Hinterwelt.net

21. November 2008
Anderswo

Im Klinsch zwischen erhaben professioneller Filmkritik und dynamisch selbstsicherem Wildwuchs im Netz zeigt sich auf dem kleinen Feld der publik gemachten Auseinandersetzung mit Film der Konflikt, der die professionellen, die profitorientierten Medien im Griff hat, ohne dass diese es schon wirklich bemerkt hätten — zumindest ist das mein Eindruck.

Jedenfalls beschreibt auch Christoph Hochhäusler diesen Konflikt — und verweist gleich zu Beginn auf Natur und Problem des professionellen Journalismus.

Die Regel heißt Routine. Profis machen, was sie am besten können: Abschreiben. Zum Beispiel von der Agenturmeldung. Von Google. Von Walter Benjamin. Aus dem Kulturkalender. Neuer Lack drüber und fertig. Das geht ruck, zuck. Muss es auch.

Es entsteht der Eindruck oberflächlicher Information. Verknüpfungen, die nicht unbedingt falsch sind, aber geschickt von der Tatsache ablenken, dass der Autor nicht weiß, was er sagen möchte. Der Autor füllt nur noch einen vorher festgelegten Platz mit Worten aus. Zeilengeld. Ein Beitrag zum Grundrauschen. Geschäftsmäßig.

Nicht, dass ich mich nicht selbst ertappt fühlte, von den “Verknüpfungen, die […] geschickt von der Tatsache ablenken, dass der Autor nicht weiß, was es sagen möchte.” Der Unterschied liegt jedoch darin, dass hier Worte stehen, die da nur stehen, weil sie eben geschrieben worden sind — ohne Anspruch auf Leser, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und auch ohne Anspruch auf Professionalität.

Das waren meine Sätze ... ich freu mich über Deine:

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