung schmal; und anders geschnitten, pr&#228;gnanter, dramatisierender, ist ein Beitrag schnell – manchmal auch tendenzi&#246;s auf platteste Weise &#8230; Hinzu kommt, das zuarbeitende Journaliten (Sonja Mayer erscheint nicht in der Liste der <a href="http://daserste.ndr.de/panorama/redaktion/t_spm-11788_.html">Panorama-Radaktion</a>) meist einem gr&#246;&#223;eren Druck zur &#8220;Vermarktung des eigenen Beitrags ausgesetzt sind.  [<a href="#footnote-link-1-62">zurück</a>]</li><li id="footnote-2-62">Beides besitzt die ARD und wohl auch die Panorama-Redaktion bereits. Nur ist es auch nicht unbekannt, dass solche B&#252;cher gerne in unteren Schubladen und Regalf&#228;chern verstauben.  [<a href="#footnote-link-2-62">zurück</a>]</li></ol><hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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<br/>
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</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Apple will mich ver&#228;ppeln</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jan 2007 10:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
		<category><![CDATA[iTunes]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass ihr Betriebssystem zumindest im Vergleich zu Microsofts Windows gut ist, ist kein Geheimnis. (Auch wenn Jacob Appelbaum das von Apple angebotene Dateiverschl&#252;sselungsverfahren treffender Weise als »File F(v)ault« bezeichnet.) Dass Apples Rechner gut sind, ist auch kein Geheimnis. &#8211; Auch nicht, dass sie &#252;berteuert sind. Dass der iPod zum Mainstream-Chic geh&#246;rt, ist auch kein Geheimnis. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ihr Betriebssystem zumindest im Vergleich zu Microsofts Windows gut ist, <a href="http://www.xvsxp.com/">ist kein Geheimnis</a>. (Auch wenn Jacob Appelbaum das von Apple angebotene Dateiverschl&#252;sselungsverfahren treffender Weise <a href="http://chaosradio.ccc.de/22c3_m4v_1112.html">als »File F(v)ault« bezeichnet</a>.)</p>
<p>Dass Apples Rechner gut sind, ist auch kein Geheimnis. &#8211; Auch nicht, dass sie &#252;berteuert sind.</p>
<p>Dass der iPod zum Mainstream-Chic geh&#246;rt, ist auch kein Geheimnis.</p>
<p>Nun, und dann ist da noch der iTunes-Store. Gro&#223;es Angebot, und <a href="http://www.itunesforum.de/viewtopic.php?t=1153&#038;">herrausragend schlechte Klangqualit&#228;t</a> der zum Download angebotenen Dateien. Klar, auf dem iPod h&#246;rt man die schlechte Qualit&#228;t eh nicht, aber als ich heute morgen auf der Suche nach einer verloren gegangenen Mail in meinem Spamordner auf die »iTunes der Woche« gesto&#223;en bin, dachte ich nur: Nee, oder. Das ist jetzt einfach nicht wahr &#8230;</p>
<p><span id="more-52"></span></p>
<p><img class="centered" src="/wp-content/uploads/2007/01/appleverapplet.png" alt="iTunes der Woche ... tztztz" /></p>
<p>Ich finde es ja sch&#246;n, dass man die Berliner Philharmoniker mit Glanzlichtern versieht. Sieht zwar schei&#223;e aus, aber interessiert eh niemanden. Hauptsache: »Check It Out &#8230;«</p>
<p>Nur frage ich mich, ob man die »Klangkultur, in der Perfektion und Virtuosit&#228;t die Grundlage bilden« wirklich auf 128kbs kaputtkomprimiert bei iTunes kaufen will. &#8211; Das ist einfach nicht ernst gemeint. Bitte.</p>
<p><strong>nachtrag</strong> (27.01.07)<br />
Manchmal ist man mit seiner Kritik und dem &#196;rger ein paar Tage voraus. So einmal in diesem Fall, denn zu dieser Ver&#228;ppelung in iTunes passt wohl auch der wunderbare <a href="http://www.sueddeutsche.de/%2Ctt5m4/kultur/artikel/413/99314/">Artikel von Christian Kortmann</a> hervorragend. (Gefunden via <a href="http://netzpolitik.org/2007/willkommen-im-ikapitalismus/">netzpolitik.org</a>.)</p>
<p>Gerade dieser Ausschnitt:</p>
<blockquote><p>Der Markenfetischismus, der in den 1980er-Jahren in der Subkultur der Popper erbl&#252;hte, ist heute ein Massenph&#228;nomen: Wir sind im Zeitalter des iKapitalismus angekommen.<br />
Dieser ist eine gegenaufkl&#228;rerische Bewegung, denn die Wahnvorstellung, Apple-Produkte seien etwas Besonderes, hat sich in den K&#246;pfen fest gesetzt: Das haben die Marketingabteilungen und ihre journalistischen Helfer – hier passt der Sch&#252;ttelreim – wirklich gefickt eingesch&#228;delt.</p></blockquote>
<p>bringt &#8212; wenn auch ohne gro&#223;en »neuen« Erkenntnisgewinn &#8212; das Ph&#228;nomen auf den Punkt. Im Fall des iPhones, um das sich Christian Kortmanns Artikel dreht, mag sein folgender Satz noch stimmen:</p>
<blockquote><p> Es geht keinesfalls darum, Apple-Produkte abzuwerten, sondern um die Klarstellung, dass es nur Elektroger&#228;te sind – wie die aller anderen Hersteller.</p></blockquote>
<p>Im Fall des iTunes-Stores ist es allerdings wirklich so, dass bei Musikdateien, die auf 128kbps komprimiert sind, nicht mehr von Qualit&#228;t die Rede sein kann. Im Fall iTunes-Store ist es also nicht nur so, dass es sich um ein Produkt wie jedes andere auch handelt, sondern es handelt sich auch noch um ein schlechtes Produkt &#8230; &#8212; Wie auch immer, ich werde mir eine neue Redeweise angew&#246;hnen: Und zwar die vom »Elektroger&#228;tehersteller Apple«. Ich denke diese Profanisierung wird der Sache gerecht, ohne gleich in die Falle der ma&#223;losen &#220;berspitzung zu fallen, wie Christian Kortmann:</p>
<blockquote><p>Die Apple-Verkl&#228;rung ist das schlagendste Beispiel f&#252;r die Momente, in denen auch bei kritischen Zeitgenossen das Reflexionsverm&#246;gen aussetzt und sie blind den Wahrnehmungskan&#228;len folgen, die das Marketing f&#252;r sie bereit stellt.</p></blockquote>
<p>Und f&#252;r alle, die immer noch nicht genug haben, hier noch der Link zu dem <a href="http://youtube.com/watch?v=7_2nN7kimMk">im Artikel erw&#228;hnten Video</a> &#8211; der iPod im Mixer.</p>
<p>Eine besondere Erw&#228;hnung ist aber noch der Anfang des Artikels wert. Der Feststellung, dass die Medien freiwillig Schleichwerbung f&#252;r Apple machten, hat die aktuelle ZEIT mit ihrem Titel die Krone aufgesetzt, indem sie Hannah Arendt vor ein PowerBook oder auch MacBook Pro gesetzt haben. (In den n&#228;chsten Tagen will ich einen Scan des Titels nachliefern.)</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Double hin, Double her &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jan 2007 16:59:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[double]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist also nochmals ein Video aufgetaucht, hat heute morgen der Nachrichtensprecher von Deutschlandfunk erz&#228;hlt. Ein Video? Noch eins? Und was f&#252;r eins? &#8211; Naja, von Saddam eben. Diesmal sieht man ihn als Leiche (oder sagt man »seine Leiche«?). Es war nat&#252;rlich nur eine sehr kurze Frage der Zeit, bis auch das wieder zu sehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist also nochmals ein Video aufgetaucht, hat heute morgen der Nachrichtensprecher von Deutschlandfunk erz&#228;hlt. Ein Video? Noch eins? Und was f&#252;r eins? &#8211; Naja, von Saddam eben. Diesmal sieht man ihn als Leiche (oder sagt man »seine Leiche«?). Es war nat&#252;rlich nur eine sehr kurze Frage der Zeit, bis auch das wieder zu sehen war. Ich hab&#8217;s nicht gesehen, aber <a href="http://www.politicallyincorrect.de/2007/01/politically_incorrect_zeigt_ne_1.html">»Politically Incorrect«</a> zeigt es, sagen sie. Ich frage mich jetzt, ob sie das Video ihres Namens oder der Klicks wegen zeigen &#8230; aber diese Diskussion <strike>gab</strike> gibt es an <a href="http://wirres.net/article/articleview/4131/1/6/">anderer Stelle</a> ohnehin schon.</p>
<p>Video hin, Video her. &#8212; Uninteressant. Denn erstens interessieren mich die Videos nicht, zweitens will ich sie nicht sehen und drittens &#8230; Doch da ist noch was, was meine Neugier weckt &#8212; nicht an den Videos, sondern ihrer Rezeption:</p>
<p>»Alle Ger&#252;chte, dass Saddam nach dem Ende des offiziellen Staatsvideos den Strick abnahm und mit seinen Henkerschauspielern Kaffee trinken ging, sind mit dem Handyfilm hinf&#228;llig.« &#8212; <strike><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/580321/">schreibt</a></strike> schrieb der D-Funk. Aber war da nicht mal was mit Doppelg&#228;ngern? Nicht erst seit <a href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,2016386,00.html">2002</a> oder <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14408/1.html">2003</a>, sondern schon lange davor. So lange her, dass man im Netz noch gar nichts &#8216;zu findet.</p>
<p>Als Bush sen. damals anno 90/91 gen Irak zog, um Kuwait zu befreien und ich als Bengel fasziniert den ersten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Golfkrieg#Medienkrieg">f&#252;r&#8217;s Fernsehen aufbereiteten Krieg</a> konsumierte, diskutierten die einen &#252;ber die beste Kriegsstrategie bei Stammtisch und Familientreffen, die anderen vor allem &#252;ber die gro&#223;e Zahl der Doubles, die Saddam <strike>gehabt</strike> haben soll.</p>
<p>Wer wei&#223;, vielleicht ist es ja gar nicht Saddam gewesen, der da hing, der da vor Gericht stand, der da in dem Erdloch sa&#223;. &#8212; Unwahrscheinlich ist es wohl, aber trotzdem sollte man sie vielleicht einmal erw&#228;hnen, diese Doubles, denn irgendwo m&#252;ssten sie ja eigentlich noch sein, oder? &#8212; Und f&#252;r alle, die&#8217;s nicht glauben wollen: Die Existenz von solchen Doubles konnte man sogar <a href="http://www.uni-saarland.de/verwalt/presse/campus/2002/4/08-hussein.html">beweisen</a>.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2007. |
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		<title>Der richtige Ton &#8212; f&#252;r den Morgen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Nov 2006 10:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[console]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigenartiger Tag. Monolog. Eigentlich waren es schon einige eigenartige Tage. &#220;ber Nacht kam der Winter und er kam so pl&#246;tzlich, wie der Sommer kurz vor der WM. Mittwoch Morgen war es, als drau&#223;en der erste Winterwind durch die Stra&#223;en zog. Den Kopf zwischen die Schultern gezogen, fr&#252;h morgens. Heute liegt Schnee auf den D&#228;chern. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigenartiger Tag. Monolog. Eigentlich waren es schon einige eigenartige Tage. &#220;ber Nacht kam der Winter und er kam so pl&#246;tzlich, wie der Sommer kurz vor der WM. Mittwoch Morgen war es, als drau&#223;en der erste Winterwind durch die Stra&#223;en zog. Den Kopf zwischen die Schultern gezogen, fr&#252;h morgens.</p>
<p>Heute liegt Schnee auf den D&#228;chern. Und auch wenn er nicht lange liegen bleibt, auch wenn es vielleicht n&#228;chste Woche schon wieder Herbst und nicht mehr Winter ist, der Moment ist der des Winters. Am kalten Fenster und neben der warmen Heizung zu sitzen, am Schreibtisch aus dem Fenster gucken. Nicht mehr zu gucken, ob der Himmel noch da ist, sondern verloren die nackten B&#228;ume und den Schnee, dahinter, auf den D&#228;chern zu sehen. Vielleicht eine Tasse Kaffee oder doch eine Kanne Tee?</p>
<p>Wenn Kino zur Fiktion geworden ist, die uns die Realit&#228;t best&#228;tigt, denke ich mir, dann ist es jetzt Zeit geworden, einmal wieder Kino zu machen. Nicht aber einen Film zu drehen, nein, stattdessen die richtige Klangtapete zu suchen, dem Moment die klangliche Untermalung zu geben, die ihm gerecht wird, die er sich verdient hat.</p>
<p><img class="alignright" src="/wp-content/uploads/mono.jpg" alt="Mono" /></p>
<p> Fast zuf&#228;llig ist der Blick auf <a href="http://www.console.li/">Consoles</a> letztes Album »Mono« gefallen, beil&#228;ufig, im Vor&#252;bergehen, auf dem Weg in die K&#252;che. Ein Album, das gelobt wurde. Mir war es zu ruhig, zu fern. Intim sagten sie. Und ich denke mir heute, dass »Mono« wenigstens in Gedanken mit »log« erg&#228;nzt werden sollte. Monolog ist der Moment. Der Film: Moment der Intimit&#228;t? Moment, den man nicht teilen m&#246;chte? Vielleicht, weil er zu bescheiden ist, zu wenig prachtvoll und zu wenig pointiert, zu wenig abgeschlossen und auch zu still, um tauglich zu sein, f&#252;r&#8217;s Kino. Dennoch eine Fiktion, die die Realit&#228;t best&#228;tigt, denke ich und frage mich zugleich: Wie beschreibt man ein solches Album? Ist ein Lied wie »Hibernating« nicht sehr nah am Sound von <a href="http://www.boardsofcanada.com/">Boards of Canada</a>? Und wie weit ist es von »Formicula« zu <a href="http://www.city-centre-offices.de/cco/php/artist.php?id=19&#038;bc_image=backmohn.jpg">Dictaphone</a>? Und »Starpower«, ja, es ist unglaublich, aber da ist tats&#228;chlich der Sound von <a href="http://www.brainwashed.com/bowery/">Bowery Electric</a>. Und &#8230;</p>
<p>Die Sonne scheint. Wintersonne. Intim sagten sie. Und ich frage mich, was ist das f&#252;r ein Moment, den man nicht teilen m&#246;chte, weil er zu klein ist, zu klein selbst f&#252;r den vielbeschworenen gegenw&#228;rtig neuen deutschen Film, der sich doch endlich auf den Alltag beschr&#228;nkt und dadurch gewinnt? Vielleicht wird es ihn einmal geben, den Film, der sich auf einen Morgen beschr&#228;nkt, auf einen Moment, fl&#252;chtig und ohne Bedeutung; wenn es einmal Film geben sollte, der so fl&#252;chtig ist, wie das Licht, das ihn auf die Leinwand wirft, dann, erst dann werde ich solche Alben vielleicht nicht mehr brauchen. Solange das aber nicht passiert, bleibt der Schnee auf dem Dach, der Wind in den Stra&#223;en, die Wintersonne ohne W&#228;rme daf&#252;r mit Licht am Himmel, und solange h&#246;re ich »Hibernating«, wenn der Winter pl&#246;tzlich da ist und es Morgen ist und nicht Tag und wenn ich den eigenen kleinen Film, die kleine Fiktion suche, die die Realit&#228;t ihrer Bedeutung beraubt.</p>
<p>Ende des Monologs. &#8212; Es beginnt wieder zu schneien.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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		<title>Musik aus dem Keller und reife Fr&#252;chtchen</title>
		<link>http://hinterwelt.net/2006/09/musik-und-radio/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Sep 2006 18:26:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[radio]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn auf einer Abschlussfeier eines Studienjahrgangs Menschen, die nicht &#228;lter sind als ich, Menschen, die sogar eher noch j&#252;nger sind als ich &#8230; – Wenn junge Menschen zu Musik feiern, saufen, ausrasten und schlie&#223;lich, als das Lied aus ist auch kotzen &#8230; &#8211; Wenn junge Menschen, Bekannte von mir zu Musik feiern, die ich aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn auf einer Abschlussfeier eines Studienjahrgangs Menschen, die nicht &#228;lter sind als ich, Menschen, die sogar eher noch j&#252;nger sind als ich &#8230; – Wenn junge Menschen zu Musik feiern, saufen, ausrasten und schlie&#223;lich, als das Lied aus ist auch kotzen &#8230; &#8211; Wenn junge Menschen, Bekannte von mir zu Musik feiern, die ich aus meiner Kindheit, aus der Plattensammlung meines Vaters kenne, dann macht mich das traurig. Nicht, dass „Oldies“ schlecht w&#228;ren. Wer bin ich das zu sagen. Nur die Rat- und Phantasielosigkeit, die hinter dieser Musikwahl steht, erschreckt mich. Meine Eltern sprechen immer von der Musik ihrer Jugend. F&#252;r mich ist diese Musik die Musik meiner Eltern und wahrscheinlich mag ich sie deswegen so gerne. Nur, was werden all diese Menschen ihren Kindern erz&#228;hlen, von der Musik ihrer Jugend? Was h&#228;tte ich als kleines Kind gedacht, wenn meine Eltern die gleiche Musik als die Musik ihrer Jugend bezeichnet h&#228;tten, wie meine Gro&#223;eltern?</p>
<p>Als alle betrunken sind und noch mehr trinken wollen, f&#228;llt der Blick auf den einzigen, der den ganzen Abend nur Wasser getrunken hat: Ob ich noch fahren kann? Also steige ich in dieses Auto, das der Junge von seinen Eltern zum Studienabschluss bekommen hat. Ganz neu ist es und riecht auch so. Er macht sich sorgen, ob ich Autofahren kann. Ich mache mir sorgen, ob ich vielleicht so fahre, dass er in sein sch&#246;nes Auto kotzt. Jedenfalls schaltet sich das Radio ein und da steht der Name eines Senders, der mir nicht gef&#228;llt. Dass er mir nicht gef&#228;llt, tut nichts zu Sache. Interessanter ist, dass dieser Sender seine Zielgruppe mit 45+ angibt. Ist ein mit wohlhabenden Eltern versorgter Jugendlicher alternativ, wenn er diesen Radiosender h&#246;rt? Vielleicht aber besonders reif, seinem Alter einfach voraus? Wahrscheinlich eher letzteres.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2006. |
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		<title>Angst, vor der WM.</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2005 22:06:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[berufsverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[ubahn]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sich die Angst vor dem Terror in den M&#252;lleimern ablagert. &#220;brlegungen zur WM-Tauglichkeit unserer Innenst&#228;dte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Mittag, zwischen Rotkreuzplatz und Sendlinger Tor, in einem Wagen der Linie U1 sa&#223; ich an einem Fensterplatz, bei dem der kleine M&#252;lleimer nicht mehr vorhanden war. (Mir ist der fehlende M&#252;lleimer nur aufgefallen, weil ich mir mein Knie im Normalfall mindestens einmal pro Fahrt an dem kleinen eckigen Metallbeh&#228;lter sto&#223;e.) Gegen&#252;ber sa&#223;en zwei Stra&#223;enkehrer auf dem Weg zu einer Betriebsversammlung. Sie sollen in Zukunft l&#228;nger arbeiten, obwohl sie doch schon jetzt, w&#228;hrend der kalten Jahreszeit drau&#223;en im Dunklen unterwegs sind. Eine Stunde pro Woche mehr, was ist das schon, k&#246;nnte man fragen. Man k&#246;nnte aber auch sagen: Jedes Jahr eine Stunde mehr macht in zehn Jahren zehn Stunden mehr.</p>
<p>W&#228;hrend ich den beiden in ihrer neonorangefarbenen Kleidung lauschte, fuhr der Zug in den Bahnhof am Sendlinger Tor ein. Gerade als ich aufgestanden war, wollte der eine der beiden Stra&#223;enkehrer das Papier wegwerfen, in das sein Brot eingepackt war. »Wieso ist denn hier kein M&#252;lleimer mehr?« »Die schrauben jetzt alle M&#252;lleimer aus den U-Bahnen raus, wegen der WM.« Und tats&#228;chlich, was mir zuvor nur beil&#228;ufig aufgefallen war entpuppte sich als &#8216;von oben angeordnete Ver&#228;nderung&#8217;. Auch im Nebenabteil, ja, im ganzen Wagen waren die M&#252;lleimer abgeschraubt.</p>
<p>Mir blieb keine Zeit dar&#252;ber nachzudenken. Ich hetzte die Treppe hoch, schnell zum anderen Bahnsteig, hineinin die U3. Und der Zug f&#228;hrt los. Hier, in diesem Wagen waren sie noch, die M&#252;lleimer. Dieser Zug ist ganz offensichtlich noch nicht WM-tauglich. M&#252;lleimer: Das zu Hause der Ausscheidungen unserer Gesellschaft, auch des Terrorismus. Muss ich Angst haben, vor den M&#252;lleimern? Ist dieser Zug weniger sicher als der WM-taugliche?</p>
<p>»Der Terror trift auch uns« titelt die heutige <a href="http://www.zeit.de">ZEIT</a>. Sie bezieht sich auf die Entf&#252;hrung, und ich beziehe mich auf M&#252;lleimer. Bei wem f&#228;hrt die Angst mit? Die Angst vor &#8216;irgendwie eigenartigen&#8217; Rucks&#228;cken, vor einem Menschen, der nicht dick ist, in seinem langen Mantel aber dick aussieht und auch die Angst vor den kleinen eckigen M&#252;lleimern, an den man sich das Knie st&#246;&#223;t? Bei wem f&#228;hrt diese Angst mit, zumindest manchmal, f&#252;r einen Augenblick?</p>
<p><span id="more-12"></span></p>
<p>Nat&#252;rlich, es ist sehr unwahrscheinlich, dass der n&#228;chste Anschlag gerade M&#252;nchen trifft, dieses verschlafene Millionendorf. Und noch unwahrscheinlicher ist es nat&#252;rlich, dass ausgerechnet ich in der getroffenen U-Bahn mit dem betroffenen M&#252;lleimerchen sitze. Aber: Wie viele Menschen spielen Lotto und sind vor jeder Auslosung aufs Neue gespannt? Egal, wie unwahrscheinlich ein Gewinn auch ist. Sollte man nicht angespannt sein, wenn man in eine WM-untaugliche U-Bahn <em>mit</em> M&#252;lleimern steigt? F&#228;hrt die Angst nicht eigentlich schon lange mit?</p>
<p>»Du bist paranoid!« Das werden sie mir zurufen, zu Recht. Und doch frage ich mich, wenn ich sie denn nicht kenne, wenn sie nicht mitf&#228;hrt, die Angst, kann ich dann wirklich behaupten, der Terrorismus beeinflusst mich nicht? Was ist, wenn ich nur ein durchweichtes Taschentuch oder eine Bananenschale loswerden m&#246;chte und das Pech habe in einer WM-tauglichen U-Bahn ohne M&#252;lleimern zu sitzen? Hat dann der Terrorismus nicht schon l&#228;ngst eine Spur in meinem Alltag hinterlassen?</p>
<p>Die Angst f&#228;hrt mit, nicht nur zur WM. Es ist eine Angst, die sich vom beruflich bedingt paranoiden Sicherheitspolitiker bis zu dem Aufbewahrungsort der Ausscheidungen unserer Gesellschaft durcharbeitet. Und wenn sie dort angekommen ist, wer kann dann noch sagen, dass sie nicht mitf&#228;hrt, die Angst.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2005. |
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		<title>hinterwelt.net 0.3</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2005 20:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[0_info]]></category>
		<category><![CDATA[hinterwelt.net]]></category>

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		<description><![CDATA[Sp&#228;ter als geplant, fr&#252;her als ich es in den letzten Wochen f&#252;r m&#246;glich hielt, ist hinterwelt.net endlich online. Innerhalb der n&#228;chsten zwei Wochen werden die ersten Inhalte (about / etc.) hinzu kommen. Noch ein klein wenig Geduld braucht es also, bis wirklich die ersten (eigentlichen) Eintr&#228;ge auf dieser Seite zu finden sein werden. Bis dahin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sp&#228;ter als geplant, fr&#252;her als ich es in den letzten Wochen f&#252;r m&#246;glich hielt, ist hinterwelt.net endlich online. Innerhalb der n&#228;chsten zwei Wochen werden die ersten Inhalte (about / etc.) hinzu kommen.<br />
Noch ein klein wenig Geduld braucht es also, bis wirklich die ersten (eigentlichen) Eintr&#228;ge auf dieser Seite zu finden sein werden.</p>
<p>Bis dahin w&#252;nsche ich Euch viel Surfvergn&#252;gen.</p>
<hr />
<p><small>© christian for <a href="http://hinterwelt.net">Hinterwelt.net</a>, 2005. |
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